Region // Haßberge
"Meeblech" begeistert am Kirchweihsonntag
Die jungen Musiker wissen sich zu helfen und spielen böhmische Blasmusik auch in Minimalbesetzung. Da macht es auch nichts aus, dass einige der dazu eigentlich notwendigen Instrumente fehlen. Dann wird eben das Waldhorn zur Posaune.
Sie sind aufgehende Sterne am Himmel der böhmisch-mährischen Blasmusik, auch wenn sie kein Blasorchester im herkömmlichen Sinn bilden: die acht Musiker der Gruppe "Meeblech", die das Kulturamt Haßfurt am Kirchweihsonntag eingeladen hatte, gaben bei ihrem Konzert in der Rathaushalle in Haßfurt hinreißende Kostproben ihres Talents.
Manuel Scheuring (Trompete), Marcel Weiß (erstes Flügelhorn), Thomas Kordowich (zweites Flügelhorn), Sebastian Weißenseel (Schlagzeug), Philipp Götz (Tuba), Dominik Fleischmann (Waldhorn), Philipp Laurenz Kraus (Tenorhorn) und Johannes Then (Bariton) sind zwischen 20 und 31 Jahre jung und haben ihr Können an der renommierten Musikschule in Volkach erworben. Vor zwei Jahren schlossen sie sich zusammen, um böhmische Blasmusik in dieser Minimalbesetzung zu spielen. Dass ihnen das bestens gelingt, zeigte ihr sehr gut besuchtes Konzert in Haßfurt.
Die Portion Humor
Von Anfang sprang der sprichwörtliche Funken zum Publikum über. Mit hinreißend gespielter Musik, die sie für ihre Besetzung selbst arrangieren, mit einer Portion Humor und mit technischem Können.
Da in ihrer Gruppe die traditionell besetzten Klarinetten und Posaunen fehlen, übernehmen immer wieder einzelne Blechbläser den Part der Holzblasinstrumente, während der Waldhornist den Part der Posaune sehr gut ausfüllt. So können die Musiker, die sich mit großer Freude und Hingabe der böhmisch-mährischen Blasmusik widmen, den typischen Klang der in Stilistik und Tempo unterschiedlichen, aber immer tief berührenden Musikrichtungen erzeugen und die Zuhörer begeistern.
Zu den dargebotenen Stücken zählten unter anderem die Polkas "Auf der Pfingstwiese" "B wie böhmisch" oder die "Amselpolka". Auch einige Solo-Stücke waren dabei Manuel Scheuring, der Trompete studiert, brillierte mit den "Bohemian Lovers", während Philipp Laurenz Kraus und Johannes Then Bravorufe für das Stück "Zwei Supermänner" erhielten.
Der Schlagzeuger wiederum zeigte bei seinem Solo-Stück, dem "Sepplwalzer" beziehungsweise dem "Mariechen-Walzer", dass man auch ganz wunderbar mit Kochtöpfen einen Rhythmus schlagen kann. Faszinierend am "Meeblech" war auch, wie die Musiker ganz verschiedene Musikstile, vom kirchlichen Konzert über die Oberkrainer Musik bis hin in die böhmische und mährische Musik, interpretierten.
Polka bitte!
Ein Fan der Gruppe ist Benedikt Feustel, der schon als 13-Jähriger im Musikverein Untertheres das Schlagzeug spielte und heute als 21-Jähriger Schlagzeug studiert. Er hat für das "Meeblech" die Polka "Ein Sonntag in Böhmen" komponiert, deren Interpretation ihn zu einem großen Lob hinriss: "Es ist meine erste Polka und ich freue mich riesig, dass Ihr sie so gut gespielt habt", sagte er.
"Meeblech" wird am Sonntag, 20. Januar 2013, in Waigolshausen am "Zauber der Blasmusik", bei dem auch die Hergolshäuser Musikanten, die Blaskapelle Gloria und Michael Klostermann zu hören sein werden, teilnehmen.
















