Dienstagabend lieferte sich der Fahrer eines Kleinwagens eine Verfolgungsjagd mit der Polizei.
Die begann in der Fürther Innenstadt und endete schließlich mit einem schweren Unfall im Stadtgebiet Nürnberg, wie die Polizei berichtet.

Eine Streifenbesatzung der Polizeiinspektion Fürth wollte gegen 22:50 Uhr einen Mitsubishi in der Fürther Innenstadt auf Höhe der U-Bahnhaltestelle Jakobinenstraße einer Verkehrskontrolle unterziehen. Das Fahrzeug war den Beamten zuvor durch überhöhte Geschwindigkeit aufgefallen.

Als die Polizisten das Anhaltesignal gaben, beschleunigte der schwarze Kleinwagen jedoch weiter und versuchte sich der beabsichtigten Kontrolle zu entziehen. Es entwickelte sich eine Verfolgungsfahrt durch die Fürther Südstadt über den Frankenschnellweg bis nach Nürnberg.


Viel zu schnell

Von dem flüchtenden Pkw wurden hierbei innerorts Geschwindigkeiten von über 100 km/h, auf dem Frankenschnellweg sogar über 170 km/h erreicht. Zudem ignorierte der Mitsubishi bei seiner Flucht immer wieder rote Ampeln und gefährdete dabei mehrfach andere Verkehrsteilnehmer, darunter einen Fußgänger und zwei Radfahrer. Dabei kam es glücklicherweise nicht zu Verletzten.

Die Verfolgungsfahrt fand letztlich ihr jähes Ende in Nürnberg. Der Mitsubishi kam auf seiner Flucht über den Frankenschnellweg auf Höhe der Schwabacher Straße von der Fahrbahn ab, durchschlug den Metallzaun eines Firmengeländes und blieb dort liegen.


Beifahrerin schwer verletzt

In dem schwarzen Mitsubishi befanden während der Flucht zwei Personen. Eine 33-jährige Frau, die bei dem Unfall im Fahrzeug eingeklemmt wurde und schwerste Verletzungen erlitt. Sie wurde von der Feuerwehr aus dem Wrack befreit und umgehend in ein Krankenhaus eingeliefert. Außerdem ein 34-jähriger Mann, bei dem es sich nach derzeitigem Stand der Ermittlungen um den Fahrer des flüchtigen Pkw gehandelt haben dürfte. Er konnte sich selbstständig aus dem Unfallauto befreien, musste jedoch aufgrund seiner Verletzungen ebenfalls in ein Krankenhaus gebracht werden.


Waffen und Drogen dabei

Eine Durchsuchung des total beschädigten Mitsubishi ergab bereits erste Hinweise auf den Grund für die halsbrecherische Flucht. Polizeibeamte fanden mit Hilfe eines Diensthundes geringe Mengen Marihuana und Amfetamin in dem Fahrzeug. Außerdem befanden sich in dem Pkw mehrere Waffen, darunter verbotene Messer, ein Teleskopschlagstock, eine Schreckschusspistole sowie ein Elektroschocker.

Der entstandene Sachschaden wird auf etwa 15.000 Euro geschätzt.


Ermittlungsverfahren eingeleitet

Die polizeiliche Unfallaufnahme erfolgte durch Beamte der Verkehrspolizei Nürnberg. Bei dem mutmaßlichen Unfallfahrer wurde in diesem Zusammenhang eine Blutentnahme durchgeführt.

Die Polizei leitete gegen beide Insassen des Mitsubishi ein Ermittlungsverfahren ein. Der Tatvorwurf gegen die beiden Tatverdächtigen lautet verbotener Besitz von Betäubungsmitteln und verschiedenen Waffen. Außerdem muss sich der 34-jährige Fahrzeugführer wegen Gefährdung des Straßenverkehrs, fahrlässiger Körperverletzung und Fahrens ohne Fahrerlaubnis verantworten, da er nicht im Besitz einer Fahrerlaubnis ist.