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Immobilien

Gemeindehaus wird nicht verkauft

Die Gemeinde Sand wird das frühere Gemeindehaus nun doch nicht verkaufen. Es soll quasi als Notunterkunft erhalten bleiben.
Das Gemeindehaus in Sand soll nun doch nicht verkauft, sondern als mögliche Obdachlosenunterkunft hergerichtet werden. Fotos: Alfons Beuerlein
 
von ALFONS BEUERLEIN
Das Gemeindehaus in Sand soll nun doch nicht verkauft werden. Damit machte der Gemeinderat seinen im Februar 2016 gefassten Beschluss rückgängig. Der Punkt "Verkauf oder andere Nutzung des Gemeindehauses" sollte nichtöffentlich behandelt werden. Auf Antrag von Gemeinderat Heinrich Schmitt wurde er in den öffentlichen Teil vorgezogen.
Wie Bürgermeister Bernhard Ruß (SPD) ausführte, hatte ein Kaufinteressant kurzfristig abgesagt. Die Gemeinde habe die Immobilie dann dem nächsten Bewerber angeboten. Das Haus hätte sich zur Unterbringung von Asylbewerbern geeignet, da sich aber die Strategie von Bund und Land bei der Unterbringung von anerkannten Flüchtlingen geändert hat, müsse man nun abwägen, meinte Ruß, ob die Gemeinde am Verkauf festhalten soll oder über eine andere Nutzung nachdenken sollte. Er erinnerte an die gesetzliche Verpflichtung auf Bereithaltung einer Obdachlosenunterkunft.


Obdachlosenunterkunft

Die Diskussion im Sander Gemeinderat drehte sich um den Aufwand, das Gemeindehaus als Obdachlosenunterkunft herzurichten. Einig war man sich darin, dass eine Renovierung viel Geld verschlingen würde. Für eine Obdachlosenunterkunft gelten allerdings geringere Standards als für eine Mietwohnung. Strom, Wasser, Heizung (Einzelöfen), Kochgelegenheit, Gemeinschaftsdusche und WC sind ja im Gemeindehaus vorhanden.


Der Bauhof prüft

Der Gemeinderat beschloss die Rücknahme des Verkaufsbeschlusses und gab der Verwaltung auf, für eine Renovierung nach Fördermitteln zu suchen. Nun soll erst einmal der Bauhof die Immobilie überprüfen, eventuell Schäden am Dach und kleinere Mängel beheben.
Das Gremium befasste sich mit drei Anträgen der Gemeinderatsfraktion Freie Sander Bürger (FSB): Zum einen ging es um Erdablagerungen im Bebauungs-planbereich "Zehentwörth II". Bernhard Ruß berichtete, dass die Gemeindeverwaltung sofort, nachdem sie von den Erdablagerungen Kenntnis erhalten hatte, mit der Grundstückseigentümerin Kontakt aufnahm. Diese erklärte, dass der Boden zur Rekultivierung mehrerer Bauplätze verwendet werden soll. Der Boden werde nur zwischengelagert. Das Landratsamt forderte die Grundstückseigentümer auf, die Erde zu entfernen, was die Eigentümerin zusicherte.
In diesem Zusammenhang stellte Jörg Kümmel den Antrag, dass die Gemeinde bei einer eventuellen von Landratsamt genehmigten nachträglichen Auffüllung der Grundstücke im "Zehentwörth II" keine Retentionsflächen (Ausgleichsflächen) zur Verfügung stellt. Diesem Antrag stimmte der Gemeinderat zu. Im zweiten Antrag baten die FSB um eine Stellungnahme aus dem Sachgebiet Abfallrecht am Landratsamt zum "Zehent-wörth II". Bürgermeister Ruß berichtete, dass die Gemeinde keine Rückmeldung erhalten hatte. Auf Anfrage erfuhr man, dass es keine Einwände zum "Zehentwörth II" mehr gebe.


