Kirchehrenbach
Kunstrad

Lukas Kohl in der Rolle des Gejagten

Der Weltmeister plant die Titelverteidigung - und setzt sich beim 1. German-Masters souverän an die Spitze des Feldes.
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Lukas Kohl von der Concordia Kirchehrenbach dominierte beim 1. German-Masters die Männer-Konkurrenz nach Belieben.  Fotos: Oliver Stoll/dieSportfotografen.de
Lukas Kohl von der Concordia Kirchehrenbach dominierte beim 1. German-Masters die Männer-Konkurrenz nach Belieben. Fotos: Oliver Stoll/dieSportfotografen.de
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Der Countdown auf dem Weg zur Hallenradsport-WM in Dornbirn/Österreich im November wurde mit der Austragung des 1. German-Masters in Weil im Schönbuch eingeläutet. Die Weltklasse des Kunstradsports gab sich die Ehre. Einige Sportler haben sich bereits die Teilnahme an der deutschen Meisterschaft in Hamburg sichern können, so auch Lukas Kohl, der amtierende Weltmeister im 1er Kunstrad.

Mit ausgefahrenen 200,30 und 202,79 Punkten dominierte der Athlet des RMSV Concordia Kirchehrenbach die Männer-Konkurrenz. Mit zwei Kürvorträgen von jeweils über 200 Punkten meldete Kohl gleich zu Beginn seine Ansprüche auf eine Titelverteidigung an. Auch der amtierende Weltmeister muss im Gegensatz zu manch anderen Sportarten durch die WM-Qualifikationsmühlen in der German-Masters-Serie. In der WM-Zwischenwertung (nach 2 von 7 Ausscheidungen) führt der "Lukinator" mit 403,09 Punkten vor Moritz Herbst (Wendlingen/384,42) und Marcel Jüngling (Dornheim) sowie Martin Fürsattel (Fürth-Vach) mit je 371,14 Punkten.

Herr Kohl, 2016 waren Sie noch der Jäger. Fühlen Sie sich nun in der Rolle des Gejagten?
Lukas Kohl: Mit dem Regenbogentrikot des Weltmeisters steht man schon etwas unter Druck, denn die Zuschauer wollen von mir ja einen weltmeisterlichen Auftritt sehen. Ich will immer mein Bestes geben, um zu zeigen, dass ich das WM-Trikot verdient habe. 2016 war noch Michael Niedermeier vor mir und ich konnte vorlegen. Heute bin ich der Letzte, der auf die Fläche geht. Ich weiß, was die Konkurrenten vorgelegt haben und muss dies dann toppen. Bisher hat mich die Konkurrenz noch nicht bis aufs letzte gefordert. Ich weiß aber nicht, was passiert, wenn ein Topresultat vorgelegt wird.

Sind die beiden Ergebnisse der halbe Weg zur Hallenrad-WM?
Nein, aus meiner Sicht noch nicht. Es ist erst ein kleiner Schritt. Moritz Herbst war gehandicapt am Start, er konnte diese Woche aufgrund einer starken Erkältung nicht trainieren. Wenn er im Vollbesitz seiner Kräfte ist, kann er genauso über 200 Punkte herausfahren. Ebenso weiß ich, was Martin Fürsattel kann. Und Marcel Jüngling hat eine Topleistung auf die Fläche gezaubert. Da ist längst nicht alles in trockenen Tüchern.

Den Maute-Sprung, vom Sattel bei rollendem Rad auf den Lenker, springt keiner so schnell wie Sie. Was ist das Rezept?
Danke für das Kompliment. Im Gegensatz zu den anderen Sportlern fahre ich nicht gerade, sondern fahre leicht in der Kurve. Darum geht dies aus meiner Sicht viel schneller.

Was steht als Nächstes auf dem Wettkampfprogramm?
Am 23. September ist schon das nächste German-Masters in Öhringen, ehe am 7. Oktober das German-Masters-Finale in Gutach steigt. Im Oktober gilt es dann in Hamburg, meinen deutschen Titel zu verteidigen.

Ab 2018 soll es als Neuerung einen vierteiligen Kunstrad-World-Cup geben. Wie stehen Sie dazu?
Ja, das ist richtig. Der Start ist im Februar in Prag. Im Juni geht es vermutlich in Heerlen in den Niederlanden weiter, im August dann in Hongkong und eine Woche vor der Hallenrad-WM 2018 ist das Finale in Erlenbach in Baden-Württemberg. Ich stehe der World-Cup-Serie positiv gegenüber. Es hilft uns sicherlich, die Sportart auf der Welt bekannter zu machen. Der Wettkampfkalender wird zwar dann noch dichter, aber grundsätzlich wäre ich schon gerne dabei. Leider gibt es derzeit noch keine Infos, wie die Qualifikationskriterien sind. Das gilt auch für die 2018 erstmals stattfindenden Europameisterschaften in Wiesbaden.
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