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Windenergieprojekt

Umdenken auch unter Eberns Stadträten

Die Bürgerinitiative gegen den geplanten Windpark bei Kirchlauter warnte in Rentweinsdorf vor den Folgen des Projekts auf dem Tonberg.
Kreisheimatpfleger Günter Lipp äußerte sich kritisch zu den Plänen für Windräder auf dem Tonberg.
 
von GÜNTHER GEILING
RentweinsdorfDie Bürgerinitiative "ProNaturTonberg" aus Kirchlauter stieß mit ihrer Veranstaltung auch in Rentweinsdorf auf großes Interesse und setzte die über 100 Besucher per Video in einen Motorflieger, der die ganze Gegend simuliert von den Windrädern aus ins Bild rückte und die Beeinträchtigung für die Dörfer, die Natur und ihre Menschen unterstrich. Der "Paukenschlag" kam aber praktisch mit der letzten Wortmeldung durch Stadtrat Thomas Limpert aus Ebern, der von einer Eingabe von sieben Stadtratsmitgliedern aus Ebern berichtete, den Beschluss des Stadtrates für die Windräder erneut auf die Tagesordnung zu setzen und ihn zurückzunehmen.


80 Prozent der Haushalte

Der Sprecher der Bürgerinitiative Ralph Bremicker stellte die Bürgerinitiative vor, die immerhin 470 Bürger und damit 80 Prozent der Haushalte von Kirchlauter vertrete. Sie trete ein für eine intakte und gesunde Natur und sei gegen Windkraftanlagen in der Nähe zu Wohngebieten. In Kirchlauter würde die 10-H-Regelung um mehr als die Hälfte unterschritten und mit ihrer Höhe von 230 Metern überragten die Windräder den Tonberg in einer unvorstellbaren Weise und, so wörtlich, "erdrückten die Bewohner".

Kirchlauter sei statt 2,3 nur 1,3 Kilometer von den Windrädern entfernt sei und zu anderen Ortschaften wie Goggelgereuth wäre es gar nur ein Kilometer.


Weitere Windräder geplant?

Zu großer Kritik veranlasste ihn aber auch die Herausnahme von Flächen aus dem Landschaftsgebiet und Naturpark Haßberge. Entsprechend einer Unterlage würden drei Hektar an Holz eingeschlagen und 1,2 Hektar gerodet und eine Ausgleichsfläche sei mit drei Hektar angegeben. "Die Gesamtfläche, die aber jetzt aus dem Landschaftsschutzgebiet herausgenommen werden soll, beträgt aber 90,9 Hektar. Das sei ein Faktor von 22 und entspreche der ganze Fläche des Gemeindegebiets von Kirchlauter.

Welchen Hintergrund gibt es dafür?", fragte Ralph Bremicker und äußerte die Vermutung, dass dort zukünftig auch einmal acht Windräder stehen könnten. Auch die Umweltbelastung durch die Lkws beim Bau von Umgehungsstraßen und beim Transport von Beton den Windrädern und die Eingriffe in die Natur und Landschaft seien enorm.


Intransparentes Verfahren

Adalbert Holzberg, der sich als Windkraftgegner outete, kritisierte er auch die intransparente Vorgehensweise und die Schnelligkeit der gefassten Gemeinderatsbeschlüsse. Er meinte, "die Windräder erschlagen einen später. Wir wohnen nicht nur in einem Naturpark, sondern in einem Freilandmuseum."
Kreisheimatpfleger Günter Lipp, ebenfalls bekennender Gegner der geplanten Eingriffe ind en Naturpark, merkte an, er vermisse schon geraume Zeit die Leserbriefe der Befürworter und frage sich, warum die sich nicht imstande sehen, sich zu äußern. Auf jeden Fall sei durch die Initiative in letzter Zeit etwas in Bewegung geraten, sogar in Pfarrweisach und er habe Respekt von dortigen Gemeinderäten. Er sprach zudem von den Profiteuren des Projekts: "Es kann doch nicht sein, dass dadurch nur die Grundstückseigentümer, die Geschäftsführer, Planungsbüros und Anteilseigner profitieren. Betroffen sind doch alle Bürger, und die müssten entschädigt werden."


