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Bier

Geschmack zählt, nicht der Alkohol

Der Bierkonsum geht zurück und die Brauereien werden immer weniger. Im Landkreis Haßberge gibt es neben zehn gewerblichen Brauereien noch neun Kommunbrauhäuser. Doch die Hausbrauer, die sich zum Tag des Bieres in Junkersdorf (Gemeinde Pfarrweisach) trafen, setzen auf Qualität. Auch ein reduzierter Alkoholgehalt ist denkbar.
In Junkersdorf steht eines von neun Kommunbrauhäusern im Landkreis, die noch in Betrieb sind.  Foto: Kaufmann
 
"Leichte Sommerwürze, wenig Kohlensäure, leicht untergärig", urteilt der Tester fachmännisch nach wenigen Schlucken. Was klingt wie eine Weinverkostung , ist in Wahrheit das mittlerweile zweite Treffen der Kommunbrauhausbrauer im Landkreis Haßberge: Hier wird Bier noch bewusst genossen.

Nach der Premiere im vergangenen Jahr in Dörflis hat man sich im Kommunbrauhaus der Junkersdorfer getroffen, das rund 200 Jahre alt ist und vor bald zwölf Jahren nach gründlicher Renovierung zu seiner ursprünglichen Nutzung zurückfand. Etwa fünf Mal im Jahr wird hier gebraut, daneben findet alle zwei Jahre ein Braufest statt.

Neun aktive Kommunbrauhäuser gibt es im Haßbergkreis, eine bemerkenswerte Zahl angesichts der nur zehn gewerblichen Brauereien, die den Hausbrauern gegenüberstehen. "Es gibt leider ein Brauereisterben", bedauert Norbert Hümmer, Kommunhausbrauer aus Neubrunn: "In Deutschland wird mehr Kaffee getrunken, als Bier - das ist eigentlich eine Schande!"


Ein edles Kulturgut


Die Kommunhausbrauer, die bei ihrem Treffen angeregt über Zutaten, Stammwürze und Kohlensäuregehalt fachsimpeln, schätzen den edlen Gerstensaft als Kulturgut. "Das muss nichts mit Saufen zu tun haben", betonen sie. Im Gegenteil, regt Norbert Hümmer an: "Wir sollten zwar in unserem Land mehr Bier trinken, aber weniger Alkohol". Die Zukunft auch der Kommunhausbrauer liege möglicherweise auch in alkoholreduzierten Sorten - wichtig ist ohnehin nur der Geschmack. Und der überzeugt, mit seinem süffigen Lauf und der untergärigen Würze, "typisches Kommunbrauhausbier" eben, da sind sich die passionierten Brauer einig.

Sechs verschiedene Fässer sind aufgereiht im urigen Kommunbrauhaus in Junkersdorf, selbst gebrautes Bier aus Buch, Dörflis, Unfinden, Eckartshausen, Ueschersdorf und Junkersdorf, ein Anblick, bei dem einem das Herz aufgeht. Die müssen durchprobiert werden, ganz klar, und zum Glück sind für die eifrigen Tester eigens Fahrer organisiert worden. Jeder erklärt vor dem Anstich die Besonderheiten "seines" Bieres, getrunken wird hier nämlich mit Bedacht und Verstand.


Immer neue Geschmackserlebnisse


Hopfen und Malz, Hefe und Wasser - mehr ist weder nötig noch zulässig, und doch kommen so individuelle und faszinierend vielseitige Geschmacksrichtungen heraus, die auch die Brauer selbst immer wieder überraschen: "Kein Bier schmeckt wie das andere", erklären sie, selbst bei ein und demselben Brauer mit dem immergleichen Rezept kommen verschiedene Geschmackserlebnisse heraus.

Passend zum "Tag des Bieres" am Freitag sind die Brauer am Samstag zusammen gekommen, sie kennen sich zwar nicht, doch das Bier verbindet.

Das Faszinierende der alten Handwerkstradition, der Austausch über Techniken, Fertigkeiten und Rezepturen, das alles rückt die Bierliebhaber von Brünn über Höchstädten, Königsberg bis Eckartshausen einander näher.

Die Leidenschaft zieht ihre Kreise, in Höchstädten soll vielleicht schon bis Ende des Jahres das bis dato kleinste der Brauhäuser mit 50 Quadratmetern Grundfläche entstehen.

Auch dies ist ein Grund für die rund 30 Brauer (darunter auch eine Frau) auf die Bierbraukunst kräftig anzustoßen: Hopfen und Malz, Gott erhalt's uns und den Kommunhausbrauern noch eine lange und genussreiche Zeit!



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