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Vernissage

Kontaktkopie offenbart Neues

Die Ausstellung "Fremder Blick" zeigt Werke von Stephan Krines im Haßfurter Café "Susi und Strolch". Im Blaudruck ergeben sich Verzerrungen.
Durch perspektivische Verzerrungen und Überblendungen sind manche Motive, auch wenn sie bekannt sind, im ersten Anblick nicht vertraut: Ein Stock ragt aus dem Eiswasser (oben).  Fotos: Christiane Reuther
 
von CHRISTIANE REUTHER
Das Café "Susi und Strolch" bietet in regelmäßigen Abständen Kunstschaffenden aus der Region Raum, um ihre Werke zu präsentieren. Am Samstagmittag zeigte hier Stephan Krines seine Cyanotypien. Die elf Bilder des aus Westheim stammenden Künstlers zeigen Motive von Haßfurt und entstanden 2013 bis 2016.


Im Blaudruckverfahren

Die Bilder wurden mit der "Camera obscura" aufgenommen und als so genannte Cyanotypien ausgearbeitet. Dadurch erhalten sie perspektivische Verzerrungen und Überblendungen. So ist das Motiv dem Betrachter im ersten Moment nicht unbedingt vertraut. "Fremder Blick" nennt sich daher auch die Ausstellung. Denn der Betrachter muss sich mit dem Blick eines Fremden den Arbeiten nähern. Auch wenn die Motive, wie das alte Rathaus, das Chorgestühl in der Kirche Mariaburghausen oder die Figurengruppe am Brunnen vor der Stadthalle bekannt sind, muss man doch näher hinschauen, um sie im zweiten Anlauf zu erkennen.


Uralte Konstruktion

"Die ,Camera obscura' ist in ihrer Grundkonstruktion ein dunkler Raum, in den durch ein kleines Loch Lichtstrahlen eindringen", erklärte der Künstler interessierten Gästen. Das Abbild der Außenwelt erscheint auf der gegenüberliegenden Seite des Loches auf dem Kopf stehend. Das Prinzip der "Camera obscura" (aus dem lateinischen: dunkle Kammer) ist schon lange bekannt. Stephan Krines bedient sich verschiedener Kameras, unter anderem einer selbst konstruierten Lochkamera.

Das Verfahren der Cyanotypie wurde 1742 vom englischen Astronomen Sir John Herschel zum ersten Mal beschrieben. Er gilt als Schöpfer der Begriffe Schnappschuss, Positiv und Negativ sowie Photographie. Wie Herschel arbeitet Stephan Krines mit chemischen Lösungen für seine Cyanotypien, die auch Blaudruck genannt werden. Die Farbe Blau entsteht durch das Zusammenwirken der chemischen Lösungen. Als Unterlage für das spätere Bild verwendet Krines hochwertiges Papier, wie Aquarellpapier, das dem nötigen Wässern besser standhält.


Kontaktkopien

Bei der Cyanotypie handelt es sich um ein Kontaktkopierverfahren. Das blaue Erscheinungsbild - von möglichen Tonungen abgesehen - unterscheidet das Verfahren von anderen angewandten Edeldruckverfahren, wie dem Gummi- und Öldruck, die eine freie Farbwahl zulassen. Heute gehört die Cyanotypie zu den fast vergessenen Bildverfahren mit einem Unikatcharakter.
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