Fürth
Rührende Geste

Pferd im Klinikum Fürth: Bevor sie starb, durfte sich diese Patientin etwas wünschen

Den letzten Wunsch einer todkranken Patientin hat das Klinikum Fürth erfüllt. DieFrau wollte noch ein letztes Mal ihr Lieblingspferd streicheln.
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Was für eine herzerwärmende Aktion der Palliativstation des Klinikums Fürth! Sie haben den letzten Wunsch einer todkranken Patientin erfüllt. Fotos: Klinikum Fürth
Was für eine herzerwärmende Aktion der Palliativstation des Klinikums Fürth! Sie haben den letzten Wunsch einer todkranken Patientin erfüllt. Fotos: Klinikum Fürth
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Im Krankenhaus-Alltag von Ärzten, Schwestern und Pflegern ist oft wenig Zeit - zu viele verantwortungsvolle Aufgaben muss das Klinikpersonal erfüllen. Um so rührender und außergewöhnlicher ist die Aktion, die Mitarbeiter der Palliativstation des Klinikums Fürth ermöglicht haben.

Sie haben einer todkranken MS-Patientin zusammen mit dem Reitstall Wittinghof vergangene Woche ihren letzten Wunsch erfüllt und dafür großen Aufwand betrieben. Wie das Klinikum Fürth mitteilte, hatte sich die schwerstkranke 58-Jährige gewünscht, noch einmal ihr Lieblingspferd streicheln zu können.

"Eigentlich war der Plan, die Patientin noch einmal in den Stall zu bringen, wo sie viel Zeit verbracht hat", berichtet Josef Rauch, Teamleiter der Palliativstation am Klinikum Fürth. Dann habe sich ihr Zustand aber sehr schnell verschlechtert. Daher habe er gedacht: "Wenn wir nicht zum Pferd kommen können, vielleicht kann das Pferd zu uns kommen."

Stallbesitzerin Rita Froschauer hat nicht lange überlegt. Es war "überhaupt keine Frage, das zu machen", sagt die 51-Jährige. Sie kenne die ganze Familie der Frau. "Pferde waren ihr Lebensinhalt." Jahrelang habe sie ein eigenes Pferd gehabt. Als dieses starb, habe die 58-Jährige die Pflege von Dana übernommen. "Soweit sie es gesundheitlich noch konnte, hat sie sich um sie gekümmert, sie gefüttert und geputzt. Sie hat immer geschaut, dass sie bei den Pferden ist." So habe sie die Stute in den Anhänger gesteckt und sei mit ihr ins rund 15 Kilometer entfernte Klinikum gefahren.


Rührende Aktion des Klinikums Fürth

Das Krankenhauspersonal wiederum brachte die schwerkranke Frau in ihrem Bett an die Pforte des Klinikums, wo sie das Tier noch einmal im Beisein ihrer Familie streicheln konnte.

Wie das Klinikum Fürth gegenüber inFranken.de erklärte, ist die Frau am vergangenen Sonntag, also zwei Tage nachdem ihr Herzenswunsch in Erfüllung ging, gestorben.

Für die Stallbesitzerin sei die Situation nicht leicht gewesen. Doch sie ist stolz auf ihr Pferd, das diesen besonderen Moment möglich gemacht hat. "Dana ist kein normales Pferd, sie ist was Besonderes."

Die Idee des Klinikums fand Froschauer "einfach toll". "Wenn so etwas möglich ist - ich würde es immer wieder tun." Auch viele andere hat die Aktion bewegt. Fast 12 000 Menschen gefällt der Beitrag des Krankenhauses bereits im sozialen Netzwerk Facebook, viele haben ihn geteilt. Ein Nutzer schrieb: "Klasse Aktion, mehr davon!!" Und eine Nutzerin: "Auch ohne einen einzigen mitwirkenden persönlich zu kennen... Gibt's sowas wie den Himmel, so habt ihr euch eines Tages die flauschigste Wolke verdient. Solche Menschen sind Gold wert."


Für das Team der Palliativstation sind die Wünsche ihrer Patienten seit jeher ein großes Anliegen - seien es persönliche Videobotschaften von Heißmann & Rassau oder den Ice Tigers, Eheschließungen auf Station oder ein letzter Ausflug in den eigenen Garten. Auf einer Palliativstation werden die Symptome und Komplikationen von Menschen behandelt, die unheilbar krank sind.

"Auch wenn es zusätzlichen Aufwand im Arbeitsalltag bedeutet, liegt es uns sehr am Herzen, unseren Patienten in der verbleibenden Zeit noch Momente des Glücks zu bescheren. Für jegliche Unterstützung von außen sind wir daher sehr dankbar", sagt Rauch. mit dpa
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