Viel war geboten: Beim InFranken-Kick aus der A-Klasse 3 zwischen dem SV Pretzfeld und dem FC Thuisbrunn fackelten beide Reihen nicht lange und begegneten sich mit offenem Visier. Der erste von fünf Treffern fiel bereits nach sieben Minuten. Wären die Gäste danach nicht in einen zehnminütigen Tiefschlaf verfallen, hätten sie den Pretzfeldern das Kerwa-Wochenende versauen können. So kam der SV dann doch in die Spur zurück, musste am Ende aber noch um die Freimaßen bangen.


A-Klasse 3 ER/PEG

SV Pretzfeld - FC Thuisbrunn 3:2
Unbeeindruckt von der stärksten Sturmreihe der A-Klasse mit 51 Treffern zeigten sich die Gäste. Zwar bekamen zwei Versuche aus der Distanz in der Anfangsphase noch das Prädikat "Warnschüsse", doch nach sieben Zeigerumdrehungen zappelte die Kirsche im heimischen Netz. Ein von Tobias Schütz schnell ausgeführter Einwurf zu Steffen Staudinger, der den Ball mit der Brust mitnahm und sich selbst vorlegte, brachte die Führung für die Gäste. Knapp vor dem Fünfereck drosch der Gästespielertrainer das Leder per sattem Volley ins kurze Eck zum 0:1.

So hatten sich die Kirschenbomber das Unternehmen "Kerwa-Sieg" nicht vorgestellt, fast wäre das verfrühte Geburtstagsgeschenk an ihren Spielertrainer Jörg Rösch, der heute 39 Jahre alt wird, misslungen. Kurz danach jubelte der FC-Anhang wieder, als Staudinger durch die Gasse steckte und Simon König aus kurzer Distanz einnetzte, doch zum Glück für den SV entschied Referee Metin Akyol auf Abseits.

Ein katastrophaler Fehler der Gäste am eigenen Strafraum brachte die Heimelf in die Partie zurück, als Martin Lindner der Ball quasi auf die Füße gelegt wurde. Dessen Heber erwischte Torhüter Lukas König noch mit den Fingerspitzen, die abgebremste Kugel tröpfelte aber in den Kasten ab zum 1:1 (17.). Auch beim Freistoß von Raphael Porzelt kurz danach schaute der Gäste-Keeper nicht ganz glücklich aus und ließ den wuchtig und hoch auf den langen Winkel getimten Ball nach vorne abprallen, wo ihn Michael Streibel zur 2:1-Führung abstaubte (19.). Ein Kunstschuss von Schütz (25.), der einen Freistoß über die Mauer an den Innenpfosten des rechten Torwinkels zirkelte, erzeugte manchen Zungenschnalzer auf den Rängen - der Makel dabei war, dass eben Millimeter fehlten.

So durfte gegenüber Streibel zeigen, dass er über genauso viel Gefühl in seinen Tretern verfügt, nachdem er aus 20 Metern einen Standard fast mittig des Feldes zurechtlegte. Raffiniert hob er den Heber per Innenrist in die lange Ecke als Doppelpack zum 3:1-Pausenstand (40.).

Mit frischem Schwung in Person des eingewechselten Jannik Beierlein, der über die rechte Seite viel Belebung brachte, kehrten die Gäste nach der Standpauke ihres Trainers auf den Rasen zurück. Doch zunächst hatte Porzelt die Chance aufs 4:1 und somit den Sack zuzumachen, als ihm Keeper König entgegenlief, Porzelts mehrfache Versuche aber immer an irgendeinem Bein hängenblieben.
Mit einer Direktabnahme (58.) von Tobias Gerstner, die knapp über die Latte strich, läuteten die Gäste ihre stärkste Phase ein. Als Staudinger quer auf Beierlein legte, hob dieser das Runde zum 2:3-Anschluss (60.) ins Eckige. Folglich hatten die Gastgeber Glück, dass Akyol eine nicht regelkonforme Aktion von Manuel Pöhlmann anders bewertete (64.). Da der von ihm aus dem Gleichgewicht gebrachte Jannik Beierlein in den Laufweg von Mitspieler Simon König stolperte und alle drei zu Boden glitten, sah es wohl für den Referee nach einer unglücklichen Verkettung aus. Hier hätte sich der Abwehrspieler über einen Elferpfiff nicht beschweren dürfen.

Kurz danach brannte die Luft nach einer von Schütz tückisch vors Tor gezogenen Hereingabe, sowohl Matthias Escherich, als auch im Nachschuss Beierlein scheiterten am glänzend reagierenden Michael Dötzer im Kasten (67.). Die Brechstange der Gäste bot Platz für Konter. Erst hob Streibel über das Quergestänge (71.), dann war Jörg Rösch allein auf und davon und wurde erst vom aus seinem Tor eilenden König ausgebremst (75.). Felix Hümmer hatte den Ausgleich am Schlappen, als Staudinger zu ihm in den Rückraum legte, er aber zu überhastet über den Torbalken zielte (79.). SV-Keeper Dötzer zog alle Register und fischte den platzierten Flachball von Schütz aus dem Eck (81.). Porzelt durfte gegenüber nochmals per Freistoß ran und visierte listig das kurze Eck an, wo das Leder aber knapp am Pfosten vorbei strich. Der überschwängliche Jubel der Heimelf nach Abpfiff zeigte, wie schwer und knapp dieser Dreier für sie war.



Stimmen zum Spiel

Jörg Rösch (Spielertrainer SV Pretzfeld): "Mit dem Ergebnis bin ich zufrieden, mit unserem Spiel nur bedingt. Nach schlechtem Start und dem Rückstand sind wir aufgewacht und haben dann eine gute halbe Stunde bis zur Pause geliefert. Allerdings wurde unsere Führung durch zwei Torwartfehler begünstigt. Warum es nach der Halbzeit so abbrach, ist mir ein Rätsel, wir wussten ja, dass sie noch mal kommen."

Steffen Staudinger (Spielertrainer FC Thuisbrunn): "Wenn man sich das gesamte Spiel anschaut, ist die Niederlage für uns mehr als unglücklich. Zehn Minuten Tiefschlaf in der ersten Halbzeit haben uns die Punkte gekostet, davor und die komplette zweite Hälfte haben wir das Spiel dominiert. Wir hätten mindestens ein Unentschieden verdient gehabt und waren mehrmals nahe dran. Es hat nicht sollen sein."

SV Pretzfeld: Michael Dötzer - Maximilian Dötzer, Martin Lindner, Pöhlmann, Amon, Güla, Krippner, Porzelt, Streibel, Gebhardt, Rösch, (Baier, Joachim Lindner). FC Thuisbrunn: Lukas König - Gebhardt, Schaffer, Hofmann, Schütz, Staudinger, Escherich, Bening, Gerstner, Simon König, Hümmer, (Beierlein, Alexander Nagy, Müller). Schiedsrichter: Metin Akyol (DJK Sparta Pautzfeld). Zuschauer: 155. Tore: 0:1 Staudinger (7.), 1:1 M. Lindner (17.), 2:1, 3:1 M. Streibel (19./40.), 3:2 Beierlein (59.).