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Jubiläum

BN-Kreisgruppe Haßberge ist immer im Dienst der Natur

Seit vier Jahrzehnten besteht der Bund Naturschutz im Landkreis Haßberge. Die Kreisgruppe feierte und blickte zurück.
Eine Jubiläumslinde für die Kreisgruppe des Bund Naturschutz im Landkreis Haßberge: Gern hätten die Naturschützer zusammen mit den Gästen aus der Politik ihren Baum gepflanzt. Doch war das Loch zu groß gebuddelt und so musste der Baum noch etwas auf den Wurzelschlag warten. Die Linde soll den Kindern auf dem neu angelegten Spielplatz in der Alten Kaserne in einigen Jahren Schatten spenden. Fotos: Johanna Eckert
 
von JOHANNA ECKERT
Seit 40 Jahren ein Herz für die Natur: Die Kreisgruppe Haßberge des Bund Naturschutz (BN) feierte am Sonntag auf dem ehemaligen Kasernengelände ihr 40-jähriges Bestehen. Vor allem Kommunalpolitiker verschiedenster Couleur gratulierten zur langjährigen engagierten Arbeit der Naturschützer im Landkreis.

"1700 Mitglieder hat unsere Kreisgruppe derzeit. Natürlich sind das nicht alles Aktive", sagte Vorsitzender Klaus Mandery, der mit anderen Naturschützern ein Tagesprogramm von Wanderung durch den ehemaligen Standortübungsplatz über Luftballonweitflug bis hin zu kulinarischen Genüssen vorbereitet hatte.

Am 29. April 1976 gründete sich die Kreisgruppe des Bund Naturschutz in Hofheim. "Der Landkreis Haßberge war einer der letzten Landkreise in Bayern ohne BN-Kreisgruppe", informierte Festredner Hubert Weiger. "Wahrscheinlich war es ein Konfliktpotenzial zwischen Naturschützern und Landwirten", skizzierte Mandery die damalige Tatsache, dass sich die Kreisgruppe in Hofheim gründete.

"Wir konnten von damals nicht mehr so arg viel in Erinnerung bringen", so Mandery, "aber das ist ja nicht so wichtig. Es ist entscheidender, was man daraus macht."

Klaus Mandery aus Ebern ist übrigens wie Jörg Röder, der mittlerweile Ehrenvorsitzender ist, seit Anfang an bei der Kreisgruppe aktiv dabei. Daraus gemacht und für Dinge gekämpft haben die Naturschützer in den letzten 40 Jahren allerhand: Ganz eindrucksvoll hat die Kreisgruppe Spuren im ehemaligen Kasernengelände in Ebern hinterlassen.

2006 gründete sich aus der Kreisgruppe heraus das Institut für Biodiversitätsinformation (IfBI), das nun schon seit mehreren Jahren seine Heimat in einem der Bundeswehrgebäude hat. Von dort aus wurden die Populationen von Kriech- und Flugtieren rund ums Eberner Käppele erforscht und Arbeitsplätze geschaffen, der GEO-Tag der Artenvielfalt organisiert und Flüchtlinge in den Naturschutz integriert.

"Danke für euren Einsatz in den letzten Jahren. Ich freue mich auf die nächsten Jahre, denn es gibt noch einige Zukunftsvisionen", sagte Eberns Bürgermeister Jürgen Hennemann (SPD).


Ziele fest im Blick

Was soll noch kommen? "Eine erfolgreiche Konversion ohne Motorsport, 100 Prozent Nutzung, ein Naherholungsgebiet, das noch eine Menge Potenzial hat", meint Mandery über den Lebensraum in der Kaserne. Dort wünscht er sich ein "Haus der Haßberge" oder wie es der Bürgermeister bezeichnet: ein Naturpark-Zentrum Haßberge.

Gerade durch die weitreichenden Diskussionen und Untersuchungen rund um die geplanten Windräder in den letzten Wochen konnte festgestellt werden, "dass wir ein wertvolles Gebiet haben. Also sollten wir daraus auch etwas machen", meinte der Bürgermeister.