Kontrollgerät ist repariert

Im dritten Antrag forderten die FSB, die gemeindliche Geschwindigkeitsmessanlage wieder in Betrieb zu nehmen und über Schwerpunkte für Geschwindigkeitskontrollen die Polizei zu informieren. Dazu berichtete Ruß, dass die Messanlage defekt war, inzwischen aber repariert ist. Derzeit ist sie in der Zeiler Straße im Einsatz. Die Verwaltung habe früher schon mehrfach bei der Polizei in Haßfurt um Geschwindigkeitskontrollen gebeten. Die Auskunft war immer gleich: Solche Kontrollen erfolgen nur an unfallträchtigen Gefahrenstellen.
Bei der Sitzung legte der Bürgermeister dem Gemeinderat die aktuelle Bedarfsplanung vor, weil ein Förderantrag zur Erweiterung des Kindergartens St. Nikolaus im Raum steht.
Ruß zählte auf, dass St. Martin derzeit vier Kinder unter drei Jahren und 32 Kinder über drei Jahren beherbergt. In den Kindergarten St. Nikolaus gehen 26 Kinder unter drei Jahren und 42 Kinder über drei Jahre. Zusammen werden somit in Sand 30 Kinder unter drei und 74 Kinder über drei Jahren betreut. Auswärts sind jeweils vier Sander Kinder unter und über drei Jahren untergebracht. Somit werden praktisch alle über dreijährigen Sander Kinder und etwa 35 Prozent der Kinder unter drei Jahren in Kindergärten betreut.


Hoher Bedarf bleibt

Ferner werden im Mittel der letzten sechs Jahren 26 Kinder pro Jahr geboren. Rein rechnerisch ergibt sich ein Bedarf von 78 Plätzen für Kinder über drei Jahren und von 27 Plätzen für Kinder unter drei Jahren.
Bei der Betreuungsquote für Kinder unter drei Jahren gab es stete Zunahme: 2011/12 wurde die erste Krippengruppe eingerichtet, heute gibt es eine zweite Krippengruppe. Laut Ruß sind in beiden Krippengruppen zum Ende des laufenden Kindergartenjahres 2017/18 nur noch drei Plätze frei. Vor diesem Hintergrund rechnet der Bürgermeister mit einer dritten Kinderkrippe - auch weil es mehr Wohngebiete gibt.
Im Kindergarten St. Martin gibt es zwei Gruppen, die 50 Kinder über drei Jahre betreuen können; in St. Nikolaus stehen in zwei Kinderkrippen insgesamt 24 Plätze für Kinder unter drei Jahren und zwei Gruppen mit insgesamt 50 Plätze für über Dreijährige zur Verfügung. Eine der Gruppen ist derzeit aufgrund einer befristeten Ausnahmegenehmigung im Mehrzweckraum (Turnraum) untergebracht.
Nach dem Bedarfsplan ergibt sich die Notwendigkeit auf drei Kinderkrippen-Gruppen sowie vier Gruppen für Kinder zwischen drei und sechs Jahren.
Drei Kinderkrippen- und zwei Kindergartengruppen werden in St. Nikolaus (bestehender Kindergarten und Erweiterung im Pfarrgarten/-haus) untergebracht, zwei Gruppen in St. Martin.
Der Gemeinderat folgte dieser Darstellung und beschloss, eine weitere Kinderkrippe mit zwölf Betreuungsplätzen zu schaffen.
Die Voraussetzung für die Errichtung von zwei weiteren Kinderkrippen ist gegeben: Die beiden Krippen sollen auf dem Gelände des Pfarrgartens und im ersten Geschoss des Pfarrhauses untergebracht werden. Sie sollen organisatorisch in den Kindergarten St. Nikolaus eingegliedert werden. Somit ergäben sich für St. Nikolaus eine Krippengruppe, zwei Kindergartengruppen sowie im Pfarrhaus und Erweiterungs-Anbau im Pfarrgarten zwei Kinderkrippen.
Wegen des Raumprogramms hat die Gemeindeverwaltung Kontakt mit der Regierung von Unterfranken aufgenommen. Laut Ruß versucht Sand, an Fördermittel aus dem Sondervermögen "Kinderbetreuungsausbau" des Bundes zu kommen.

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