Pfarrweisach
Energiewende

Rat schwenkt auf Gegenwind um

Das Pfarrweisacher Gremium entscheidet sich nun doch gegen die geplanten Windräder zwischen Lichtenstein und Buch.
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Annähernd 50 Bürger waren zu der Gemeinderatssitzung am Donnerstagabend ins Rathaus Pfarrweisach gekommen, um persönlich mitzuverfolgen, wie sich das Gremium wegen der geplanten Windräder zwischen Lichtenstein und Buch verhält. Im Bild Horst Ruhnau (Mitte, stehend) bei seinem Statement.  Foto: Simon Albrecht
Annähernd 50 Bürger waren zu der Gemeinderatssitzung am Donnerstagabend ins Rathaus Pfarrweisach gekommen, um persönlich mitzuverfolgen, wie sich das Gremium wegen der geplanten Windräder zwischen Lichtenstein und Buch verhält. Im Bild Horst Ruhnau (Mitte, stehend) bei seinem Statement. Foto: Simon Albrecht
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Paukenschlag im Rathaus Pfarrweisach: Der Flächennutzungsplan zum Errichten eines Windparks zwischen Lichtenstein und Buch wird nun doch nicht geändert. Es dürfen keine Windräder dort aufgestellt werden - zumindest nicht in der Gemarkung Lichtenstein (Gemeinde Pfarrweisach), wo drei Windräder vorgesehen sind.
Ein weiteres ist in der Gemarkung Buch (Gemeinde Untermerzbach) geplant. Der Beschluss, die Fläche nicht aus dem Flächennutzungsplan zu nehmen, was für eine Baugenehmigung die Voraussetzung gewesen wäre, wurde mit 9:3 Stimmen gefasst.

Und das alles nur, weil in der Verwaltung ein Lapsus passiert war. Weil in der Sitzung vor vier Monaten, am 21. April, in den Tischvorlagen für die Gemeinderäte die Grafiken für den Standort der Windräder gegenüber den Präsentationsgrafiken, die Günther Häckner von der kreiseigenen Gesellschaft zur Umsetzung erneuerbarer Technologieprojekte (GUT) gezeigt hatte, geringfügig verschoben waren, hat das Landratsamt verfügt, der Gemeinderat müsse erneut einen Beschluss fassen. Damals hatte der Gemeinderat noch beschlossen, die Fläche aus dem Landschaftsschutzgebiet herauszunehmen. Damit hätte er denn Weg für den Windradbau geebnet.


Die Grundstimmung wandelt sich

Nun aber kam, auch über die Diskussionen in Kirchlauter und in Buch/Lichtenstein, in den vergangenen vier Monaten mächtig viel Wind auf, sodass sich in den Köpfen der Pfarrweisacher Gemeinderäte einiges geändert hat und sie schließlich gegen das Vorhaben gestimmt haben.

Wie es jetzt weiter geht, ist offen; denn der Gemeinderat Untermerzbach hat für eine Änderung des Flächennutzungsplans gestimmt, was aber eben nur ein bei Buch geplantes Windrad betrifft, das Teil des Windparks werden sollte.


Zahlreiche Zuhörer

Auf alle Fälle hat der Beratungspunkt großes öffentliches Interesse gebracht: Annähernd 50 Bürger, vornehmlich aus Lichtenstein, saßen oder standen im Sitzungssaal.

Tanja Zürl von der Bauverwaltung der Verwaltungsgemeinschaft Ebern hatte vor der Abstimmung die Situation erläutert. Ungewöhnlich viele Gemeinderäte beteiligten sich an der anschließenden Diskussion und gaben persönliche Statements ab.

Großes Thema dabei war die Gewerbesteuer, die in den nächsten Jahren durch den Windpark in den Gemeindesäckel gespült werden sollte. Nur: Wann und wie viel, konnte Bürgermeister Ralf Nowak (ULB) nicht beantworten. Rederecht bekam Horst Ruhnau aus Pfarrweisach, den Bürgermeister Ralf Nowak (ULB)), um eine Stellungnahme gebeten hatte. Darin sprach sich Ruhnau in einer viertelstündigen Erklärung ausführlich gegen den Bau von Windrädern aus. Kein Rederecht erhielt dagegen ein Vertreter der Lichtensteiner Bürgerinitiative; dafür durfte der Lichtensteiner Ortssprecher Erich Hubert sprechen, der eine Liste mit Unterschriften gegen den Bau von Windrädern an den Bürgermeister überreichte.


Die Konsequenzen

Der Beschluss hat zur Folge, dass einige Entscheidungen des Gemeinderats aus der Vergangenheit aufgehoben werden mussten, wie Tanja Zürl erläuterte. Schon im Jahr 2012 hat der Gemeinderat der Regionalplanung zugestimmt, im Bereich Lichtenstein- Buch die Windräder aufzustellen, ebenso wie zwischen Kraisdorf und Bischwind. Dies wurde am Donnerstagabend mehrheitlich zurückgenommen.
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