Ferrari im ersten Gang

Ralph Bremicker meinte, dass sich derartige Projekte nicht in windschwachen Gebieten wie dem Landkreis Haßberge rentierten. "Das wäre so, wie wenn ich mir einen Ferrari kaufen und den nur im ersten Gang fahren würde." Schon jetzt würden 70 Prozent der Windparks in Deutschland in die roten Zahlen fahren. "Dem Landratsamt liegen seit Jahren Daten vor, die nicht daran denken lassen, in so einem Gebiet Windkraftanlagen aufzustellen", sagte er.

Susanne Weiss wies auf ihre Bürgerinitiative in Buch (Gemeinde Untermerzbach) hin, die unter dem Motto auftrete "Naturpark statt Windpark" und nannte es erfreulich, dass der Gemeinderat von Pfarrweisach nun den Beschluss abgelehnt habe. Sie ging vor allem auf die gesundheitlichen Beeinträchtigungen ein, weswegen der Schutz der Bevölkerung obenan stehen sollte.
Vogelschützer Jürgen Graser aus Lembach bei Eltmann sagte: "Wir fangen uns nur Negatives ein und der Infraschall reicht bis 15 Kilometer weit." Mit den Windrädern würden Greifvögel und Fledermäuse niedergemacht. Darauf fragte eine Versammlungsteilnehmerin, warum sich der "Bund Naturschutz" bisher nicht rühre.


Rentweinsdorf hat genug getan

Ein weiterer Redner aus Pfarrweisach gab Hilfestellung für weitere Fragen dazu, wer denn die Zufahrtswege unterhalte, wer die Rückbaukosten übernehme, was mit den GmbH-Firmen sei, die dann verschwinden? Angelika Joachim meinte, dass diese Problematik nicht nur für Kirchlauter und Buch gelte, sondern für viele Orts- und Stadtteile. "Der Stadtrat sollte nicht nur an den Bürgerwald denken, sondern auch an alle Bürger", forderte sie.
Rentweinsdorfs Zweiter Bürgermeister Kurt Weißheimer (ÜWG) erinnerte daran, dass der Gemeinderat schon einmal vor vier Jahren Windkraftanlagen, wenn auch an etwas anderen Stellen, abgelehnt habe. Rentweinsdorf habe mit der großen Photovoltaikanlage bei Heben-dorf und vielen Anlagen auf den Dächern seinen Beitrag geleistet und deswegen wolle man die jetzige Planung auch nicht hinnehmen. Schließlich habe man ein großes Baugebiet, für das es schädlich sei. Auch stecke der Landkreis Millionen in den Tourismus und werbe mit einer reizvollen Landschaft. Der einfachste Weg zur Lösung des Konfliktes wäre es, wenn Ebern seinen Beschluss noch einmal überdenke.


Eingabe für den Eberbner Stadtrat

Was dann kam, war schon ein Schritt in diese Richtung. Stadtrat Thomas Limpert (FW) sagte: "Seit 18 Uhr gibt es eine Eingabe für die nächste Stadtratssitzung, die von sieben Stadträten unterschrieben wurde. Sie beinhaltet den Vorschlag, diesen Punkt öffentlich zu behandeln und den Beschluss für den Bau von Windrädern vom 9. Juni zurückzunehmen. Die Eingabe haben sieben Stadträte unterschrieben, wir brauchen dann aber elf Stadträte zum Erfolg."

Diese Aussage traf bei der Versammlung auf viel Beifall. Der Sprecher der Bürgerinitiative "ProNaturTonberg" Ralph Bremicker machte dazu die Aussage "das war ein sehr guter Abschluss".
So darf man also gespannt sein, was im Stadtrat Ebern bei dessen nächster Sitzung geschieht. Am Montag beschäftigt sich auch der Gemeinderat von Rentweinsdorf mit der Anhörung und der Herausnahme der Fläche aus dem Landschaftsschutzgebiet.
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