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Region  // Haßberge

Strafprozess

Für Tabak-Klau fast in den Knast

Eine 35-jährige Frau hatte Glück. Obwohl sie schon mehrfach gestohlen hatte und unter laufender Bewährung stand, beließ es das Amtsgericht in Haßfurt bei einer Geldstrafe. Beim nächsten Mal wird es aber eng, warnte die Richterin.
Das Haßfurter Amtsgericht. Foto: FT-Archiv
 
von MANFRED WAGNER
Wäre es nach dem Willen der Staatsanwaltschaft gegangen, hätte die 35-jährige Frau wegen geklauter Tabakwaren im Wert von 19,20 Euro für drei Monate hinter Gitter gemusst. Das - noch nicht rechtskräftige - Urteil von Strafrichterin Ilona Conver fiel erheblich milder aus: Mit einer Geldstrafe von 80 Tagessätzen á zehn Euro, also summa summarum 800 Euro, kam die Angeklagte bei einem Strafprozess am Amtsgericht Haßfurt glimpflich davon.

"Wenn es zum Monatsende hin geht", erläuterte die Arbeitslose auf Nachfrage, "wird es oft eng." So war es auch heuer am 25. Februar kurz nach der Mittagszeit, als die Angeklagte in einen Markt im Maintal ging. Mit einer kleinen Summe an Bargeld betrat sie das Geschäft. Sie nahm ein paar Artikel aus den Regalen, ging damit zur Kasse und legte die Waren aufs Band. Sie wusste, dass ihr Geld für den Tabak nicht reichen würde.

Aber die Versuchung - oder die Sucht? - war zu groß und die Raucherin ließ in einem scheinbar unbeobachteten Moment die Zigarettenschachteln in ihrer Tasche verschwinden. Doch sie hatte Pech, denn der erfahrene Marktleiter hatte alles genau gesehen. Noch auf dem Gelände des Marktes wurde sie gestellt und die Polizei gerufen. Wie üblich in solchen Fällen erstattete der Marktleiter sofort Anzeige wegen Diebstahls.

Geständnis

Vor Gericht gab die zweifache Mutter alles ohne Umschweife zu und ihr Pflichtverteidiger Willy Marquardt verlas eine vorbereitete Stellungnahme. Demzufolge steht seine Mandantin unter einer gerichtlich verfügten Betreuung, weil sie psychisch angeschlagen ist. Hintergrund ist wohl auch ein langjähriger Drogenmissbrauch. Die Angeklagte muss laufend Medikamente nehmen und befindet sich in ambulanter medizinischer Behandlung.

Auch in Sachen Vorstrafen ist sie kein unbeschriebenes Blatt: Den Bundeszentralregisterauszug "zieren" bereits fünf Einträge. Schon dreimal stand sie vor dem Kadi, weil man sie beim Klauen erwischt hatte. Was ihr Ilker Özalp seitens der Anklagebehörde besonders ankreidete, war die Tatsache, dass sie zur Tatzeit unter laufender Bewährung stand. Aus diesem Grund und weil er zudem keine günstige Sozialprognose erkennen konnte, hielt der Vertreter der Anklage eine erneute Geldstrafe für nicht ausreichend.

Ihr Anwalt plädierte dagegen auf eine geringe Geldstrafe von 60 Tagessätzen á fünf Euro. Der Richterspruch fiel etwas höher aus. Allerdings sah die Amtsrichterin von einer Freiheitsstrafe ab. Ihrer Urteilsbegründung war zu entnehmen, dass bei der Strafzumessung die psychische Erkrankung der Frau berücksichtigt worden sei. Aber beim nächsten Vorfall, so machte die Gerichtsvorsitzende deutlich, gebe es kein Pardon mehr.


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