Kühlenfels
InFranken-Kick

Weingarts will sich nicht melken lassen

Die "Schoofmelka-Kerwa" steht in Kühlenfels am Samstag an, davor müssen sich die SC-Kicker aber noch gegen "Maigisch" behaupten.
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Der momentan verletzte  Andreas Vogelmann (r.) von der DJK Weingarts bremste beim 0:0 im Spitzenduell der Vorsaison den Ex-Kirchehrenbacher Matthias Schuhmann an der Seitenlinie aus. Leo Hühnlein
Der momentan verletzte Andreas Vogelmann (r.) von der DJK Weingarts bremste beim 0:0 im Spitzenduell der Vorsaison den Ex-Kirchehrenbacher Matthias Schuhmann an der Seitenlinie aus. Leo Hühnlein
Eine ungewöhnliche Anstoßzeit ist für den InFranken-Kick am Samstag angesetzt. Bereits um 13 Uhr rollt der Ball in der Kreisliga 2 zwischen dem SC Kühlenfels und der DJK Weingarts. Geschuldet ist der frühe Beginn der "Schoofmelka-Kerwa" in "Kümas", denn um 16 Uhr soll der Kirchweihbaum unter Beteiligung der SC-Kicker gestellt werden. Die Planung der Heimelf steht also. Jetzt müssen sich die "Maigischer" nur noch melken lassen, das wollen sie aber verständlicherweise nicht.


Kreisliga 2 ER/PEG

SC Kühlenfels (8.) - DJK Weingarts (2.)
Was es mit der "Schoofmelka-Kerwa" auf sich hat, erklärt Franz Macht, Vorsitzender des SC: "Der Begriff geht zurück in die Zeit nach den Bauernkriegen der vorigen Jahrhunderte. Die von der Obrigkeit ausgebeutete Bevölkerung war verarmt und besaß kaum mehr Großvieh wie Kühe oder Pferde. Deshalb wurde Feder- und Kleinvieh, meist Ziegen und Schafe, gehalten - daher Schoofmelka. Im ersten Wappen unseres 1959 gegründeten Vereins war die Silhouette von Schloss Kühlenfels zu sehen, in den 80er Jahren haben wir ein neues Wappen entworfen, in Anlehnung an das Emblem des 1. FC Köln, welches Geißbock Hennes über dem Dom zeigt. Unser Wappen ziert nun ein blauweißer Fußballer und ein Schaf, das einen Vorderhuf auf den Ball stellt und diesen kontrolliert. Daraus entstand die Schoofmelka-Kerwa."

Eigentlich wollte der SC die Partie auf Donnerstag legen, doch das ging bei den Gästen nicht, wie Arne Schmidt, seit zwei Jahren DJK-Trainer, erklärt: "Ein Auswärtsspiel unter der Woche ist immer problematisch. Bis Kühlenfels sind es fast 30 Kilometer und etwa 35 Minuten Fahrzeit, da hätten es einige meiner Leute nicht bis zum Anpfiff geschafft. Zudem fehlen neben den Urlaubern Tobias Link und Tobias Leikam noch die verletzten Andreas Vogelmann und Christopher Freund." Dafür sei Steffen Kraft, der seit seinem Kreuzbandriss im November pausierte sowie Jonas Haller nach erfolgter Hand-OP auf dem Weg zurück in den Kader.

Trotzdem reist die DJK nach drei Siegen in Folge selbstbewusst zu den Drachenfelsern. Die erst zögernd probierte Doppelspitze mit Christian Kosel und Florian Erlwein schlug zuletzt mit zusammen 13 Toren voll ein. Doch der Coach weiß um die Aufgabe: "Im Vorjahr verloren wir dort mit 1:3, vor drei Wochen fuhr der bis dahin verlustpunktfreie Spitzenreiter aus Neunkirchen mit dem gleichen Ergebnis heim. Der SC gewann drei seiner letzten vier Spiele, darunter vorige Woche das Prestigeduell in Pottenstein, und wird daher mit breiter Brust auflaufen." Außerdem habe sich sein Team für diese Saison vorgenommen, keinen Gegner mehr auf die leichte Schulter zu nehmen: "Die Summe der Zähler, die wir im letzten Jahr in vermeintlich schon vorher abgehakten Spielen liegen ließen, haben am Ende bitter gefehlt. Wir müssen über 90 Minuten hochkonzentriert sein, man bekommt nirgendwo Punkte geschenkt." Einen Bonus der als feierwütig bekannten (und daher vielleicht geschwächten) Heimelf erwartet er nicht: "Im Gegenteil. Uns empfängt ein voll motivierter und kampfstarker Gegner, der sich seine Kirchweih nicht verderben will."


Neue Rolle für Schraml

Für den beim ASV Pegnitz seit der C-Jugend groß gewordenen Christopher Schraml ist der SC die erste Station als alleiniger Spielertrainer. Vor zwei Jahren fungierte der 26-Jährige schon als Co-Trainer an der Seite seines Vaters Georg für zwei Spielzeiten in Kühlenfels. Mit der DJK Weingarts hatte er als Jungspund mit 19 Jahren zum einzigen Mal Berührungspunkte: "An die Zweck-Brüder Jens und Marcel kann ich mich noch vage erinnern. Jens war dort Trainer, für mich war es die erste Saison im Herrenbereich beim ASV in der Bezirksliga. Wir trafen im letzten Spiel aufeinander und durch unseren 3:2-Siegtreffer fünf Minuten vor Schluss musste die DJK dann wegen eines fehlenden Zählers absteigen, weil ihre Konkurrenten punkteten." Doch seither ist in Weingarts ein spielstarkes Team gewachsen, das trotz des Verlustes zweier Torjäger in der Offensive wieder sehr stark aufgestellt ist, hinten aber auch verwundbar sei: "Man darf sie nicht entfalten lassen, sonst wird es schwer. Wir müssen über die volle Spielzeit Gas geben und die Räume eng machen. Entgegen der ersten zwei Spiele, als wir noch zu viel Respekt gezeigt haben, haben meine Leute gesehen, dass man jedem Gegner die Stirn bieten kann." In "Kümas" fühle er sich rundum wohl, die Trainingsbeteiligung sei für ein kleines Dorf sehr zufriedenstellend, der Mannschaftsgeist auch außerhalb des Platzes allgegenwärtig.

Obwohl Führungsspieler Christian Deinhardt, der nach durchstandenem Kreuzbandriss noch eine Meniskusquetschung erlitt, ist Schraml vor dem Favoriten nicht Bange. Zudem hat er realisierbare Pläne: "Wir arbeiten an unserer Viererkette und wollen spielerisch zulegen. Aber klar, zunächst müssen wir 35 Punkte erreichen, um sorgenfrei nächste Schritte anzugehen. Da ist jeder Zähler wichtig, ein Dreier wäre ein Traum. Danach können meine Leute zeigen, was echte Schoofmelka sind."
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