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Für die Kinder wird er zum „Brandstifter“

Brandschutz-Erziehung Hubertus Pohl zeigt seit über 15 Jahren in den Kronacher Kindergärten, was bei einem Feuer zu tun ist.
Die Kinder werden von der Feuerwehr aus dem Haus begleitet.
 
Dicker Qualm staut sich hinter den Glastüren des Rosenberg-Kindergartens auf. Aus dem ersten Stock hören die Schaulustigen Hilferufe einer Familie. Feuerwehrleute führen die Kinder geordnet ins Freie, in Sicherheit. Wenige Meter entfernt steht der „Brandstifter“ und beobachtet sein Werk. „Das ist gut gelaufen!“, ist er sich sicher.

 Hubertus Pohl, den ganz Kronach eigentlich nur als „Schlauch“ kennt, will den Kindern allerdings nichts Böses. Er hat den Kindergarten nur eingenebelt und die Brandschützer alarmiert, weil er dem Nachwuchs etwas beibringen will. Pohl ist nämlich seit mehr als einem Jahrzehnt Kindergarten-Beauftragter der Kronacher Feuerwehr. Und der vermeintliche Brand ist eine Übung, die von langer Hand vorbereitet ist.
„Die Erzieherinnen bekommen von uns 14 Tage vor der Übung einen Koffer mit Material zum Üben. Da sind beispielsweise Folien und Bastelsachen drin.“ Diesen Praxiskoffer, den es für Kindergärten und Schulen gebe, stelle die Kreisbrandinspektion zur Verfügung.

Drei bis vier Tage vor der Übung kämen dann zwei Feuerwehrleute in den jeweiligen Kindergarten, um mit den Kleinen zu reden, zu spielen und zu üben. Dass in Kronach Hubertus Pohl kommt, liegt an seinem eigenen Nachwuchs. „Meine Tochter Alexandra ist im Jahr 2000 in den Kindergarten am Rosenberg gekommen. Da ich bei der Feuerwehr war, haben mich die Erzieherinnen gefragt, ob die Wehr nicht mal vorbeischauen möchte.“ Bei Pohl und seinen Kameraden hat man mit dieser Bitte offene Türen eingerannt. Gerne kommen sie immer wieder, um die Kinder für den Ernstfall zu schulen.

„Wir haben den Kindern zunächst die Schutzausrüstung gezeigt, und sie durften sie auch anziehen.“ So wolle man die Angst vor Atemschutzausrüstung und Maske nehmen – schließlich sollen die Kinder im Ernstfall nicht vor ihren Rettern wegrennen oder sich verstecken.

Dann hat sich einer der Brandschützer in voller Montur und auf spielerische Weise auf die Suche nach versteckten Kindern gemacht. Dabei trug er auch die Geräte des Atemschutzes und schnaufte „wie Darth Vader“, wie ein Kind feststellte. Ein Eis war die Belohnung für die eifrigen Kleinen. „Wenn man später auf der Straße einem dieser Steppkes begegnet, und der ruft einem zu ,Hallo, Feuerwehrmann!‘, weiß man, dass etwas bei den Kindern angekommen ist“, spricht Pohl aus Erfahrung.

Pohl hofft, dass Kinder, Erzieherinnen und Eltern etwas von diesem Gastspiel mitnehmen. Sich nicht verstecken, sich die Telefonnummer 112 einprägen, den Nachbarn Bescheid sagen oder die Türen schließen und sich aus dem Fenster bemerkbar machen, wenn man nicht aus dem Gebäude kommt – das seien wichtige Verhaltensregeln bei einem Brand, die man schon Kindern beibringen könne.


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