Region // Haßberge
Behindertenheim Schloss Ditterswind feierte
In Schloss Ditterswind feierten die behinderten Bewohner mit ihren Gästen. Doch das ie Regenschauer bestimmen die Veranstaltung mit, und das schlechte Wetter forderte seinen Tribut:Die Zahl der Gäste fiel geringer aus als in den Jahren zuvor. Diakon Günter Schubert, der Leiter des Hauses der Rummelsberger Anstalten, sprach dennoch von einem erfolgreichen Fest.
Immer, wenn sich die Sonne ein wenig blicken ließ, hatten die Angebote der Feuerwehren Ditterswind und Hafenpreppach guten Zulauf. Gerade die jüngsten Besucher hatten viel Spaß am Kistenstapeln, beim "Spritzenhäuschen" und Zielspritzen.
Eine weitere Attraktion war die Gauklerschule "Bald anders" aus Möhrendorf. Die "Artisten" postierten sich gut geschützt unter einer Baumgruppe, und um die Besucher auf das Angebot neugierig zu machen, begab sich der Artist hin und wieder ins Festzelt, wo er mit seinen mittelalterlichen "Kochkünsten" - gespickt mit akrobatischen Einlagen - das staunende Publikum in den Bann schlug.
Selbst gemachte Angebote
Der Basar der Förderstätte lockte unter anderem mit selbst gemachten Likörspezialitäten, Arbeiten aus Ton und einem Buch mit Back- und Kochrezepten aus dem Schloss. Brigitte Selke zeigte ihre Flechtkünste.
Am Stand der Bewohnervertretung konnte man beim Dosenwerfen mit etwas Geschick einiges gewinnen, und alle Naschkatzen durften sich süße Kekshäuschen herstellen, die nach ihrer Fertigstellung zum sofortigen Verzehr reizten. Ein "Fotostudio" hatte in einem Nebenzelt sein Geschäft eröffnet; jedermann konnte sich dort in nostalgischen Verkleidungen fotografieren lassen.
Die Kindergruppe des Gesangvereins Maroldsweisach, die "Concordia Kids", erfreute mit ihren Darbietungen unter Leitung von Sandra Vollert und Julia Gütlein. Die Kinder tanzten zu bekannten Pop-Titeln. Alleinunterhalter Michael Ulrich sorgte mit seiner Musik dafür, dass die Stimmung trotz Regens nicht verdrießlich wurde.
Hunger nach Leben
Eröffnet hatte den Tag ein Gottesdienst, bei dem wie üblich Mitarbeiter und Bewohner des Behindertenheims mitwirkten. Die musikalische Ausgestaltung übernahmen der Posaunenchor Altenstein (Leitung: Andreas Binger) und der Gesangverein "Concordia Maroldsweisach" (Leitung Beatrice Hofmann). Für seine Ansprache hatte sich Pfarrer Wolfgang Scheidel, passend zur gleichnamigen Wanderausstellung mit Werken von Martin Schmidt, die an diesem Tag nochmals im Schloss zu sehen war, eines der "Sieben Werke der Barmherzigkeit" ausgewählt. Der Pfarrer predigte über das Thema "Hungrige speisen".
Dabei stellte er heraus, dass es im Leben nicht nur um den körperlichen Hunger geht, sondern um Hunger Liebe, Gerechtigkeit, Geborgenheit, Sicherheit und Anerkennung. "Gott will, dass keiner hungert; jeder soll satt werden, aber nicht übersatt auf Kosten des anderen", so Scheidel wörtlich. In der Begegnung mit Menschen finde immer auch eine Begegnung mit Gott statt. Und ein jeder solle sich fragen: "Was kann ich dazu beitragen, dass ein anderer satt wird?" An diesem Tage musste niemand im Schloss und Festzelt darben und das Miteinander wurde großgeschrieben.
















