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Profanierung

Stöckacher Kirche steht felsenfest

Im Erzbistum Bamberg wurden schon Kirchen abgerissen. Das Gotteshaus in Stöckach ist dank funktionierender Statik und regen Gemeindelebens nicht betroffen.
Die Stöckacher Kirche ist von einer Profanierung weit entfernt - dank der tragenden Säulen im konkreten und im übertragenen Sinn.P. Malbrich
 
von PETRA MALBRICH
Um die Statik der aufgrund vom Boden aufziehenden Feuchtigkeit leicht morsch gewordenen Säule zu gewährleisten, wurde vor zwei Jahren ein neuer dicker Holzbalken nach den Maßangaben des Statikers unter der Empore eingebracht. Das hält und tut den Gottesdiensten keinen Abbruch. Überhaupt, dass die Kirche St. Ägidius in Stöckach neu erstrahlt, dafür hat der frühere Kirchenpfleger Willi Singer mit Herzblut gearbeitet und auch selbst Hand an den Pinsel gelegt.
Nun sei es wichtig, das unschätzbare Erbe zu erhalten, findet Kirchenpflegerin Renate Siebenkäs. Was eine Kirche immer brauche, seien die sinnbildlich tragenden Säulen: Menschen, die den Gottesdienst feiern, die Pfarrei lebendig halten.


Wie sieht es im Erzbistum aus?

Nicht in allen Pfarreien ist das so. Leere Kirchenbänke, immer weniger Katholiken, die ihren Glauben in der Kirche leben und hohe Kosten für den Unterhalt oder für Sanierungen führen in Deutschland dazu, dass immer mehr Kirchen profaniert oder gar abgerissen werden. Von den deutschlandweit mehr als 24 000 katholischen Kirchen wurden über 500 Kirchengebäude aufgegeben und 140 danach abgerissen. Auch im Erzbistum Bamberg ist das schon passiert.
"Es gab im Erzbistum Bamberg in den vergangenen Jahren drei Profanierungen von dem öffentlichen Gottesdienst gewidmeten Kirchen", sagt Bistumssprecher Harry Luck. Eine davon, die Kirche in Marktbergel, wurde sogar nach der Profanierung abgerissen. Die Kirche stand auf einem Militärgelände in einer Baracke. Als der Stützpunkt aufgelassen wurde, riss man die Kirche ab.
Dass weitere Kirchen folgen könnten, kann Luck nicht dementieren. "Grundsätzlich ist es möglich, dass es auch in Zukunft bei sinkender Katholikenzahl Umwidmungen oder Profanierungen gibt. Es ist aber auch das Ziel, dass die Kirche im Dorf bleibt und dass es auch bei der geplanten Bildung von größeren Seelsorgebereichen überall Gotteshäuser gibt, in denen Gottesdienste stattfinden", lässt Luck wissen. Geplant seien weitere Profanierungen aber nicht.
700 Kirchen und 150 Kapellen gibt es im Bereich der Erzdiözese Bamberg. Die Hauskapellen in Altenheimen oder diözesaneigenen Gebäuden sind dabei nicht mit gezählt.
"Die Sakralbauten werden nach wie vor alle für liturgische Zwecke genutzt. Es wurde keine Kirche abgerissen. Seit 2000 gab es einen sakralen Neubau, die Kapelle ,Unbeflecktes Herz Mariens' in Schneeberg", sagt Luck. Die Umwidmungen betrafen eher Schwesternhäuser, die nicht mehr besetzt waren und dann beispielsweise als Gemeindebücherei weitergeführt wurden.


Wenn die Kapelle ausgedient hat

"Eine ursprüngliche Kapelle in solchen ehemaligen Häusern wird dann einfach profaniert. Es ist auch möglich, dass Ordensgemeinschaften eine Niederlassung auflösen und dann deren Kapelle nicht mehr gebraucht wird", erklärt Luck.
Bei einer Profanierung würden im letzten Gottesdienst, der dort gefeiert wird, das Allerheiligste und die Reliquien aus der Kirche getragen und entweder in die neue Kirche gebracht oder in Depots verstaut.
Von einer Profanierung ist die St.-Ägidius-Kirche in Stöckach weit entfernt. "Sie entwickelt sich allmählich zu einer Hochzeitskirche, auch zahlreiche Taufen finden hier statt. Sogar vor Hochfesten gibt es Beichtgelegenheit; somit werden vier Sakramente das Jahr über hier den Gläubigen geschenkt - eines davon ist die Eucharistie. Dieser Gottesraum ist voll im Jahresablauf integriert, sei es die Kerwa, das Patrozinium oder die Ewige Anbetung - nichts geht an ihr vorüber", freut sich Kirchenpflegerin Renate Siebenkäs über das rege Leben in der Kirche und über die sinnbildlich tragenden Säulen. Das Provisorium lässt diese Bedeutung stets im Blick.
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