Fürth
Brisantes Duell

Tradition und Emotion: Eine Chronologie zum Frankenderby

Denkwürdiges passiert im Duell zwischen dem 1. FC Nürnberg und der SpVgg Greuther Fürth immer. Kein anderes Derby in Deutschland hat mehr Tradition.
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Frankenderbys sind hart umkämpft und hoch emotional.  2014 rettete Club-Torhüter Patrick Rakovsky vor dem Fürther Johannes Wurtz.Foto: David Ebener/dpa
Frankenderbys sind hart umkämpft und hoch emotional. 2014 rettete Club-Torhüter Patrick Rakovsky vor dem Fürther Johannes Wurtz.Foto: David Ebener/dpa
Das Hinfiebern auf das Franken-Derby fällt in der Englischen Woche kurz aus. An diesem Sonntag (13.30 Uhr) ist es in der 2. Fußball-Bundesliga aber wieder soweit. Die SpVgg Greuther Fürth und der 1. FC Nürnberg treffen zum 263. Mal aufeinander. Kein anderes Duell in Deutschland wurde häufiger ausgetragen. Ein Blick auf vergangene Auflagen.

Am Anfang war ein Schützenfest. Mit 15:0 gewann Nürnberg im Jahr 1902 die Erstauflage des Nachbarschaftskampfes. Ein Jahr später konnten die Fürther ihr erstes Tor gegen den Nachbarn bejubeln, die Partie wurde aber wegen Schneefalls abgebrochen. Sieben Jahre danach gelang Fürth beim 2:1 der erste Sieg.

Fürth kam zuerst zu Meisterehren, nach 1914 wurde auch noch 1926 und 1929 der deutsche Meistertitel geholt. Umso schöner war die erste Meisterschaft für den "Club": Ausgerechnet ein 2:0 gegen den Nachbarn bescherte Nürnberg im Endspiel 1920 den ersten seiner neun Meistertitel. 35 000 Zuschauer verfolgten das Finale, selbst Busse und Leitern mussten für Zaungäste herhalten.
Überhaupt waren die fränkischen Gipfeltreffen in den 1920er Jahren fast schon legendär. Beide Teams stellten den Großteil der Nationalmannschaft, zu deren Partien die Spieler aber, etwa bei einem Auftritt in Amsterdam, strikt getrennt in verschiedenen Zugwaggons reisten.

Nicht immer war das Derby aber auch ein fußballerischer Leckerbissen. Am 6. Oktober 1929 verzeichnete die Statistik drei Platzverweise - zwei gegen Nürnberg, einen gegen Fürth. "Von einem Verlauf kann man wohl nicht gut sprechen. Wohl aber von einer Verhauerei. Von einer Holzauktion. Von einem Ereignis, über das man am besten gleich zwei Mäntel der christlichen Nächstenliebe deckt", urteilte damals ein Zeitungsautor. Beim Fürther Sieg im Pokal-Derby 2011 wurde es neben dem Platz ungemütlich, als rund 100 Nürnberger Fans den Innenraum stürmten und Fürther Anhänger attackierten.
Hoch her ging es auch 1973, als im Fürther Ronhof das 209. Derby angesichts zu aggressiver "Club"-Fans abgebrochen werden musste. Dass die fränkischen Derbys allemal etwas Besonderes sind, zeigte sich in der Saison 1996/97: Damals lockte die Partie 45 000 Zuschauer an - bei einem Drittliga-Spiel!

Einen desaströsen Sommerabend erlebte der FCN im August 2014. Mit einem 1:5 wurde die Mannschaft des damaligen Trainers Valérien Ismaël von den Fürthern aus dem Stadion geschossen. "Das war ein Debakel, ein rabenschwarzer Tag in der Geschichte des 'Club'", urteilte der damalige Sportchef Wolfgang Wolf nach der 257. Kraftprobe.

Auch das bislang letzte Franken-Derby im März verlor der 1. FC Nürnberg. In einem zerfahrenen und hitzigen Nachbarschaftsduell bescherte Robert Zulj den Fürther Hausherren mit einem abgefälschten Treffer den 1:0-Erfolg. Nur zwei Tage nach der Niederlage war für den damaligen "Club"-Coach Alois Schwartz Schluss.
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