Ebern
Windpark-Projekte

Jetzt kommt es im Eberner Stadtrat zu Turbulenzen

Eberns Freie Wähler fordern mehr Informationen und Bürgerversammlungen in einigen Ortschaften.
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Mit Protestplakaten machen seit einigen Tagen auch Bürger von Eichelberg (unser Bild) und Reutersbrunn ihrem Unmut über den möglichen Bau von vier Windrädern im Bürgerwald Luft. Im Hintergrund: der Tonberg. Foto: Ralf Kestel
Mit Protestplakaten machen seit einigen Tagen auch Bürger von Eichelberg (unser Bild) und Reutersbrunn ihrem Unmut über den möglichen Bau von vier Windrädern im Bürgerwald Luft. Im Hintergrund: der Tonberg. Foto: Ralf Kestel
Während im Gemeinderat von Kirchlauter am Dienstagabend erneut heftige Kritik an den Pläne geübt und sogar ein Rechtsanwalt eingeschalten wurde, der Gemeinderat von Pfarrweisach seine bisherige Haltung überdachte, herrscht im Eberner Stadtrat Funkstille in Sachen Windparkpläne im Bürgerwald und auf der Lichtensteiner Höhe. Dies beklagt der Heubacher Stadtrat Thomas Limpert (Freie Wähler) in einem Schreiben an den amtierenden Bürgermeister Harald Pascher (FDP). Darin mahnt Limpert Bürgerversammlungen in Reutersbrunn, Eichelberg, Eyrichshof und Kurzewind an, die zeitnah angesetzt werden sollten.

Limpert beschwert sich in seinem Brief, der (noch?) keinen Antrag auf eine erneute Behandlung des Themas "Windpark auf dem Tonberg im Bürgerwald" im Stadtrat darstellt, dass "wir Stadträte von immer mehr Leute auf das Thema angesprochen werden, da viele Bürger Klage darüber führen, dass sie zum Thema nicht gehört werden. Limpert: "Die Menschen fühlen sich im Stich gelassen."

Was ihn, Limpert, dabei persönlich ärgert, dass er Bürgerversammlungen in Eichelberg und Reutersbrunn bereits eingefordert hat, so auch in der Sitzung des Hauptausschusses am 19. Juli. "Vom Ersten Bürgermeister kam aber keine spürbare Reaktion. Zumindest einen Termine hätte er vor seinem Urlaub schon festsetzen können."

Der FWE-Fraktionssprecher blickt zurück und verweist auf die Tatsache, dass der Stadtrat bereits am 9. Juni erste richtungsweisende Grundsatz-Entscheidungen zum Windpark im Bürgerwald getroffen habe. "Seither hätte durchaus die Möglichkeit bestanden, für die Betroffenen eine entsprechende Veranstaltungen anzusetzen."

Im Juni sprach sich der Stadtrat mehrheitlich dafür aus, beim Kreistag eine Herausnahme der ausgewählten Standorte im Bürgerwald aus dem Landschaftsschutzgebiet zu beantragen. Gleichzeitig wurde eine Änderung des Flächennutzungsplan und die Aufstellung eines Bebauungsplan in Auftrag gegeben, womit schon Kosten verbunden sind.

Sollten Terminfestlegungen nicht unmittelbar nach der Rückkehr Hennemanns - er tritt am Freitag wieder seinen Dienst an - erfolgen, droht der Heubacher damit, eine Bürgerversammlung über die Geschäftsordnung des Stadtrates einzufordern.

Derweil liefert die Protest-Initiative "Naturpark statt Windpark am Tonberg" aktuelle Informationen zum Stand des Verfahrens aus ihrer Sicht. Am morgigen Donnerstag findet um 19.30 Uhr im Marktsaal in Rentweinsdorf eine Versammlung statt, bei der es vorrangig um die Auswirkungen des möglichen Windparkprojektes auf dem Tonberg für Rentweinsdorf, Salmsdorf und die umliegenden Ortschaften geht.

Im Internet läuft auch eine Online-Abstimmung der Bürgerinitiativen aus Kirchlauter und Buch, mit der der Eberner Stadtrat zum Umdenken nach Pfarrweisacher Vorbild aufgefordert wird. Bei 290 Teilnehmer an der Abstimmung sprechen sich 91 Prozent dafür aus, dass der Eberner Stadtrat dis bisherigen Pläne stoppt.

Der Gemeinderat von Kirchlauter lehnte am Dienstagabend mit 12:0 Stimmen die Herausnahme von Teilen des Haßwaldes-Süd aus dem Naturpark ab. Den Katalog an Argumenten der Verwaltung, die gegen die Windräder auf dem Tonberg sprechen, ergänzte noch die CSU-Fraktion, etwa mit Aspekten des Brandschutzes und dem Mangel an Löschwasser.

Gleichzeitig wurde ein Würzburger Rechtsanwalt beauftragt, die Ablehnung juristisch entsprechend auszuarbeiten, wofür bis zu 10 000 Euro bereit gestellt werden. Auch ein Vogelgutachten, das zwischen 20 000 und 30 000 Euro kostet, wird in Betracht gezogen, wenn sich bei der nächsten Versammlung der GUT oder der Abstimmung im Kreistag die Argumente aus Kirchlauter nicht durchsetzen.
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