Kleinsendelbach
Bürgerversammlung

Warum das Kleinsendelbacher Rathaus saniert wird

Der Schwerlastverkehr und die Nutzung des Rathauses waren zwei der Bürgeranliegen in der Bürgerversammlung in Kleinsendelbach.
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Bürgermeisterin Werner mit einem Holzstück des alten Dachstuhls im Rathaus, der dringend  erneuert werden muss. Schwamm und Holzwurm haben dem Gebälk stark zugesetzt. Foto: Karl Heinz Wirth
Bürgermeisterin Werner mit einem Holzstück des alten Dachstuhls im Rathaus, der dringend erneuert werden muss. Schwamm und Holzwurm haben dem Gebälk stark zugesetzt. Foto: Karl Heinz Wirth
Für Bürgermeisterin Gertrud Werner (UWK) liegt ein erfolgreiches Jahr hinter der Gemeinde. In der Bürgerversammlung präsentierte sie Zahlen, die die positive Entwicklung der Gemeinde unterstreichen würden. Breitband, Brandschutz im Kinderhaus oder Rathaussanierung: Die Themen waren vielfältig.

In einer ausführlichen Präsentation ging das Gemeindeoberhaupt auf die Rathausarbeit ein, streifte Gemeinderatsbeschlüsse und wagte einen Ausblick. Die größte Maßnahme des Jahres sind die derzeit noch laufenden Arbeiten für den Brandschutz im Kinderhaus. Einen Schlussstrich konnte die Gemeinde bei der Fertigstellung zur Sanierung der Leichenhalle ziehen. Mit der Verlegung der Lampen im Friedhof bis zu den öffentlichen Toiletten ist für mehr Sicherheit in der dunklen Jahreszeit gesorgt.

Als anstehende Projekte nannte Werner unter anderem den barrierefreien Umbau und die energetische Sanierung des Rathauses, die Brückensanierung Steinbach, Straßenerneuerung "Am Wiesengrund" oder Feuerwehr-Löschwasserbehälter.


Rege Wortmeldungen

Nach dem Bericht hatten die Bürger Gelegenheit, das Wort zu ergreifen und ihre Anliegen anzusprechen, wovon sie regen Gebrauch machten.

Warum ist es nicht möglich, den immer stärker zunehmenden Schwerlastverkehr in Steinbach zu drosseln? Ab 5 Uhr morgens donnern Lkw mit Schotter beladen zur ICE-Baustelle bei Forchheim durch den Ort, beschwerte sich ein Bürger. Auch Pkw und Busse würden sich nicht an die vorgeschriebene Geschwindigkeit halten. Überall werde geblitzt, nur nicht in Steinbach. Er forderte lautstark wie auch in anderen Gemeinden eine Geschwindigkeit von 30 km/h für Lkw.

Außerdem werde die Überquerung der Straße für Kinder und ältere Bürger immer gefährlicher trotz der vorhandenen Ampel. Bürgermeisterin Werner wies darauf hin, dass dafür das Straßenbauamt Bamberg zuständig sei, nicht die Gemeinde. Die Ampel sollte genutzt werden, auch wenn man zehn Schritte mehr laufen müsse, meinte Werner.


Klage gegen Ampelaufstellung

In Kleinsendelbach läuft gegen die Aufstellung einer Ampel ein Klageverfahren zweier Bürger vor dem Verwaltungsgericht. Sie erachten eine Ampelregelung für Kinder und ältere Bürger als nicht notwendig an einer Straße, die täglich von über 7000 Lkw und Pkw befahren wird.

Die Diskussion um die Straßenausbaubeiträge bewegt überall die Gemüter, so auch die Eigenheimbesitzer in der Straße "Am Wiesengrund" in Kleinsendelbach. Anwohner Wolf Dieter Weigel wollte wissen, warum man nicht das "Rednitzhembacher Modell" anwende. Dieses Modell ermöglicht, trotz gültiger Satzung, ohne Austausch des Unterbaues die Reparatur durch eine großflächige Erneuerung der oberen Asphaltschicht.

Bürgermeisterin Werner erinnerte an die bestehende Satzung zum Straßenausbau, die noch von ihrem Vorgänger erlassen wurde. Wenn der Unterbau "Am Wiesengrund" in Ordnung wäre und den heutigen Anforderungen entsprechen würde, gäbe es dazu keine Diskussionen, erklärte Werner. Leider zeigten die Ergebnisse etwas anderes.

Nachdem sich Anwohner nun an das Landratsamt Forchheim, die Regierung von Oberfranken sowie das Staatsministerium gewandt haben, sollte die Gemeinde die Entscheidungen zur Sachlage in Kleinsendelbach abwarten und dann darüber im Gemeinderat entscheiden, fand Werner. "Eine weitere Stellungnahme meinerseits kann ich aufgrund fehlender Erkenntnisse nicht dazu abgeben", sagte Werner.


Nicht zufrieden damit

Mit dieser Aussage gab sich der Beschwerdeführer nicht zufrieden und stellte den Antrag, die Versammlung möge beschließen, dass Thema Straßenausbaubeiträge in den nächsten drei Monaten in einer Gemeinderatssitzung auf die Tagesordnung zu nehmen. Erwin Schermer meldete sich dazu und sagte: "Ich unterstütze den Antrag der Bürger, Sie zu zwingen, das Thema Straßenausbau in der Gemeinderatssitzung noch einmal zu behandeln. Ich verlange, dass die Gemeinde sparsam mit dem Geld der Bürger umgeht."

"Wenn Sie meinen Tätigkeitsbericht aufmerksam verfolgt haben", antwortete Werner, "müssten sie festgestellt haben, dass der Gemeinderat äußerst verantwortungsvoll mit den Finanzen der Bürger umgeht."

"Ich bin erstaunt", meinte eine Bürgerin, "dass unsere Gemeinde so reich ist. Das Rathaus wird saniert, wir haben eine wunderschöne Mehrzweckhalle - und das wird alles nicht genutzt."

Dem widersprach Bürgermeisterin Werner und erklärte dazu, die Mehrzweckhalle sei regelmäßig belegt, ob es der Sportverein ist, die Gymnastikgruppe, gemeindliche Veranstaltungen, die Volkshochschule oder Familienfeiern.

Das Schulhaus und jetzige Rathaus mit der Nepomukbrücke ist ortsbildprägend und hat auch Geschichte. Um Bürgern mit eingeschränktem Bewegungsapparat die Möglichkeit zu geben, an Gemeinderatssitzungen teilzunehmen, sei es laut Bürgermeisterin erforderlich, dieses barrierefrei umzubauen. Dazu wird der Sitzungssaal in das Erdgeschoss verlegt. Auch das Dach musste dringend erneuert werden, da im Gebälk des Dachstuhls der Holzwurm und Schwamm schon große Schäden angerichtet hat, erklärte Werner. Ob denn alles kostendeckend wäre, fragte ein Bürger nach. "Wenn wir den Vereinen alle Kosten verrechnen müssten, könnte sich das keiner mehr leisten", meinte Werner.
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