Muggendorf
Steilpass

Durch Freundin auf den Platz zurück

Nach schwerer Knieverletzung blieb Christian Distler dem Fußball zumindest als Reporter erhalten. Über seine Freundin fing er auch wieder das Kicken an.
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Wegen zweier schwerer Knieverletzungen wechselte Christian Distler 2015 vom Fußballplatz neben denselbigen. Als Topspiel-Reporter ist er seitdem für unser Partnerportal anpfiff.info im Spielkreis Erlangen/Pegnitzgrund unterwegs. Ganz kann er das Kicken aber nicht lassen, deswegen läuft der 23-Jährige seit genau einem Jahr für die SpVgg Neideck-Muggendorf in der A-Klasse 3 auf.

Doch die Blessuren gingen nicht spurlos am ehemaligen Jugendspieler des FSV Buttenheim, Baiersdorfer SV und FC Eintracht Bamberg vorüber, weswegen der frühere Innenverteidiger und jetzige zentrale Mittelfeldspieler gestern im Derby gegen Dürrbrunn mal wieder zusehen musste.

Wer hat Sie angespielt?
Christian Distler: Tobias Förtsch, mit dem ich von der 5. Klasse bis zum Abitur am Gymnasium Fränkische Schweiz in Ebermannstadt war. Wie es leider mit vielen ehemaligen Schulkollegen ist, haben wir uns danach aus den Augen verloren, deshalb habe ich mich gefreut, auf diesem Wege von ihm zu hören.

Bis Mai 2015 standen Sie in der Bayernliga beim SV Memmelsdorf auf dem Platz. Seit September vergangenen Jahres laufen Sie für Muggendorf in der A-Klasse auf. Wie kam es zu diesem "Absturz"?
Ich hatte zwei schwere Knieverletzungen. Unter anderem einen Kreuzbandriss und Meniskusschaden. Nach dem zweiten Mal habe ich meine Schuhe an den Nagel gehängt. Über meine jetzige Freundin kam ich mit Muggendorfer Spielern in Kontakt und habe wieder angefangen.

In den unteren Ligen ist das Spiel nicht so körperbetont. Dass ich in der A-Klasse härter angegangen werde als in der Bayernliga, kann ich nicht bestätigen. Ich habe mich inzwischen auch daran gewöhnt, dass ich vorsichtiger spielen muss und nicht alle Saisonspiele absolvieren kann. Auch jetzt falle ich wieder rund drei Wochen aus.

Fußballer und Zuschauer aus dem Kreis kennen Sie wahrscheinlich nicht nur als Kicker, sondern auch als Berichterstatter...
Auch dafür ist meine Verletzung verantwortlich. Ich wollte weiter etwas mit Fußball zu tun haben und mache seitdem Topspiele für anpfiff.info. Ich war also schon vor meiner Zeit bei Muggendorf fast jedes Wochenende auf einem Platz. Dort schreibe ich über die Partie, mache Bilder, spreche mit beteiligten Akteuren und so weiter.

Ihre SpVgg ist mit vier Siegen aus fünf Begegnungen gut in die Saison gestartet. Ist die Rückkehr in die Kreisklasse nach drei Jahren fällig?
Ich zähle uns neben Gräfenberg, Thuisbrunn, Reuth und Pretzfeld zu den Topfavoriten. Wir haben eine richtig gute Truppe mit vielen Jungen, Motivierten, die großes Potenzial haben. Allerdings bin ich nicht der einzige Verletzungsanfällige aus der Mannschaft. Nur wenn wir alle einigermaßen fit bleiben, haben wir eine Chance.

Die Neidecker tragen ihre Heimspiele nicht am Sonntag, sondern am Freitag oder Samstag aus. Warum?
Der Verein erhofft sich dadurch mehr Zuschauer. Zudem passen die Termine einigen im Team besser als der Sonntag.

An wen spielen Sie weiter?
An meine Freundin Lena Seyberth, die ich in der Höchstadter Disko Puls kennengelernt habe. Sie hat mit 14 oder 15 mit dem Fußballspielen angefangen und kickt seit 2015 beim FC Wichsenstein in der Kreisklasse 2. Dort wurde sie - ähnlich wie ich - mittlerweile von der Verteidigerin zur Mittelfeldspielerin umgeschult.

Steilpass-Regeln: Das Spielfeld bilden die Landkreise Erlangen-Höchstadt und Forchheim. Verboten sind Kurzpässe, also Zuspiele innerhalb des eigenen Vereins, und Rückpässe zu bereits angespielten Aktiven.
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