Kirchehrenbach
Kunstrad

Lukas Kohl läutet eine neue Ära ein

Erneut hat Lukas Kohl den WM-Titel im 1er Kunstrad der Männer gewonnen. Der 21-Jährige war in seiner Disziplin der alle überragende Sportler.
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Der eingerahmte Sieger: Lukas Kohl (M.) holte erneut den WM-Titel im 1er Kunstrad der Männer. Moritz Herbst (l.) wurde Zweiter, Platz 3 ging an Chin To Wong aus Hongkong. Oliver Stoll/dieSportfotografen.de
Der eingerahmte Sieger: Lukas Kohl (M.) holte erneut den WM-Titel im 1er Kunstrad der Männer. Moritz Herbst (l.) wurde Zweiter, Platz 3 ging an Chin To Wong aus Hongkong. Oliver Stoll/dieSportfotografen.de
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9000 Zuschauer an drei Tagen: Die Hallenradsport-WM im österreichischen Dornbirn war eine stimmungsgewaltige Veranstaltung. Die Zuschauer saßen nah an der Wettkampffläche und verwandelten die ausverkaufte Halle im Radball zu einem Tollhaus, während es bei den Kunstradvorführungen doch eher ruhig war mit teilweisem Szenenapplaus. Gleich drei WM-Titel gingen dabei nach Franken: Neben Lukas Kohl vom RMSV Concordia Kirchehrenbach, der sich erneut zum Weltmeister im 1er Kunstrad der Männer kürte, siegte Milena Slupina aus Bernlohe bei Roth bei den Frauen. Im Radball hatten zudem Gerhard und Bernd Mlady aus Stein bei Fürth die Nase vorn.


Training am frühen Morgen

Schon Tage vor der WM traf sich die komplette deutsche Mannschaft im Teamhotel. Darunter auch Lukas Kohl, der als letzter deutscher Athlet am Sonntag auf die WM-Bühne durfte. Zeit, die überbrückt werden musste. "Ich habe mich jeden Tag um 7 Uhr warmgelaufen, habe um 7.30 Uhr eine Trainingseinheit vor dem Frühstück absolviert, wenn noch keiner in der Halle war", so der jetzt zweifache Titelträger.

Am Sonntag um 12.56 Uhr folgte sein erster Auftritt im Vorkampf. An die Fläche wurde er von Co-Bundestrainerin Sonja Kaiser begleitet, während Mutter und Trainerin Andrea etwas im Hintergrund stand.

Lukas Burri (Schweiz) fuhr 166,35 Punkte ein, während Chin To Wong aus Hongkong 176,40 Zähler vorlegte. Teamkollege Moritz Herbst (Wendlingen) zitterte sich bei seinem Debüt zu 181,18 Punkten. Kohl spulte sein Kür dagegen wie ein Schweizer Uhrwerk ab. 204,89 Punkte - der mit Abstand höchste Wert, das Finale war erreicht. Jetzt hieß es, neue Kräfte zu sammeln für den Endkampf der besten Vier.

16.03 Uhr, der eigentliche Kampf um die WM-Krone begann. Zuvor steigerte sich Burri trotz eines Absteigers auf 171,35 Punkte. Auch Wong patzte beim Drehsprung, mit 178,51 Punkten war ihm aber erneut Bronze sicher. Herbst hatte die Nervosität abgelegt. Er fuhr 194,03 Punkte heraus. All das hatte Lukas Kohl in Ruhe verfolgt. Mit einem spitzbübischen Lächeln im Gesicht betrat er die Fläche.

Nach einer halben Runde folgte der Maute-Sprung, den keiner so schnell springt wie Lukas Kohl. Dafür gab es Szenenapplaus. Der Sattellenker-Handstand, der Kehrstandsteiger, die Steigerrückwärtsserie - es passte alles. Den Drehsprung erweiterte er auf vier Drehungen, was Zusatzpunkte brachte, während er auf die Erweiterung der Lenkerstanddrehung aus Zeitgründen verzichtete. Der Lenkerhandstand folgte, der Rest zog sich wie an der Schnur gezogen durch bis zur letzten Übung, der Standsteigerdrehung. Mit einem noch breiteren Lächeln stieg er von seinem Sportgerät. 202,75 Punkte bedeuteten den zweiten WM-Titel nach 2016. "Ich habe auf die vollen Tribünen hochgeschaut und die Atmosphäre aufgesogen. Beim Fahren war ich auf meine Übungen konzentriert. Ich bin froh, dass alles gut geklappt hat und ich wieder Weltmeister geworden bin", so sein gewohnt bescheidenes Resümee.

Auch bei der Siegerehrung genoss der "Lukinator" die Atmosphäre. Das Regenbogentrikot als Zeichen des Weltmeisters durfte er sich überstreifen und WM-Gold umhängen lassen. Als Geschenk gab es für jeden Weltmeister einen großen Laib Käse. "Der war ganz schön schwer. Vermutlich werde ich ihn zusammen mit meinen Fans bei einer gemeinsamen Feier verköstigen. Aber Genaueres steht noch nicht fest", so Lukas Kohl. Die Ehrenrunde mit Laola-Welle vor den vier Tribünen schloss sich an, das Feiern mit den mitgereisten Fans aus der Heimat ebenso. Anschließend musste er direkt zum Dopingtest. Das Leben eines Weltmeisters - manchmal kann das auch in (positiven) Stress ausarten.
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