Egloffstein
Marktgemeinderat

Wie teuer kommt die Sanierung der Straße durch Mostviel?

Mehr als verdoppelt hat sich die Schätzung des Staatlichen Bauamtes für eine Gemeindebeteiligung an der Sanierung der schmalen Ortsdurchfahrt in Mostviel.
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Die schmale Ortsdurchfahrt von Mostviel soll für zwei Millionen  Euro verbreitert werden. Foto: Reinhard Löwisch
Die schmale Ortsdurchfahrt von Mostviel soll für zwei Millionen Euro verbreitert werden. Foto: Reinhard Löwisch
Ging man 2015 von rund 130.000 Euro aus, sind es jetzt schon 250.000 Euro. Das Prekäre daran: Unter normalen Umständen müssen 55 Prozent dieser neuen Schätzungskosten von wenigen Mostvieler Anliegern übernommen werden.

Es ginge noch schlimmer, sagte Bürgermeister Stefan Förtsch (CSU/FWA). Würde man in Mostviel eine Ortsumfahrung bauen, was derzeit wegen FFH-Gebieten (europäische Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie) nicht möglich ist, müssten die Anlieger für eine heruntergestufte Gemeindestraße bis zu 80 Prozent der Kosten tragen.

Damit das nicht eintritt, ist Bürgermeister Förtsch am Mittwoch mit Stefan Arneth vom Staatlichen Bauamt nach Bayreuth zur Regierung von Oberfranken gefahren, um Möglichkeiten zu finden, den Straßenausbaubeitrag möglichst gering zu halten. Den Hauptnutzen an einer neuen, breiten Ortsdurchfahrt haben nicht die Anlieger, sondern die Leute, die da durchfahren - und hier vor allem der Schwerlastverkehr, der endlich eine Straßenbreite vorfände, die einen Gegenverkehr erlaubt. Derzeit muss immer ein Lkw warten, bis der andere die enge Durchfahrt gemeistert hat.

Vor zwei Jahren schon war Norbert Schmitt vom Staatlichen Bauamt in einer Egloffsteiner Gemeinderatssitzung, um den Gemeinderäten einen Ausbau der Ortsdurchfahrt schmackhaft zu machen; dieses Mal Stefan Arneth. Damals wie heute ging man davon aus, dass zu einer Straßenbreite von 6,5 Metern noch ein Gehweg mit 2,3 Metern parallel zur Straße dazukommt, so dass sich die Durchfahrt auf fast zehn Meter verbreitern würde. Kosten: rund zwei Millionen Euro.


Trubach muss verlegt werden

Wegen damals schon vorhandener umfangreicher FFH- und Vogelschutzgebiete kommt nur ein Ausbau der bestehenden Straße in Frage. Deshalb muss die Trubach etwas verlegt und eine neue Brücke gebaut werden, damit der Verkehr und auch Wanderer und Radfahrer gleichzeitig die Straße benutzen können.

Die bestehende Mauer zum Gasthof hin wird laut Planung durch eine weitere Mauer verstärkt. Am Ortseingang von Äpfelbach kommend soll eine Querungshilfe für Fußgänger gebaut werden. Im Unterschied zur Annahme vor zwei Jahren - die Gemeinde könne mit 60 Prozent Zuschuss rechnen, weshalb nur 50.000 Euro Kosten übrig bleiben - geht man jetzt davon aus, dass von den geschätzten 250.000 Euro Eigenanteil der Gemeinde nur rund 55 Prozent durch eine Straßenausbausatzung zurückfließen würden. Den Rest muss die Gemeinde selber finanzieren.


Den Gehweg verengen?

Eine kleine Chance, günstiger davon zu kommen, sieht Förtsch in der Verengung des Gehweges auf nur 1,80 Meter. Dann würden auch die Kosten für die Gemeinde weniger werden. Doch das müsste die Regierung von Oberfranken billigen. Die Mostvieler werden daher gespannt auf das Ergebnis warten, denn vom Verhandlungsgeschick des Bürgermeisters ist ihre Beitragshöhe abhängig.


Weitere Kurznachrichten

Die Gemeinde wird auch in den kommenden Jahren ihre Grundschulkinder zum Schwimmunterricht in das Gräfenberger Hallenbad schicken, sofern der Gemeinde ein jederzeitiges Kündigungsrecht eingeräumt wird.

Der Friedhofsweg wird mit einem Kostenaufwand von rund 17.000 Euro neu geteert. Das ergab eine kürzlich vorgenommene Ausschreibung.

Um die Sanierung des Freibades voranzutreiben und eine "schlanke Kommunikationsstruktur" - so heißt es in der Begründung des Bürgermeisters - zu gewährleisten, wurde ein Arbeitskreis gebildet, dem neben dem Bürgermeister auch der Zweite Bürgermeister Nikolaus Thäter (UGL) sowie die Gemeinderäte Silvia Bieger (BHH), Manuel Vogel und Wolfgang Wiesenhütter (beide UGL) angehören.
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