Ebern
Protestaktion

Auf dem Marktplatz steht ein Windrad(modell)

Bürger aus Reutersbrunn, Eichelberg und Heubach informierten beim Oktobermarkt über die möglichen Auswirkungen eines Energie-Parkes auf dem Tonberg.
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Der Info-Stand der Initiative "Wirt gegen Vier".Foto: Ralf Kestel
Der Info-Stand der Initiative "Wirt gegen Vier".Foto: Ralf Kestel
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Das im Wortsinn herausragende (Streit-)Thema dieser Tage stand am Sonntag beim Oktobermarkt ausgerechnet vor dem Rathaus im Mittelpunkt. Der Protest von Bürgern aus Eichelberg und Reutersbrunn gegen die Windparkpläne auf dem Tonberg im Bürgerwald wurde per Info-Stand demonstriert.

Die Initiatoren, die sich unter dem Titel "Wir gegen die Vier (Windräder)" zusammen getan haben, trugen am Wochenende nicht nur Einladungen zu den Informationsversammlung des Bürgermeisters in ihren Dörfern, wozu auch Heubach zählt, aus, sondern das Thema auch in die Stadtmitte, um "die Leute in Ebern aufzurütteln, was da vor ihrer Haustüre in einem Naturschutzgebiet entstehen soll", wie es einer der Sprecher formulierte.

Den Befürwortern der Windräder und den Projektanten dürfte bei der Informationsversammlung am Donnerstag sowie der Bürgerversammlung eine Woche später (jeweils in der Frauengrundhalle) heftiger Gegenwind entgegenschlagen, denn in den Stadtteilen haben die Skeptiker - ähnlich wie in Kirchlauter - einen hohen Mobilisierungsgrad erreicht.

Dies zeigte auch die Qualität des Informationsangebotes am Stand am Marktsonntag. Besonders für Pro-Stadträte hielt man Windbeutel bereit. Aber auch andere Naschkatzen kamen in den Genuss.

Von der Nasch- zur Wildkatze. Die Gefahr, die geschützten Tierarten durch Windräder droht, kam auch zum Ausdruck. Günther Gabold aus Stettfeld zeigte einen Uhu, der im Bürgerwald ebenso vorkommt wie der strengstens geschützte Schwarzstorch, von dem die Kirchlauterer Bürgerinitiative ein Nest gefunden haben will. Was bedeuten würde, dass im weiten Umkreis kein Windrad gebaut werden dürfte.

Ein solches Storchen-Exemplar hat Revierförster Wolfgang Gnannt im Juli definitiv gesehen, wie er vor Stadträten berichtete. Bereits zwei Jahre vorher hat Ralph Drescher aus Ebern einen dieser scheuen Schwarzstörche über dem Bürgerwald fotografiert. Ebenso ein Jahr später am Salmsdorfer See.

Gezeigt wurden von der Bürgerinitiative auch ein maßstabgetreues Windrad-Modell sowie das Video eines Fluges über den Bürgerwald auf Nabenhöhe von 195 Meter mit Hinweisen auf die einzelnen Windrad-Standorte.

"Bisher haben wir keinerlei offizielle Informationen von der Stadt bekommen. Nicht über den notwendigen Wegebau, nicht über die Belastung der Dörfer durch den Schwerverkehr beim Bau", schimpfte Roland Schramm aus Reutersbrunn, der auf möglichst viele Besucher bei den Informationsversammlungen hofft.

"Wir wollen die Leute animieren, sich mit offenen Augen und Ohren zu informieren, nicht dass sie am Ende mit offenem Mund dastehen, wenn die Windmühlen stehen", formulierte es Ortssprecher Andreas Leibold. "Wir wollen auf die Stadträte einwirken, die vor der nächsten Abstimmung noch unentschlossen sind, ihre bisherige Haltung zu überdenken", ergänzte Andreas Mölter aus Eichelberg.

Irritiert waren die Standbetreiber, dass ihre Präsentationen ausgerechnet von einem Vorstandsmitglied des Bund Naturschutz heftig kritisiert wurden.
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