Eckental
Tennis

Max I. - der König von Eckental

Wie ein Heimsieg: Der Nürnberger Maximilian Marterer setzt sich beim ATP-Challenger im Finale in drei spannenden Sätzen durch.
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Holte sich erstmals den Gesamtsieg beim ATP-Challenger in Eckental: Maximilian Marterer aus Nürnberg. Bertram Wagner
Holte sich erstmals den Gesamtsieg beim ATP-Challenger in Eckental: Maximilian Marterer aus Nürnberg. Bertram Wagner
Maximilian Marterer wurde frenetisch gefeiert: fünfter Auftritt, fünfter Sieg binnen sechs Tagen beim Bauer Watertechnology Cup, dem ATP-Challenger-Turnier in Eckental.
Exakt um 16.11 Uhr wurde ein fränkischer Tennis-Traum im House of Sports wahr: Der Lokalmatador gewann die 21. Auflage des Turniers vor den Toren Nürnbergs in drei spannungsgeladenen Sätzen (7:6, 3:6, 6:3) gegen den Polen Jerzy Janowicz.
Vor wiederum vollem Haus gewann der 22-Jährige mit seinem dritten Challenger-Triumph in diesem Jahr wertvolle 80 ATP-Punkte und den Siegerscheck über 6190 Euro. Der letzte deutsche Sieg datierte aus dem Jahr 2013 (Benjamin Becker). Für den Sieger bedeutet dies nun ein aktueller ATP-Platz unter den Top 90, er darf sich große Chancen für das Hauptfeld der Australian Open ausrechnen.
Der Fakten-Check Marterer/Janowicz vor dem Endspiel: Nr. 2 gegen Nr. 7 des Turniers, Nr. 106 gegen Nr. 136 der Welt, Lokalmatador gegen ehemaligen Wimbledon-Halbfinalisten, knapp 400 000 Dollar Preisgeld gewonnen gegen fast vier Millionen Dollar.
"Ihr ward eine Wahnsinns-Unterstützung, besonders im dritten Satz, als ich zurücklag", bedankte sich der Franke beim Publikum, das nach dem Breakverlust ahnte, dass dem "local hero" das Wasser bis zum Halse steht. Und siehe da: Rebreak zum 1:1 und als Krönung die 4:2-Führung, nachdem er die zweite von drei Breakchancen nutzte. Das House of Sports glich einem Tollhaus.
Dabei hatte es im zweiten Durchgang gar nicht gut ausgesehen, Marterer wirkte zeitweise kraftlos und musste den Satzausgleich hinnehmen. Der Satz des Turniers war zweifelsohne der erste Durchgang: Spannender kann Tennis nicht sein wie der 10:8-Tiebreak-Gewinn von Marterer.
Zwei begeisternde Halbfinals waren der geeignete Appetithappen für den Finalsonntag. Fast vier Stunden netto Weltklasse-Tennis erlebten die fränkischen Fans - mit den Siegern Marterer und Janowicz, die sich beide mächtig strecken mussten. Schwerstarbeit musste vor allem der Pole leisten, denn der ungesetzte Münchner Matthias Bachinger agierte mit ihm auf Augenhöhe. Allein die Spielzeit von 140 Minuten spricht Bände. "Das war ein unglaublich gutes Match. Richtig hohes Niveau und aufregend. Matthias hat toll gespielt", fasste der überglückliche Drei-Satz-Gewinner zusammen. Für den Verlierer war es der bislang beste Eckental-Auftritt: 2010 und 2014 Achtelfinale, heuer Halbfinale.
Der 22-jährige Marterer ist seit 2012 ununterbrochen in Eckental dabei und hatte in diesem Jahr seinen mit Abstand besten Auftritt. Den letzten Schritt ins Finale machte er gegen den Österreicher Sebastian Ofner mit 6:4, 6:4 - exakt in der Hälfte der Spielzeit des ersten Halbfinals. Der erste Durchgang entwickelte sich trotz der Aufschlagstärke beider Halbfinalisten zu einem Break-Festival: Marterer-Break zum 3:2, Rebreak zum 4:4, Break Marterer zum 5:4 - damit war der erste Satz quasi unter Dach und Fach. So startete der nach den zwei Sätzen stürmisch gefeierte Lokalmatador auch in den zweiten Durchgang: Ein frühes Break ließen die Aktien steigen und Marter strich den Kursgewinn (6:4) verdientermaßen ein. Das Finale durfte kommen.
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