Eltmann
Fahrsicherheitstraining

Julia folgte Opas Rat

Die junge Eltmannerin hat von der Aktion "Könner durch Er-fahrung" profitiert - und gewonnen.
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Julia Stapf aus Eltmann nahm letztes Jahr am Fahrfertigkeitstraining "Könner durch Er-fahrung" der Kreisverkehrswacht Haßberge teil und fühlt sich heute mit ihrem Auto viel sicherer im Straßenverkehr.
Julia Stapf aus Eltmann nahm letztes Jahr am Fahrfertigkeitstraining "Könner durch Er-fahrung" der Kreisverkehrswacht Haßberge teil und fühlt sich heute mit ihrem Auto viel sicherer im Straßenverkehr.
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Von dem Programm "Könner durch Er-fahrung" der Kreisverkehrswacht Haßberge könnte jeder Fahranfänger profitieren. Doch obwohl im letzten Jahr rund 1000 Führerscheinneulinge eingeladen waren, nahmen nur 79 von ihnen an den vier Kursen teil. Daher gab es bei der Auftaktveranstaltung für 2017 in der Sparkassengalerie in Haßfurt einen Appell der Verantwortlichen an die Jugend, sich zum Kurs "Könner durch Er-fahrung" anzumelden. Hinter dem Programm stehen im Landkreis die Kreisverkehrswacht, die Polizei, die Sparkasse Ostunterfranken, die Stadt Haßfurt und der Landkreis.

Dass die Teilnahme sinnvoll ist und Spaß macht, berichtete die 19-jährige Julia Stapf aus Eltmann. "Ich wollte erst gar nicht mitmachen", sagte sie. "Weil aber mein Opa, der früher bei der Polizei in Haßfurt arbeitete, und mein Vater großen Wert darauf legten, habe ich mich schließlich doch angemeldet und es nicht bereut." In dem theoretischen und praktischen Kurs habe sie viel gelernt. "Am Anfang habe ich mich sehr unsicher gefühlt und daran gezweifelt, dass ich die Übungen schaffe. Aber am Ende ging's doch, und ich war begeistert", sagte sie weiter. "Jetzt fühle ich mich viel sicherer!"

Sowohl der Vorsitzende der Kreisverkehrswacht, Tilman Fischer, als auch der stellvertretende Landrat Oskar Ebert und Haßfurts Bürgermeister Günther Werner betonten, wie wichtig das Programm "Könner durch Er-fahrung" ist. "Wenn man den Führerschein bekommt, denkt man, man ist der King. Aber man merkt schnell, dass einem die Erfahrung fehlt", sagte Ebert. "Daher ist das Programm der Kreisverkehrswacht, in dem man vieles ausprobieren und trainieren kann, so wichtig." Die zehn Euro, die eine Teilnahme koste, seien sehr gut angelegt.
Günther Werner hatte selbst als junger Mann ein Fahrsicherheitstraining der Berufsgenossenschaft absolviert und davon profitiert. Zumal er auch einen zehnprozentigen Rabatt auf die Kfz-Versicherung erhalten hat. "Ruht Euch nicht auf Euren Lorbeeren aus, sondern entwickelt Eure Fahrsicherheit weiter", sagte er zu den ausgewählten acht Teilnehmern des letzten Jahres, die bei der Auftaktveranstaltung Preise erhielten.

"Ich habe die Kurse ,Könner durch Er-fahrung‘ zehn Jahre geleitet und ich habe es gerne getan", sagte Polizeihauptkommissar Manfred Stühler, der im April in den Ruhestand geht. "Aber es war enttäuschend, dass sich nur so wenige Fahranfänger daran beteiligt haben." Die Unfallzahlen sprächen gegen die Einschätzung der Jugendlichen, dass sie alles könnten.


Vom Können noch weit entfernt

Sein Nachfolger, Polizeihauptkommissar Stefan Scherrer, ergänzte: "Wer seinen Führerschein erhält, hat lediglich die Erlaubnis, ein Auto zu fahren, bekommen. Vom Können ist er aber noch weit entfernt."

Durchschnittlich dauere es zehn Jahre, bis man ein guter Autofahrer sei. Eine Teilnahme an dem Fahrsicherheitstraining könne diese Zeit auf zwei, drei Jahre verkürzen. 18- bis 25-jährige Autofahrer hätten immerhin ein acht Mal so hohes Risiko, zu verunglücken, als 25- bis 60-jährige Autofahrer. Den Teilnehmern 2016 riet er: "Schaltet Euer Gehirn beim Fahren ein und achtet auf alle Verkehrsteilnehmer nach dem Motto: Obacht geben, länger leben."

Für das Programm "Könner durch Er-fahrung" machte sich auch Silke Brochloß-Gerner von der Sparkasse stark. "Es geht darum, Erfahrung zu sammeln, um sein eigenes fahrerisches Können zu verbessern", sagte sie. Die Altersgruppe der Fahranfänger repräsentiere zwar nur acht Prozent der Bevölkerung; doch seien 22 Prozent der Unfalltoten junge Fahrer.


Acht Gewinner

Aus den 38 männlichen und 41 weiblichen jungen Fahranfängern waren acht Gewinner gezogen worden, die nun Preise erhielten. Julia Stapf und Peter Genslein aus Eltmann, Julius-Konstantin Meier und Anna Wengel, beide aus Rauhenebrach, Hendrik Neumer aus Zeil, Sarah Leidner aus Riedbach, Jonathan Hafenecker aus Maroldsweisach sowie Elena Johanydes aus Sand freuten sich über ein Navigationsgerät, TÜV- und AU-Gutscheine, Wagenheber sowie eine Kühlbox und anderes.
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