Haßfurt
Konzert

Musik als grenzenlose Verbindung

Im Zeichen der Freundschaft erlebte das Haßfurter Publikum einen mitreißenden Abend mit deutschen und französischen Akteuren.
Artikel einbetten Artikel drucken
Ein beeindruckendes Konzert im Rahmen der deutsch-französischen Freundschaft gaben der Chor "Ripitiki" und das Quartett "Quatuor barbaroque" aus dem Département Drôme aus Frankreich, der Oratorienchor Würzburg und Mitglieder der Kantorei Haßberge unter der Gesamtleitung von Matthias Göttemann in der Rathaushalle in Haßfurt. Foto: Ulrike Langer
Ein beeindruckendes Konzert im Rahmen der deutsch-französischen Freundschaft gaben der Chor "Ripitiki" und das Quartett "Quatuor barbaroque" aus dem Département Drôme aus Frankreich, der Oratorienchor Würzburg und Mitglieder der Kantorei Haßberge unter der Gesamtleitung von Matthias Göttemann in der Rathaushalle in Haßfurt. Foto: Ulrike Langer
+3 Bilder
Musik, egal, in welcher Sprache sie gesungen und auf welchen Instrumenten sie gespielt wird, verbindet Menschen über Grenzen hinweg. Denn sie kommt von Herzen und geht zu Herzen. Eine solche musikalische Verbindung erlebten rund 100 Zuhörer am Sonntag in der Haßfurter Rathaushalle, als der Chor "Ripitiki" und das Quartett "Quatuor barbaroque" aus dem Département Drôme aus Frankreich, der Oratorienchor Würzburg und Mitglieder der Kantorei Haßberge Musik aus aller Welt darboten. Diesen Genuss quittierten die Zuhörer mit sehr viel Beifall.

Der Oratorienchor Würzburg unter der Leitung von Matthias Göttemann pflegt eine Freundschaft mit den Ensembles aus dem Tricastin, einer Landschaft im Département Drôme. So kam dieses Konzert in Haßfurt im Rahmen der deutsch-französischen Freundschaft zustande. Bürgermeister Günther Werner (FW) betonte, dass Deutschland und Frankreich eng und freundschaftlich verbunden seien, aber auch die Landkreise Haßberge und die Stadt Haßfurt mit dem Distrikt Tricastin sowie die Gymnasien in Haßfurt und Pierrelatte eine Jahrzehnte lange Freundschaft verbinde. "Sie ist geprägt von gegenseitigen Besuchen zur Verständigung der Völker in einer Atmosphäre des Vertrauens und im Geist der Solidarität Europas und der Abend heute zeigt, wie lebendig und vielfältig unser Verhältnis ist", sagt er in seiner zweisprachigen Begrüßung.


Das Gleiche in Chile

"Musik verbindet über Grenzen und schafft ein Zusammengehörigkeitsgefühl. Singen und musizieren Sie also voller Leidenschaft, damit der Satz von Ludwig van Beethoven gültig bleibt: Musik komme von Herzen und möge zu Herzen gehen." Diesen Satz griff der Leiter des Chors "Ripitiki", Gédéon Richard auf: "Es ist schon interessant, dass man überall auf der Welt von der Verbindung der Musik spricht. Als wir letztes Jahr in Chile waren, sagte der dortige Chorleiter genau die gleichen Worte!"

Dass der Chor zur Verbindung und Völkerverständigung beiträgt, davon überzeugte er mit seinem Auftritt. Die Lieder, die er vortrug, erklangen in Französisch, Englisch, Spanisch, Polnisch, Latein und Italienisch und ergötzten das Publikum. Einer der Höhepunkte war der Auftritt des Quartetts, das Werke von Jean-Philippe Rameau und François Couperin in der ungewöhnlichen Besetzung für Drehorgel (Patrick Mathis), Bandonéon (Alain Territo), Hackbrett (Marie Claire Dupuis) und Kontrabass (Didier Capeille) zu Gehör brachte.

Dafür hatte Patrick Mathis zigtausende von Löchern in die Kartons für die Drehorgel stanzen müssen, die beim Spiel durch das Instrument liefen. Die teils heiteren, teils orkanartig flutenden Melodien, die Virtuosität der Musiker und der besondere Klang rang den Zuhörern große Bewunderung ab.

Dass das Hauptwerk des Abends, das Requiem aeternam von Gabriel Fauré, eine besondere Bedeutung erhielt, teilte Joachim Friedsam, Vorsitzender des Freundeskreises Haßberge-Tricastin, mit. Kurz zuvor war Bernard Martini im Alter von 79 Jahren verstorben, der unzählige Delegationen beider Länder bei ihren Begegnungen als Übersetzer begleitet hatte und über Jahrzehnte Direktor des FIEF (Foyer International d'Etudes Françaises) war. . Die Kantorei Haßberge widmet daher das Requiem dem Gedenken an Bernard Martini."

Dazu vereinigten sich die drei Chöre, das Quartett sowie Christian Bouvier am Basson/Fagott zusammen mit den Solisten Gédéon Richard (Bariton) und Barbarie Crespin (Sopran) unter der Leitung von Matthias Göttemann. Dieser betonte, dass das Requiem ein besonders trostreiches und Hoffnung spendendes Werk sei, und führte seine Sänger und Musiker mit großer Sensibilität durch die Partitur. Feinfühlig und mit warmem Klang, mit guter Diktion und schön gestalteten Melodiebögen gaben sich die Chöre der von einer Schwerelosigkeit geprägten Harmonik hin.

Mit dem "Cantique de Jean Racine" von Gabriel Fauré, dirigiert von Gédéon Richard, endete ein sehr beeindruckendes Konzert der Freundschaft und die Mitwirkenden bedankten sich für den langen Schlussapplaus mit der Hymne der italienischen Alpinisten: "Signore delle cime".
Verwandte Artikel
Noch keine Kommentare
Sie sind nicht angemeldet.
Sie müssen angemeldet sein, um Kommentieren zu können!
registrieren