Forchheim
Fußball

Öntürk muss mit Jahn-Reserve zum Ex-Klub

Vor wenigen Wochen kehrte Ercan Öntürk zur SpVgg Jahn Forchheim II zurück. Wenn es am Samstag ernst wird, steht dem Coach die nächste Rückkehr bevor.
Artikel einbetten Artikel drucken
Ercan Öntürk (hier noch im Trikot des SC Neuses) baut bei der SpVgg Jahn Forchheim wieder eine zweite Mannschaft auf.  Foto: Archiv
Ercan Öntürk (hier noch im Trikot des SC Neuses) baut bei der SpVgg Jahn Forchheim wieder eine zweite Mannschaft auf. Foto: Archiv
Zum Saisonstart traf es die erste Mannschaft, die ihr Pokalduell mit Don Bosco Bamberg aus Personalmangel absagte, vor dem Start in die B-Klasse 2 klagt auch die neu gegründete Reserve der SpVgg Jahn Forchheim über zahlreiche Ausfälle. "Wir haben aber nochmal alle Hebel in Bewegung gesetzt und 14 Leute zusammengebracht", sagt Sportvorstand Uwe Schüttinger, der am Samstag um 16 Uhr beim FC Burk II sogar selbst auf dem Spielberichtsbogen stehen wird - im zarten Fußballeralter von 50 Jahren. Grund für den geschrumpften Kader seien Urlaubszeit, Verletzungen und berufliche Verpflichtungen.


Öntürk muss wohl in den Kasten

"Der August wird ganz schwer für uns. Wahrscheinlich dauert es bis zur Rückrunde, bis wir mithalten können", vermutet Trainer Ercan Öntürk, der morgen womöglich zwischen den Pfosten stehen wird, weil die Jahn-Reserve über keinen Torwart verfügt. "Wir haben vergeblich versucht, einen zu verpflichten", erklärt Öntürk. Immerhin verschaffte ihm der Spielplan eine Woche mehr Zeit zum Trainieren.

Die Rückkehr in den Spielbetrieb nach dem Rückzug 2015 war recht kurzfristig. Lediglich ein Testspiel brachte der Coach zustande, der 33-Jährige musste sich um andere organisatorische Dinge kümmern. Die Generalprobe gegen A-Klassen-Aufsteiger SC Herzogenaurach-Nord ging mit 0:5 verloren, "doch das war nach der ersten Trainingseinheit", erklärt Öntürk, der fünf Akteure in seinen Reihen hat, die noch in der A-Jugend auflaufen dürften. Das Team trainiert übrigens auf dem VfB-Gelände, die Heimspiele sollen aber an der Jahnstraße ausgetragen werden.

Druck, den Sechs-Klassen-Unterschied zur ersten Mannschaft rasch zu reduzieren, spürt Öntürk nicht: "Das Projekt ist langfristig angelegt. Irgendwann wollen wir in die Kreisklasse oder Kreisliga." Was die Forchheimer zum Auftakt gegen die am vergangenen Wochenende ebenfalls spielfreie Kreisliga-Reserve erwartet, wisse Öntürk nicht. Die Freundschaften, die innerhalb der Stadtgrenzen existieren - zumal bei seinem Ex-Verein -, ruhen jedenfalls für 90 Minuten. "Ich habe auch schon gegen meinen Vater und meinen Bruder gespielt. Auf dem Platz spielt das keine Rolle", sagt der 33-Jährige.


Dritte Teams in Nachbarschaft

Während die SpVgg nach zwei Spielzeiten Abstinenz also wieder eine Reserve ins Rennen schickt, haben die Bayernliga-Konkurrenten SC Eltersdorf und FSV Erlangen-Bruck seit der gerade begonnenen Saison sogar eine dritte Mannschaft gemeldet. Bruck III war am ersten Spieltag der B-Klasse 1 spielfrei. Die "kleinen Quecken" fuhren gegen eine der wenigen ersten Mannschaften der Liga, den TSV Marloffstein, ein 3:0 ein und setzten sich auf Platz 2.

Die Idee, eine dritte Brucker Mannschaft ins Leben zu rufen, entstand schon vor zwei Jahren, als der ehemalige FSVler Markus Gass viele Spieler in seinem Freundeskreis hatte, die nur zum Spaß kicken wollten. Allerdings mussten diese wegen Verletzungssorgen in der Reserve aushelfen, dadurch ging schnell die Lust verloren. Jetzt ist der Verein darauf gekommen, eine Integrationsmannschaft zu gründen. Durch sehr gute Kontakte wurde in einem Asylheim nachgefragt, ob dort Interesse besteht. Einige folgten dem Aufruf. Kreisspielleiter Max Habermann und der bayerische Fußball-Verband ermöglichten die Teilnahme am Punktspielbetrieb. Neben Deutschen sind unter anderem Spieler aus dem Irak, aus Italien, Brasilien und Mexiko vertreten. Als Trainer dieser Multi-Kulti-Truppe fungiert Marco Oehling. Mit acht bis neun Spielern fing Oehling an, mittlerweile seien im Schnitt 14 Mann beim Training, die Zahl steige weiter.

Ganz anders verlief der Gründungsprozess in Eltersdorf. Hier möchte man den Jugendspielern die Möglichkeit geben, sich über die dritte an die zweite (Kreisklasse) oder sogar erste Mannschaft heranzutasten. Gecoacht werden die "kleinen Quecken" von Jugendleiter Peter Hirschberger, als eine Art Co-Trainer fungiert Florian Hartlieb, der mit Benni Fabian vom FC Burk II nach Eltersdorf wechselte. "Unser Ziel ist in dieser Saison ganz klar die obere Tabellenhälfte. Das Erfreuliche ist, dass 80 Prozent unserer Spieler aus Eltersdorf kommen", erklärt Hirschberger.
Verwandte Artikel
Verwandte Fotoserien
Noch keine Kommentare
Sie sind nicht angemeldet.
Sie müssen angemeldet sein, um Kommentieren zu können!
registrieren