Untermerzbach
Gemeinderat

Weg mit Wehr und Windpark

Viele Bürger kamen zur Gemeinderatsitzung - sie wollten aus erster Hand erfahren, ob ihr Protest gegen den angedachten Bau von Windrädern erfolgreich ist.
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An dieser Stelle, so Bürgermeister Helmut Dietz, soll oberhalb des Mühlsees in Richtung Obermerzbach ein Fisch- und Amphibienpass entstehen, der es den Tieren ermöglicht sowohl bachab- als auch bachaufwärts zu kommen. Foto: Helmut Will
An dieser Stelle, so Bürgermeister Helmut Dietz, soll oberhalb des Mühlsees in Richtung Obermerzbach ein Fisch- und Amphibienpass entstehen, der es den Tieren ermöglicht sowohl bachab- als auch bachaufwärts zu kommen. Foto: Helmut Will
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Hätten die Bucher Bürger gegen den Gemeinderat Untermerzbach abstimmen dürfen, wäre das Gremium unterlegen gewesen. Die Bürgerinitiative "Naturpark statt Windpark" Buch/Untermerzbach zeigte Flagge: 14 Frauen und Männer waren gekommen, um zu hören, ob der Gemeinderat ihrem Antrag zur Verbesserung der Informationspolitik zum Thema Windpark zustimmt. Mit elf Stimmen folgte der Gemeinderat diesem Antrag einstimmig.

Stefan Weis aus Buch hatte ein "Protestplakat" dabei. Dieses zeigte er vor Beginn der Sitzung, sodass die Mitglieder des Gremiums darauf lesen konnten: "Unser Dorf Buch soll hässlich werden." Versehen war dieses Plakat mit einem Windrad. "Legen Sie bitte dieses Plakat nach draußen", bat Bürgermeister Helmut Dietz (SPD). Seine Bitte wurde auch prompt erfüllt.


Einsicht in Unterlagen gefordert

Der Bürgermeister ging auf den Antrag der Initiative ein, der mit 48 Unterschriften vom Sprecher der Bürgerinitiative, Rolf Ospel, eingereicht worden war. Die Gemeindeverwaltung und die Rechtsaufsicht des Landratsamtes hätten diesen Antrag geprüft und für zulässig befunden, teilte Dietz mit. Darin wird gefordert, dass alle Beschlüsse zum Thema Windpark öffentlich gefasst, nichtöffentlich gefasste Beschlüsse später bekannt gegeben, den Bucher Bürgern Einsicht in die Unterlagen gewährt und auf der Homepage der Gemeinde alles öffentlich eingestellt werden soll. Das solle solange gelten, bis das Scheitern oder die Realisierung des Projektes erfolgt ist.

Dietz erklärte dazu, dass Beschlüsse oder Entscheidungen, so rechtliche Hindernisse entgegen stünden oder private Belange berührt würden, nicht öffentlich dargelegt werden können. Mit dieser Einschränkung wurde der Beschluss einstimmig gefasst. In diesem Zusammenhang gab der Bürgermeister noch bekannt, dass am 11. Juli in Lichtenstein eine weitere Infoveranstaltung zum "Windpark Buch" zusammen mit der Gemeinde Pfarrweisach erfolgt. "Hier wird auch über den neuesten Stand der Entwicklung informiert", sagte Dietz.

Bereits im Jahr 2014 wurde die Gemeinde Untermerzbach vom Wasserwirtschaftsamt auf die Beseitigung des Wehrs am Merzbach, oberhalb des Mühlsees Richtung Obermerzbach, hingewiesen, sagte Bürgermeister Dietz. Von der Gemeinde wurde eine Planung in Auftrag gegeben mit dem Ziel, an dieser Stelle einen "Fisch- und Amphibienpass" einzurichten. Die Kosten hierfür bezifferte Dietz auf 3000 Euro. Gleichzeitig sollten in diesem Zusammenhang einige ausgebrochene Stellen am Bachlauf beseitigt werden, wofür nochmals mit etwa 3000 Euro zu rechnen ist. Die "Durchgängigkeit der Fläche für Fische" soll bis 2017 realisiert sein. Ob es für diese Maßnahme einen Zuschuss gibt, soll noch geklärt werden. Der Gemeinderat stimmte zu.


Drei Millionen für die Itzbrücke

Verwaltungsleiter Edgar Maier stellte zusammen mit dem Bürgermeister das künftige Kernwegekonzept der Gemeinde vor, welches Gemeinden aus der "Initiative Rodachtal" miteinander verbindet. Der Fortgang der Maßnahme könne von jeder Gemeinde in Eigenverantwortung koordiniert und vorangebracht werden, erläuterte Dietz. Für Untermerzbach ist zuerst der Weg von Truschenhof zur Schenkenau vorgesehen. Hier stellt die Brücke über die Itz zwischen Unter- und Oberfranken, die auf dem Gebiet der Gemeinde Untermerzbach liegt, ein Problem dar. "Da muss erst mal ein Statiker ran", sagte der Bürgermeister. Im Detail zeigten Dietz und Maier die Planungen auf. Die Gesamtkosten der Maßnahmen, verteilt über 15 Jahre, belaufen sich laut Dietz auf drei Millionen Euro. Mit 60 Prozent Förderung aus europäischen Mitteln könne gerechnet werden.

Für den Erhalt der Synagoge in Gleusdorf fallen 409 000 Euro an. Mit etwa 20 000 Euro Mehrkosten ist zu rechnen, weil nach Vorschlag des Landesamtes für Denkmalschutz die "Umfassung der Synagoge" mit einbezogen werden soll. Der Eigenanteil der Gemeinde wurde vom Bürgermeister mit 70 000 Euro genannt. Ein Zuschuss von 15 Prozent ist auf die Gesamtsumme zu erwarten, sagte Dietz auf Frage von Gemeinderat Robert Bohla (CSU). Bei einem Termin im September dieses Jahres werde weiteres geklärt.

Dietz teile noch mit, dass am 31. Juli am Rückertstein bei Gereuth eine Veranstaltung mit Tanz und Musik stattfinde. Der vorzeitige Baubeginn für das Anwesen der Gemeinde Marktplatz 7 sei erteilt. Das "Problemhaus" in Untermerzbach, Mühlweg 3, könne wohl abgerissen werden, da die Eigentümer es nicht sanieren können oder wollen. Wie die Gemeinde hier vorgeht müsse mit dem Landratsamt geklärt werden. "Vor allem die Entsorgungskosten des vermüllten Anwesens dürften Probleme aufwerfen", sagte Dietz.



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