In Sachen Windräder übrigens lässt die BN-Kreisgruppe der Wildkatze derzeit den Vorrang. "Wir hoffen aber nicht, dass die GUT in dieser Sache das letzte Wort gesprochen hat. Wir werden daran weiterarbeiten, um eventuell doch noch ein Windrad für uns zu bekommen", betonte Mandery.


Bis die Biotonne steht

Die Themen für die nächsten 40 Jahre, dazu gehört ebenso der Nationalpark Steigerwald, sind für die Naturschützer im Landkreis Haßberge damit schon festgenagelt. Ein Blick in die Festschrift, die die BN-Kreisgruppe anlässlich des Jubiläums verfasste, zeigt die Themen der vergangenen 40 Jahre: Engagement gegen den Bau der Maintalautobahn, Unterstützung des Landkreises bei der Einführung der Biotonne, Schutzbemühungen für die Natur zwischen Haßfurt und Zeil durch die Ausweitung des Absetzbeckens der Zeiler Zuckerfabrik.

Auch die Fledermäuse spielen bei den Naturschützern schon lange eine wichtige Rolle. 1988 gründete sich der Fledermaus-Arbeitskreis im Rahmen der BN-Kreisgruppe Haßberge. "Verschiedene Kompetenzen sind dabei gefragt", führte Harald Amon die Tätigkeiten des Arbeitskreises auf. "Praxis, Theorie und wissenschaftliches Arbeiten. Und wir suchen junge Leute, die mitmachen wollen", warb er anschließend.



Verstärkung gesucht

Am zweiten Sonntag im November treffen sich die "Fledermäusler" wieder in Augsfeld und freuen sich über Interessierte. Das mit dem Nachwuchs ist bei der BN-Kreisgruppe übrigens nicht nur Sache der Mitglieder.
"Die Wildbiene alarmiert uns", appellierte Klaus Mandery in seinen Ausführungen am Festtag, "erst dünnen die Populationen aus und dann werden die Individuen immer weniger. In der Landschaft muss sich etwas verändern."

Naturnahe Gärten schlägt Klaus Mandery vor. Und da könne jeder Gartenbesitzer etwas beitragen - egal ob grünes Herz oder nicht, denn die Zukunft gehe uns alle an.

40 Jahre Bund Naturschutz Kreisgruppe Haßberge

• 29. April 1976: Gründung in Hofheim; Vorsitzende: Jörg Röder aus Ebern (1976 bis 1984) und Klaus Mandery (ab 1984 bis heute)
• 1986: Geschäftsstelle in der Ritter-von-Schmitt-Straße in Ebern
• 1987: Geschäftsstelle am Tränkberg in Haßfurt mit Haupt- und Nebenamtlichen
• seit 2014: Geschäftsstelle in der Spitaltorstraße in Ebern
•Mitgliederzahlen 1977:150, 1984: 270, 1988: 500, 1998: 1000, 2015: 1746
• seit 1982: Amphibienschutz mit Aufbau von bis zu 17 Schutzzäunen auf einer Gesamtlänge von bis zu acht Kilometer
• 1983 bis 1985: Altbatteriesammelstellen mit 77 Sammelstellen (1812 Kilogramm)
• 1992: Engagement gegen die Stilllegung des "Hofheimerle"
• ab 1992: Kindergruppen aktiv
• 1997: erster Wildbienenlehrpfad in Mainaue bei Haßfurt
• 2000: Umweltpreis des Landkreises für Amphibienschutz
• seit 2005: Einsatz für eine naturverträgliche Konversion des ehemaligen Bundeswehrstandorts Ebern
• seit 2007: erfolglose Bemühungen bei "Leader" zur Errichtung eines anerkannten Umweltbildungszentrums in Ebern
• 2011: erster Bundesfreiwilligendienstleistender
• 2013: der Biber hat den Landkreis vollständig besiedelt
• seit 2015: Ansiedelung des BUND-Freiwilligenreferats Süd beim IfBI in der Alten Kaserne in Ebern
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