Forchheim
InFranken-Kick

Zwei vom gleichen Schlag

Turbulente Jahre haben der TKV Forchheim und die DJK-SC Neuses hinter sich. Nun treffen beide Teams in der A-Klasse aufeinander - wenn das Wetter mitspielt.
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Im April letzten Jahres empfing der TKV den TSV Lonnerstadt noch in der Kreisliga: Orientierungslos sucht Jakob Lettenmeier (l.) nach dem Leder, während Ali Dülger ins Straucheln kommt. Inzwischen ist der TKV in der A-Klasse gelandet und trifft am Sonntag auf die DJK-SC Neuses. Leo Hühnlein
Im April letzten Jahres empfing der TKV den TSV Lonnerstadt noch in der Kreisliga: Orientierungslos sucht Jakob Lettenmeier (l.) nach dem Leder, während Ali Dülger ins Straucheln kommt. Inzwischen ist der TKV in der A-Klasse gelandet und trifft am Sonntag auf die DJK-SC Neuses. Leo Hühnlein
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Die Wetterlage verspricht für das Wochenende zwar nichts Gutes, eine generelle Spielabsage wird es im Kreis ER/PEG aber nicht geben. Ob gespielt wird, entscheidet sich vielerorts erst kurzfristig. Zum späten Freitagabend waren noch keine Spiele abgesagt, auch nicht der InFranken-Kick aus der A-Klasse 2 zwischen dem TKV Forchheim und der DJK-SC Neuses.

Das Spiel am Sonntag um 14.30 Uhr gestaltet sich wie ein kleines Klassentreffen. Sechs Neuseser Spieler hatten schon das Trikot des Kulturvereins getragen, anders herum waren es auch schon fünf Akteure der Forchheimer, die nun für den Eggolsheimer Ortsteil auf Torejagd gehen.


A-Klasse 2

TKV Forchheim (8.) - DJK-SC Neuses (9.)
Beide Vereine erlebten innerhalb der letzten fünf Jahre ein sportliches Wechselbad der Gefühle. Stieg Neuses 2013 als Meister in die Kreisliga auf und ließ gestandene Vereine wie Kersbach, Hallerndorf, Heroldsbach, Moggast oder den großen Bruder aus Eggolsheim hinter sich, plumpste die DJK zwei Spielzeiten später wieder auf den Hosenboden in die A-Klasse und wehrte sich seither zwei Jahre vehement dagegen, nochmals eine Etage tiefer zu müssen.

Noch heftiger erwischte es den Forchheimer Kulturverein. Fast wie in einem türkischen Dampfbad rauschten die rot-weißen Ballzauberer nach dem Doppelaufstieg zwischen 2014 und 2015 benebelt von der A-Klasse bis in die Kreisliga auch genauso schnell wieder hinab. Auch diese Saison startete alles andere als zufriedenstellend für Neu-Spielertrainer Ali Sakli. Zwei Remis zum Auftakt - darunter ein 2:2 in Neuses - folgten zwei Niederlagen, doch inzwischen hat sich die völlig umgekrempelte Mannschaft nach neun Ab- und zehn Neuzugängen einigermaßen stabilisiert und liegt nach Mitte der Spielzeit jenseits von Gut und Böse auf Rang 8. Zwölf Punkte Abstand zum ersten Abstiegsplatz ermöglichen Sakli, der zuvor als Co-Trainer bei Wacker Trailsdorf seine Feuertaufe als Coach bestand, ein relativ ruhiges Arbeiten: "Wir dürfen nicht den Fehler machen, dass alles schon in trockenen Tüchern sei, uns nichts mehr passieren könne. Dazu habe ich schon zu viel erlebt. Manchmal geht alles sehr schnell, wenn wichtige Spieler ausfallen."

Dennoch sehen er sowie der gesamte Kulturverein die Saison als Jahr der Konsolidierung: "Ich bin froh, dass die Verantwortlichen Schlüsse aus der Vergangenheit gezogen und sich ein gemeinsames Ziel gesetzt haben. Viele Nachwuchsfußballer und junge türkische Spieler, die auf Vereine in allen Stadtteilen verteilt sind, versuchen wir, für den TKV zurückzugewinnen." Dies solle nicht mit finanziellen Anreizen geschaffen werden. Vielmehr setzt der Kulturverein darauf, die Räume im Vereinsheim in der Kasernstraße vor allem mit Freizeitangeboten für junge Menschen auszustatten, damit sich diese wieder beim TKV heimisch fühlen und zu ihren Wurzeln zurückkehren. Fehlen werden Sakli aber eine Handvoll Spieler: Enver Hantal ist beruflich verhindert und Selim Hantal noch erkrankt. Bei den Routiniers Ökcün Göktug und Sener Karabulut zwickts im Rücken, Emrullah Dülger hat sich eine Zerrung zugezogen.


Neuses hat sich gefangen

Beim Tabellennachbarn aus Neuses freut man sich, inzwischen die Kurve bekommen zu haben und punktgleich mit dem TKV im relativ sicheren Mittelfeld zu stehen. Trainer Michael Rödl, der im April das Ruder übernahm, sieht eine aufsteigende Tendenz: "Nach nur zwei Punkten aus den ersten vier Spielen haben wir in zehn Partien mit sechs Siegen bei nur zwei Niederlagen so etwas wie eine kleine Serie abgeliefert. Die letzten Spiele wieder verloren, man muss aber bedenken, dass wir bei allen sechs Siegen einen 'echten' Torwart im Kasten hatten, in den anderen mussten wir uns mit einem Feldspieler behelfen. Man merkt sofort, dass eine Abwehr sicherer steht, wenn sie hinten einen regulären Keeper als Rückhalt weiß."

Das sei eben das Los der kleinen Vereine in dieser Zeit, dass durch den zunehmenden Spielermangel auch auf den wichtigen Schlüsselpositionen immer weniger Auswahl zur Verfügung steht: "Früher haben sich vier oder fünf Torhüter im Kampf um zwei Stammplätze im Training in den Dreck geschmissen, heute bist du froh, wenn der einzige verbliebene Keeper am Sonntag Zeit hat."

Auf Spielmacher Manuel Gößwein (Leiste) muss Rödl schweren Herzens verzichten. Ein Kuriosum im Regelwerk sorgt bei ihm für Unverständnis: "Mete Karabag half am 10. Oktober in der Reserve aus und wurde durch eine Rote Karte ab Verhandlung für vier Spiele gesperrt. Nach dem Spielplan unseres A-Kaders wäre die Sperre längst abgesessen, wir haben seither schon sechs Spiele gemacht, und selbst nach dem Kalender hätte er ab diesem 12. November wieder eingesetzt werden dürfen. Aber seit einer Regelreform werden nur die Spiele der Mannschaft gerechnet, in denen das Vergehen geschah. Da die Reserven aber grundsätzlich weniger Spiele in den unteren Klassen haben, dauert die Sperre an. Nicht auszudenken, wenn bis zur Winterpause noch ein paar Partien ausfallen, dann darf er erst wieder im Frühjahr ran."
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