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Gesundheitsversorgung

Haßberg-Kliniken: Der schwierige Weg aus der Krise

Die Haßberg-Kliniken machen seit Jahren Verluste. Nun traf sich der Kreistag zu einer nichtöffentlichen Sitzung. Die Suche nach Lösungen läuft.
Über den Haßberg-Kliniken (hier das Haus in Haßfurt) ziehen dunkle Wolken auf. Foto: René Ruprecht
 
von ANDREAS LÖSCH
Wie es mit den Haßberg-Kliniken konkret weitergeht, vermag niemand zu sagen. Rosig sind die Aussichten derzeit allemal nicht: Keines der drei Häuser an den Standorten Haßfurt, Ebern und Hofheim macht Gewinn, wie bei einer Pressekonferenz am Montagabend im Landratsamt erklärt wurde. Schließungen drohen.

Landrat Wilhelm Schneider (CSU) hatte Medienvertreter eingeladen, nachdem der Kreistag des Landkreises Haßberge zu einer außerordentlichen, nichtöffentlichen Sitzung am Nachmittag zusammengekommen war. An der Pressekonferenz nahmen auch Stephan Kolck, Vorstandsvorsitzender der Haßberg-Kliniken, und Wilfried Neubauer, Vorstand der Haßberg-Kliniken, teil.


Ausführlich informiert

Zwar hat das Kreistags-Gremium keine Befugnis, über mögliche Maßnahmen in Bezug auf eine Umstrukturierung der Krankenhäuser zu entscheiden (dies ist Aufgabe des Verwaltungsrates der Haßberg-Kliniken), allerdings ging es laut Landrat Schneider darum, die Kreisräte ausführlich über die Situation an den drei Häusern zu informieren. Denn die Kreisräte würden im Zuge der öffentlichen Diskussion um die geplante Schließung des Hauses Hofheim sowie der Geburtsklinik in Haßfurt häufig von Bürgern angesprochen und hätten nun eine bessere Grundlage, um in der Thematik Erklärungen abgeben zu können.


Die Entwicklung abwarten

In Bezug auf die angedachten Sparmaßnahmen hat der Landrat davon gesprochen, dass eine Entscheidung in der kommenden Sitzung des Verwaltungsrates am 6. Juni verfrüht wäre. Man wolle angesichts der öffentlichen Debatte und der positiven Wahrnehmung der Haßberg-Kliniken durch zahlreiche Medienberichte die Entwicklung noch abwarten. So könnte etwa daraus resultieren, dass sich wieder mehr werdende Mütter für eine Entbindung in Haßfurt entscheiden. Denn, wie Wilfried Neubauer, erklärte: "Für 370 Geburten den Dienst rund um die Uhr aufrecht zu erhalten", das sei wirtschaftlich nicht zu rechtfertigen.

Die jährliche Geburtenzahl müsste den Verantwortlichen zufolge um rund 200 steigen. Dadurch ließe sich das Defizit der Geburtsklinik, das Landrat Schneider mit etwa 600 000 Euro bezifferte, recht gut abfedern. Das ebenfalls von der Schließung bedrohte Krankenhaus Hofheim hat laut Stephan Kolck im Jahr 2015 etwa 220 000 Euro Defizit verursacht. Die Anzahl der belegten Betten mit derzeit 16 bis 17 habe sich in einem Zeitraum von zehn Jahren halbiert. "Die Zahlen sind zu niedrig", sagte Neubauer. Deswegen wolle man nun die ambulante Schiene ausbauen. Außerdem soll dort künftig ein Frauenarzt Sprechstunden halten, denn "es gibt in Hofheim bislang keine Frauenärzte".

Auf die Frage, ob eine Schließung der Geburtshilfe in Haßfurt nicht gar eine Abwärtsspirale für die gesamte Klinik nach sich ziehen würde, erklärte Landrat Schneider, dass man auch solche Überlegungen einfließen lasse. "Wenn wir das rein wirtschaftlich sehen würden, bräuchten wir uns keine Gedanken machen." Die Hebammenstation sei sicherlich ein Aushängeschild der Haßberg-Kliniken, so Schneider. Neubauer wollte die Geburtsstation nicht als "das" Aushängeschild der Kliniken bezeichnen, da man damit den anderen Abteilungen nicht gerecht würde.


Es geht nicht rein ums Geld

Bei der Pressekonferenz wurde auch deutlich, dass man die Haßberge-Kliniken im Gesamten betrachten müsse und man nach Lösungen suchen wolle, wie man das Gesamtdefizit von fast drei Millionen Euro 2015 reduzieren könne. Es ginge nicht allein ums Geld, hieß es außerdem, der Landkreis sei hier nicht auf Profit aus. Es sind laut Stephan Kolck auch Entscheidungen getroffen worden, die man nicht aus wirtschaftlichen Gründen gefällt hat, sondern weil man eine gute Gesundheitsversorgung in einem großflächigen Landkreis anbieten wollte. So gebe es zum Beispiel zwei Intensivstationen mit sechs und fünf Betten - eine in Haßfurt, eine in Ebern. "Wenn wir das an einem Standort gebaut hätten, wäre das deutlich wirtschaftlicher."

In etwa drei bis vier Monaten wird sich laut Landrat Schneider zeigen, ob sich zum Beispiel im Falle der Geburtsstation eine positive Entwicklung abzeichnet. Weitere Maßnahmen und Umstruktierungsmöglichkeiten in Hinblick auf alle Häsuer werde man diskutieren und ausarbeiten. "Ich spreche gar nicht mehr von einer schwarzen Null", sagte der Landrat. Dies sei das ursprüngliche Ziel gewesen.


So nicht zumutbar

Aber die derzeitige Situation sei den Landkreiskommunen, die über die Kreisumlage mitbelastet werden müssten, nicht zumutbar. "2016 sind die Gewinnerträge aufgebraucht", sagte Schneider. Dann würden bis 2020 rund 18 Millionen Euro Defizit durch die Haßberg-Kliniken auflaufen.

zum Thema "Geburtenstation Haßfurt"



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