Cadolzburg
Geschichte

Fränkisches Weltkriegs-Musical soll an Ort eines Massakers aufgeführt werden

Das fränkische Weltkriegs-Musical "Mademoiselle Marie" soll in Frankreich aufgeführt werden. An dem Ort wo 1944 ein Massaker statt fand.
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Das fränkische Weltkriegs-Musical «Mademoiselle Marie» wird am 1. und 2. September im französischen Oradour aufgeführt - und damit an jenem Ort, wo eine deutsche SS-Panzerdivision im Juni 1944 ein Massaker anrichtete. Foto: Matthias Schäfer/Burgfestspiele Cadolzburg/dpa
Das fränkische Weltkriegs-Musical «Mademoiselle Marie» wird am 1. und 2. September im französischen Oradour aufgeführt - und damit an jenem Ort, wo eine deutsche SS-Panzerdivision im Juni 1944 ein Massaker anrichtete. Foto: Matthias Schäfer/Burgfestspiele Cadolzburg/dpa
Es ist ein gewagtes Vorhaben: Das fränkische Weltkriegs-Musical "Mademoiselle Marie" wird am 1. und 2. September im französischen Oradour aufgeführt - und damit an jenem Ort, wo eine deutsche SS-Panzerdivision im Juni 1944 ein Massaker anrichtete. 642 Dorfbewohner kamen ums Leben, nur 6 Menschen überleben. "Die Vorbereitungen für die Aufführung in Frankreich dauerten fast ein Jahr, der logistische Aufwand ist enorm und es ist nicht sicher, ob uns der Spagat gelingt", sagte der Autor des Stücks, Fritz Stiegler, der Deutschen Presse-Agentur vor der Abreise. 150 Schauspieler und viele Helfer seien auf dem Weg an den historischen Ort. "Oradour ist schlechthin das Symbol für die deutschen Kriegsverbrechen", betonte Stiegler.

Die Gruppe sei von den Franzosen eingeladen worden, das Musical über die Liebe einer fränkischen Bäuerin zu einem französischen Kriegsgefangenen zu zeigen. Auch die Geschehnisse in Oradour sind Teil des Stücks, das mehr als 14 000 Zuschauer vor zwei Jahren in der Open-Air-Version in Cadolzburg (Landkreis Fürth) sahen. Anschließend wurde die dramatische Liebesgeschichte fürs Kino verfilmt.

Für die Aufführung in der Sporthalle von Oradour wurden vier Titel von einer Chansonsängerin übersetzt. "Viele Schauspieler haben extra Französisch gelernt", sagte Stiegler, der das Projekt als Zeichen für die deutsch-französische Freundschaft wertet. "Das Projekt ist ein Novum. Es gibt bisher nichts Vergleichbares."
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