Diane Klamet aus Königsberg und Simone Zährl aus Sand kreieren leidenschaftlich gerne sogenannte Motivtorten. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. "Figuren, Tiere, Blumen, 3-D-Kuchen und vieles andere. Bilder sprechen mehr als 1000 Worte", betonen die beiden Hobbybäckerinnen, die man eigentlich gar nicht mehr als Bäckerinnen bezeichnen mag; eher schon als Künstlerinnen.

Simone Zährl ist vor fünf Jahren zu diesem tollen Handwerk gekommen. "Ich habe schon immer gerne gebacken und Torten verziert", erzählt die 38-Jährige. "Mit Sahne, Schokolade, in Schokolade getauchten Früchten oder aus Blätterteig gebackener Deko." Doch das genügte ihr nicht mehr. Anlässlich der Taufe von Tochter Lena im Juli 2007 gab es erstmals eine Motivtorte: ein Buch, mit Marzipan eingedeckt, "darauf der Taufspruch und ein Bild vom Kind."

Ein Jahr später verwendete Zährl bei der Gestaltung eines weiteren Buches erstmals Fondant, eine weiche, pastöse Zuckermasse, und "war begeistert von deren Verarbeitung."

Vor einem halben Jahr lernte sie schließlich über das Internet die gelernte Konditorin Diane Klamet kennen. Zwar hat die Königsbergerin eine Ausbildung im Büro begonnen; losgelassen hat sie das Thema aber nie, macht die 31-Jährige deutlich.


Alternative zum Blumenstrauß



Sie entwirft seitdem für ihre Freunde, Bekannten und Verwandten individuelle Torten als Geschenke. "Es müssen ja nicht immer Blumensträuße sein", sagt sie. Bereits zwei Mal hat sie an der "Torten-Show" in Hamburg teilgenommen und im letzten Jahr für ihre Weihnachtstorte Bronze erhalten.

Im Dezember 2011 gründeten Simone Zährl und Diane Klamet einen "Torten-Stammtisch", zu dem auch Denise Tiefel aus Kemmern (Landkreis Bamberg) und Michaela Springer aus Sennfeld (Landkreis Schweinfurt) alle zwei bis vier Wochen in die "Back- und Verzierstube" nach Sand kommen. "Wir überlegen uns gemeinsam immer neue Themen", erklärt Zährl.


Grundausstattung aus der Küche



Grundausstattung sind professionelle Pastenfarbe, nicht die Flüssigfarbe aus Einkaufsmärkten, eine Ausrollunterlage, Carboxymethylcellulosen (CMC) und Fondant. "Den kann man auch selbst herstellen", betont Diane Klamet. Sie selbst verwendet allerdings ausschließlich "Callebaut White Icing", rein pflanzliches Rollfondant. "Die restlichen Sachen kann man erst einmal aus dem Haushalt verwenden", ergänzt Simone Zährl und nennt Nudelholz, Siebe, Pinsel und Messer.

"Wenn man das Hobby sehr intensiv betreibt, gibt es noch viele Helferlein, die einem das Leben sehr erleichtern", betonen beide. "Natürlich tut man sich mit professionellen Hilfsmitteln viel leichter, als immer zu improvisieren", betonen Klamet und Zährl, deren "Grundausstattung" sich bis heute "um ein Vielfaches" erweitert hat.

Eine einfache und schnelle Dekoration einer Torte schaffen die vier Frauen derweil "schon mal nach 45 bis 60 Minuten, wenn Lust und Laune passt". Für aufwendigere Sachen können auch mehrere Tage nötig sein. Diane Klament hat an ihrer Hochzeitstorte für die Torten-Show in Hamburg "zwei Wochen täglich mehrere Stunden" gearbeitet

Trotz der Arbeit steht freilich der Spaß im Vordergrund. "Wir vier Motivtorten-Tanten finden es einfach toll, dass wir die Möglichkeit haben, unser Wissen zu teilen, neues anzueignen und gemeinsam neue Projekte anzugehen." Dieses Wissen wollen sie ab Mitte März nun an weitere interessierte Kuchenbäckerinnen weitergeben, wobei Männer "natürlich auch angesprochen sind." Deswegen haben sie sich dafür entschieden, Kurse an den Volkshochschulen im Landkreis Haßberge anzubieten. Backkurse? Nein. Kuchenkunst.