Kirchehrenbach
Kunstrad

Die Show kann wieder beginnen

Ohne große Pause ins neue Jahr: Für Lukas Kohl steht am Samstag der Auftakt im Weltcup an. Es ist der Start in eine lange Saison.
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Das neue Regenbogentrikot des Weltmeisters ist da: Lukas Kohl hat das Einzelstück selbst anfertigen lassen und mit den Logos seiner Sponsoren verziert. Dieses präsentiert er derzeit seinen Unterstützern, wie der Sparkasse Forchheim um Barbara Eberlein (re.). privat
Das neue Regenbogentrikot des Weltmeisters ist da: Lukas Kohl hat das Einzelstück selbst anfertigen lassen und mit den Logos seiner Sponsoren verziert. Dieses präsentiert er derzeit seinen Unterstützern, wie der Sparkasse Forchheim um Barbara Eberlein (re.). privat
Lukas Kohl muss sich ranhalten, der Zeitplan ist in diesem Jahr besonders eng getaktet. Die erstmals stattfindende EM im Juni, dazu der neu geschaffene und vierteilige Weltcup, dann natürlich die WM und viele weitere Wettkämpfe: Nur eine zweiwöchige Pause hat sich der Weltmeister im 1er Kunstrad der Männer gegönnt, ist seit Weihnachten bereits wieder im Training.


Weltcup-Auftakt in Prag

Schon an diesem Samstag steht für den Athleten des RMSV Concordia Kirchehrenbach der erste Wettkampf im Terminkalender, es geht nach Prag zum Auftakt der Weltcup-Serie. Bislang ist die Saison erst Mitte des Jahres so richtig in Fahrt gekommen, die Trainingsintensität entsprechend ausgelegt. Heuer ändert sich vieles. "Das Datum in Prag ist sicher etwas ungünstig", sagt der 22-Jährige: "Weil der nächste Wettkampf mit der EM-Quali erst im April folgt und die Pause bis dahin recht lange ist. Ich muss die Belastung im Training über das Jahr regulieren, sie wird wellenförmig sein, mal mehr, mal weniger."

Trotzdem: Ein Weltmeister will sich auch als solcher präsentieren, es hieß also, die WM-Form aus dem November einigermaßen ins neue Jahr mitzunehmen, nichts schleifen zu lassen, aber den Körper nicht über die Maßen zu beanspruchen. "Ich nehme den Weltcup auf jeden Fall ernst, bin aber sicherlich nicht in der Form wie kurz vor der WM", sagt Kohl. Hat zur Folge, dass er die eingereichte Kür im Vergleich zur WM um 0,6 Zähler reduzierte, aber noch auf 206,4 Punkte kommt - weit vor allen anderen.

Den zweiten Handstand zeigt Kohl in Prag in der Schweizer Variante, die kostet weniger Kraft als die deutsche. Letztere zeigt außer Kohl ohnehin fast niemand. "Da spielt der Faktor Sicherheit rein, da ich die Handstände zuletzt nicht so geübt habe wie vor einer WM. Diese über ein ganzes Jahr in voller Intensität zu trainieren, geht einfach nicht. Die Saison ist verdammt lang, ich muss Schwerpunkte setzen", sagt Kohl.

Ohnehin sei es schwierig, über die Wertigkeit des Weltcups im Vorfeld ein Urteil zu fällen. Das Abschneiden hat keine Auswirkung auf die WM-Qualifikation, die Abläufe sind auch andere: Jeder Sportler hat nur einen Auftritt mit seiner fünfminütigen Kür, alles oder nichts, ohne Finale oder Vorrunde. Im Juni in den Niederlanden sowie im August in Hongkong finden weitere Weltcups statt, das Finale ist im November in Erlenbach (Baden-Württemberg). Die Punkte anhand der Platzierungen werden addiert, am Ende steht der Gesamtsieger fest. Gerade die Reise nach Hongkong treibt Kohl um: "Ich freue mich riesig auf Asien, andererseits ist es fast ein wenig verrückt, dass ich für eine fünfminütige Kür dorthin fliege."

Inzwischen ist das Regenbogentrikot des Titelträgers eingetroffen, verziert mit den Logos der Sponsoren, mit deren Hilfe die Finanzierung einer langen Saison erst möglich wird. Weiter gilt: Reich wird man als Kunstradfahrer nicht, auch nicht als Weltmeister. "Mir ist es wichtig, jedem Unterstützer das Trikot zu zeigen und mich persönlich zu bedanken. Nur dadurch ist es mir möglich, den Sport so intensiv zu betreiben", sagt Kohl und tingelt von einem Sponsor zum anderen, irgendwann zwischen Training, Studium und der Vorbereitung auf Prag.


Lukas Kohl sagt Danke

Weltmeister wird man nicht allein. Lukas Kohl möchte sich bei vielen bedanken, ohne die der zweimalige WM-Triumph nicht möglich gewesen wäre.

Verein: Danke an meinen Verein RMSV Concordia Kirchehrenbach. Er hat mir die Möglichkeit gegeben, das Kunstradfahren vor 13 Jahren auszuprobieren. Dabei geht ein besonderer Dank an den Vorsitzenden Alfred Pieger und an Daniela Meixner. Sie hat mich einige Jahre trainiert und kümmert sich um das Drumherum. Sie ist mindestens genauso intensiv dabei wie ich es bin.

Verband: Danke an den BDR (Bund Deutscher Radfahrer) für die tolle Organisation bei der WM in Dornbirn. Hier geht ein besonderer Dank an Marco Rossmann sowie die Bundestrainer Dieter Maute und Sonja Kaiser, die eine möglichst optimale Vorbereitung vor Ort ermöglicht haben.

WM-Team: Daneben geht mein Dank auch an das WM-Team, an alle Sportler und Betreuer. Wir waren ein Team: Team Deutschland. Seit einigen Jahren darf ich mit der Nationalmannschaft trainieren, die Grundlagen erhielt ich im bayerischen Landeskader. An dieser Stelle sei allen Trainerinnen und Trainern gedankt, die meinen Weg begleitet haben. Hier möchte ich ganz besonders das Team Bayern erwähnen.

Familie: Der größte Dank geht an meine Familie: Ihr habt mit mir viele hunderte, ja sogar tausende Stunden in meinen Sport investiert. Die komplette Urlaubsplanung richtet sich nach meinem Wettkampfkalender. Von euch bekomme ich die beste Unterstützung und viel Verständnis. Ganz besonders will ich meine Mama Andrea hervorheben, sie verbringt mit mir jedes Training in der Halle, analysiert jede Übung und sorgt dafür, dass meine Kür so perfekt geklappt hat.

Unterstützer: Vielen Dank an meine Fans, die mich bei der WM live unterstützt haben, aber auch an alle, die zu Hause geblieben sind, einen Livestream geschaut oder den Ticker gelesen haben.

Sponsoren: Ein großes Dankeschön geht an alle meine Unterstützer, die einen Teil meiner Kosten übernehmen: Pica Marker aus Kirchehrenbach, MTS aus Schlaifhausen, Breitenbach-Apotheke aus Ebermannstadt, Stadtwerke Ebermannstadt, handy-help aus Eggolsheim, Sparkasse Forchheim, Volksbank Forchheim und Physiotherapeut Stefan Renner greifen mir unter die Arme.
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