Haßfurt
Prozess

Promillesünder vor Gericht in Haßfurt: "Habe gerechte Strafe verdient"

Vor dem Gericht in Haßfurt stand ein reuiger Promillesünder. An Fahrverbot und Geldbuße führt kein Weg vorbei.
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Reuig zeigte sich ein Angeklagter im Prozess im Amtsgericht Haßfurt Foto: Archiv
Reuig zeigte sich ein Angeklagter im Prozess im Amtsgericht Haßfurt Foto: Archiv
Im Gerichtssaal des Haßfurter Amtsgerichts konnte man einen selten einsichtigen, reuigen und besonnenen Angeklagten erleben, der seine Trunkenheitsfahrt so sieht: "Ich weiß, dass ich mich falsch verhalten und eine gerechte Strafe verdient habe." Sein Einspruch gegen einen Strafbefehl des Staatsanwalts gründete sich auf der vagen Hoffnung, dass das Gericht im Prozess das ausgesprochene Fahrverbot vielleicht geringfügig reduzieren würde. Nachdem ihm die Amtsrichterin Ilona Conver in dieser Hinsicht mit Hinweis auf die gängigen "Tarife" bei solchen Massendelikten "den Zahn gezogen hatte", nahm er seinen Einspruch zurück.

Die Alkoholfahrt ereignete sich in der Nacht vom 29. auf den 30. Oktober vergangenen Jahres. Der in einem Dorf im Grabfeldgau lebende junge Mann hatte sich an dem vorangegangenen Abend mit einigen Kumpels im privaten Rahmen getroffen. Die kleine Gruppe alter Freunde aus der Schulzeit trifft sich vielleicht zwei- bis dreimal jährlich, um den Kontakt miteinander nicht einschlafen zu lassen.

"Normalerweise" erklärte der ruhig und überlegt wirkende Arbeiter, bleibe er nach diesen geselligen Abenden, bei denen man auf das Zusammentreffen und die alten Zeiten fröhlich anstoße, immer bei dem jeweiligen Gastgeber über Nacht und fahre erst am nächsten Morgen ausgeschlafen und nüchtern zurück. Warum er diesmal anders gehandelt hatte, konnte - oder wollte? - er nicht sagen. Jedenfalls landete er mit seinem Opel auf der Bundesstraße 279 bei Ermershausen im Graben.


Wirtschaftlicher Totalschaden

An dem älteren Fahrzeug entstand mit 1500 Euro ein wirtschaftlicher Totalschaden. Der Fahrer, der sich alleine im Auto befunden hatte, kam mit leichteren Schnittverletzungen davon. Erst einmal, muss man sagen, denn tags darauf verspürte er doch stärkere Schmerzen und ging nach Haßfurt ins Krankenhaus. Dort stellten die Ärzte ein Schleudertrauma und eine Gehirnerschütterung fest.

Zurück zu dem Unfall. Von dem im Straßengraben liegenden Wagen erfuhr die Polizei telefonisch über eine andere Autofahrerin, die an der Unfallstelle vorbeifuhr und das Kennzeichen durchgab. Da die Beamten den Unfallverursacher nicht mehr am Tatort antrafen, begaben sie sich zu dessen Wohnung. Dort stellten die Uniformierten rasch fest, dass Alkohol im Spiel war. Sie brachten den Verkehrssünder ins Eberner Krankenhaus, wo eine um kurz nach drei Uhr in der Nacht abgenommene Blutprobe 1,55 Promille ergab.


Zehnmonatiges Fahrverbot

Bei diesem Sachverhalt, klärte die Richterin den Mann auf, sei eine Geldstrafe von 40 Tagessätzen à 40 Euro, also 1600 Euro, verbunden mit einem zehnmonatigen Fahrverbot "fast schon ein Schnäppchen." Sie schenkte den Beteuerungen des Betroffenen, dass er den "Lappen" unbedingt für die Fahrt zu seiner Arbeitsstelle brauche, durchaus Glauben. Aber schon aus Gründen der Gleichbehandlung mit anderen Alkoholsündern, erwiderte sie, könne sie keine Ausnahme machen. Daraufhin sah der Mann ein, dass sein Ansinnen fruchtlos war, und nahm den Einspruch zurück. Der Strafbefehl ist damit rechtskräftig.
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