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Konzert

Warum der Jazz zu den Franken passt

Die Jesse-Ballard-Band machte aus ihrem Auftritt ein poetisches Zauberstück. Mit eingängigen Jazz-Standarts als Sahnehäubchen. Das Profi-Trio versteht sich blind, so wächst aus seinem Auftritt die reine Freude. Und die Drei fühlten sich wohl in Zeil.
Joe Kucera am Saxofon Fotos: Brigitte Krause
 
von BRIGITTE KRAUSE
Dass so eine stille Größe wie die Jesse-Ballard-Band überhaupt Zeil auf ihrem Tourneeplan stehen hat, verdanken die Besucher Bernhard Schurig von der Volkshochschule. Denn der traf rein zufällig in einem Gespräch mit einer Bekannten vor einigen Jahren wieder auf die Band seiner Jugend, die früher bei den legendären Goger-Konzerten in den 70er und 80er Jahren in Sand aufgetreten war. So kam es zu einem ersten Konzert der Band im Landkreis Haßberge nach langer Zeit. Inzwischen gastierte das Trio hier zum vierten Mal.

Gitarrist und Komponist Jesse Ballard hat einst für eine Weile in Deutschland gelebt und wohnt heute in Kalifornien. Einmal im Jahr besucht er seine Freunde Hans Hartmann und Joe Kucera in Berlin, und dann gehen die Drei auf Tournee. Was der Amerikaner, der Schweizer und der Tscheche bieten, ist ein Geheimtipp. Fusion aus poetischen Country- und Liebesballaden mit Jazz, Swing und Rockpop. In Zeil erlebten die Musikfreunde Songs, die direkt und ohne Umwege in die Seele flossen.

Gefühlvoller Frontmann

Der 60-jährige Jesse Ballard ist der Sänger und Frontmann, gefühlvoll, manchmal quecksilbrig. Der aus der Schweiz stammende Hans Hartmann beherrscht mit seinem 72 Jahren die eindrucksvolle Kunst, den "Chapman stick" zu spielen, ein zwölfsaitiges Tapping-Instrument, auf dem sich Bass und Melodie gleichermaßen verwirklichen lassen. Und das tut Hartmann still, in sich gekehrter. Fast bewegungslos steht er da, nur die Finger berühren die Saiten und das breite Spielbrett seines Instruments, und er entlockt ihm Töne, die perfekt im richtigen Moment mit den anderen zusammentreffen. Es ist diese Verbundenheit der Drei, die den Zuhörer fasziniert.

Gitarrist Jesse Ballard, Saitenkünstler Hartmann und schließlich der Saxophonist und Flötenspieler, der 71-jährige Joe Kucera. Einer wie der andere ist Meister seines Instruments, alle drei zusammen ein Genuss.
Einer der Zuhörer, Frank Lutz aus Sand, meinte auf die Frage, was ihn zu einem so treuen Fan der Band macht, vor Beginn: "Das sind geniale Musiker. Die beleben die Musik."
Ob sie den Blues dunkel und sentimental durch den Raum kommen lassen oder federleichte Jazz-Rhythmen: Sie machen es perfekt, in perfektem Gleichklang, in perfekter Kommunikation.

Die ruhigen Franken

Diese Band versteht sich blind. Melodic-Rock, Blues, Klezmer oder einfach die tausendmal gespielten Standards wie den "Moondance": Das kommt in lebendiger Tiefe authentisch rüber. Am Ende kam noch so mancher Besucher bei den Musikern an der Bar vorbei, man schüttelte sich die Hände wie alte Freunde. Das Stammpublikum war da, und es kommt wieder.
Joe Kucera formulierte, was den Dreien an den Franken gefällt. Dass sie ruhige Zuhörer sind, aufmerksam und freundlich. "Wir kommunizieren hier, wir spielen nicht wie Beamte. Wenn aber die Zuhörer laut reden, und das kommt hier vorne bei mir an, da frage ich mich: Was soll ich hier? Hier ist das anders."


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