Die Lindelberghalle wird saniert. Das Augenmerk wurde dabei auf die Verbesserung der Technik gelegt. Der Brandschutz ist auf dem neuesten Stand der Technik, auch die Lüftungsanlage, die Wärme zurückführt. Architekt Jürgen Schönfelder erläuterte ausführlich die Planungen.
Die Halle bekommt unter anderem ein Behinderten-WC. Der WC-Bereich wird neu ausgebaut.

Auch die Küche, die eine separate Lüftung erhält, wird komplett erneuert. Ein verglaster Raucherplatz soll entstehen, das wollte der Wirt, damit der Zigarettenrauch nicht mehr in die Küche zieht.

Eine Treppe führt in den unteren Bereich. Die Halle selbst und der Musikraum bleiben wie sie sind. Die Bühne wird erreichbar sein, ohne die Halle zu betreten.

Ein Raum gehört der VHS, auch für den Wirt ist ein zusätzliches Raumlager im unteren Geschoss angedacht, auch ein Lüftungsraum ist dort.

Eine neue Kegelbahn hingegen sei ein Kostenfaktor. Die Kegelbahn wird über die Treppe erreichbar sein. Warum kein Aufzug für das Essen geplant sei, beantwortete Bürgermeister Wolfgang Rast mit dem Hinweis, dass der Wirt die Bedienung durch sein Personal wünsche.

Auch von der Künstlergarderobe unten kann über die Treppe zur Bühne gelangt werden. Soweit so gut.

Bleibt eine passende Lösung für die Fassade, was sich bei dem Gebäude, das aus verschiedenen Bauten und sieben Dächern nicht so einfach gestaltete. Der Putz an den Wänden trägt die Zeichen der Zeit: Schäden und Schmutz.

Neue Fenster und Türen würden eingeputzt werden müssen. Der Sockel der Gebäude ist teils vom Salz zerstört. An der Nordseite ist die Wand bis zum Dach mit Efeu bewachsen, was sich nicht spurenlos entfernen lässt. Entlang der Traufe sind Nut- und Federverbrettungen, die weg müssen. Bei der Küche fehlt der Putz und auch im Südbereich sind Frostschäden sichtbar.

Für 800 Quadratmeter Fassadenfläche gilt es, eine Lösung zu finden. Die Sanierungsfläche, die Schönfelder mit 207 Quadratmeter, angibt, unterteilt er gleich in Traufe, Anbauten und die anderen Bereiche. Eine günstige Lösung zu finden, um die Kosten zu drücken, mit dieser Hausaufgabe wurden die Planer vor Monaten nach Hause geschickt.

Die Sanierung der Fassade wird aber doch nicht so ganz billig werden. Da gibt es beispielsweise die DIN-Norm, die besagt, wenn mehr als zehn Prozent der Fassadenfläche angegangen werden, greift die Energiesparverordnung. Das heißt, es muss energetisch saniert werden. 34 Prozent der Fassaden werden bei der Lindelberghalle angegriffen werden.

Nun gibt es aber auch Arbeiten, die unter die Rubrik Reparatur fallen. Man könne es schon "schönrechnen", dass Fassadenarbeiten als Reparatur eingestuft würden, warf ein Mitarbeiter des beauftragten Planungsbüros ein. Doch die Arbeiten als Reparatur würde auch Probleme geben.

"Es muss einheitlich gedämmt werden, wenn es kein Flickerlteppich wird", sagte Schönfelder. Alter Putz hebt sich von neuem Putz ab, selbst wenn die gleiche Struktur und Art verwendet werde. Dann birgt der alte Putz Fungizide und andere Chemie. "Man bringt es nie so hin, dass sich das deckt", beantwortete der Architekt die Frage Günter Langs (Grüne). Nur Teilbereiche mit hochwertigem Dämmmaterial zu verkleiden, funktioniert nicht aufgrund der Zehn-Prozent-Regelung. Außerdem: "Der Verputzer kann Bedenken anmelden, wenn es verschiedene Putzgründe gibt", erläuterte ein Mitarbeiter des Planungsbüros.

Vier Varianten möglicher Fassadendämmung stellte Schönfelder vor. Die Variante nur zu verputzen mit der Prognose Flickerlteppich würde 109 000 Euro kosten. Die zweite Variante, Steinwollsilikatplatten an die Fassadenwand zu dübeln, käme auf 295 000 Euro. Der alte Verputz bliebe dran. Die Variante, dass eine Steinwollschicht an die Fassade geklebt und eine Aluminiumschicht angebracht wird, kommt auf 340 000 Euro und die Fassadenverkleidung mit Aluminiumkassetten würde rund eine halbe Million, knapp 510 000 Euro, kosten.

"Wenn wir an der Fassade etwas tun, grenzt das auch an die Dächer", sagte Schönfelder und stimmte die Gemeinderäte auf eine weitere Sanierungsmaßnahme ein: das Dach. Auch dieses Blech sei 34 Jahre dran und würde weggerissen werden müssen; die Dachziegel haben das selbe Alter.

"Der Hersteller gibt 30 Jahre Garantie. Doch wenn man eine größere Maßnahme durchführt, stellt sich die Frage, ob man das Dach nicht gleich mitmacht", sagte Schönfelder. Die sieben Dächer neu einzudecken, würde nochmals fast 240 000 Euro kosten.

Rainer Straßgürtl, der Ortssprecher von Pommer, erinnerte daran, dass für die Halle eine hochtechnisierte Lüftungsanlage vorgesehen sei, was eine hochwertige Dämmung erfordere. Und das Dach solle gleich mitgemacht werden, da Wärme bekanntlich den Weg nach oben suche.

Auch der Architekt stimmte zu, dass das Dach wohl zerfressen und zerklüftet sei. Bürgermeister Wolfgang Rast benannte es als schwere Aufgabe für den Gemeinderat, zu überlegen, ob man doch höher in die Kosten gehen wolle. Rainer Straßgürtl regte an, zunächst die Wärmeverluste ohne Dämmung ausrechnen zu lassen, damit das Gremium dann entscheiden könne, ob es die 350 000 Euro Investition wert sei. Bei den Räten stieß der Vorschlag auf Zustimmung.