Forchheim
Fußball-Bayernliga

Die nächste Wiedervereinigung

Vor einigen Jahren spielten Adem und Artan Selmani beim Jahn, zu dieser Saison laufen beide wieder im blauen Dress auf. Am Samstag fehlt aber einer.
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Zwei Brüder, ein Verein: Zu dieser Saison wechselte Artan Selmani (li.) vom Baiersdorfer SV zur SpVgg Jahn Forchheim, also dorthin, wo sein Bruder Adem seit einigen Jahren zu den absoluten Leistungsträgern gehört. anpfiff.info
Zwei Brüder, ein Verein: Zu dieser Saison wechselte Artan Selmani (li.) vom Baiersdorfer SV zur SpVgg Jahn Forchheim, also dorthin, wo sein Bruder Adem seit einigen Jahren zu den absoluten Leistungsträgern gehört. anpfiff.info
Während Adem Selmani schon seit einigen Jahren erfolgreich für die SpVgg Jahn Forchheim gegen das runde Leder tritt, ist Bruder Artan seit dieser Saison wieder mit an Bord und will sich nach und nach in die Mannschaft kämpfen. Am Samstag um 16 Uhr gastiert die SpVgg in der Bayernliga beim FC Sand - aber ohne Adem, der beim 2:1 gegen Großbardorf eine Rote Karte sah.

Das sportliche Wirken der Selmanis begann ganz früh. Angefangen hat alles wegen dem Papa, der früher Boxer war. "Mein Vater wollte immer, dass wir in der Freizeit Sport machen und zur Schule einen guten Ausgleich haben. Für ihn war auch sehr wichtig, dass wir durch den Fußball vermeiden, mit falschen Leuten abzuhängen. Dass Artan und ich das Fußballspielen so sehr geliebt haben, wusste Papa natürlich damals noch nicht. Als Boxer ging er nicht davon aus, dass wir Fußballer-Gene haben", erinnert sich Adem.


Fast die ganze Jugend bei Bruck

Die Brüder spielten in der Jugend des FSV Erlangen-Bruck. Während Adem - bis auf ein Jahr beim SC Eltersdorf - seine ganze Jugend beim FSV verbrachte, gab sich Artan deutlich wechselwilliger. Später zogen die Selmanis in die Nähe der SpVgg Erlangen, so dass sich ein Wechsel zu den "Weinrot-Schwarzen" anbot. In der B-Jugend wechselte Artan zum TV 48 Erlangen, später ging er zum Baiersdorfer SV und versuchte sich im ersten Herren-Jahr wieder beim FSV in der Bayernliga. Richtig durchsetzen konnte sich Artan allerdings nicht, so dass sich der Mittelfeldspieler zu einem Wechsel zum Jahn entschied. Damals, in der Saison 2013/2014, spielte der Jahn um die Bayernligameisterschaft, er kam wieder kaum zum Zug.

Bruder Adem war da schon Stammspieler beim Jahn, auch wenn er eigentlich nie aus Bruck wegwollte. "Wenn ich ehrlich bin, ist es mir damals sehr schwer gefallen, Bruck zu verlassen. Ich habe da mit vier Jahren das Fußballspielen begonnen und erst mit 20 den Verein verlassen. Wenn man mich fragen würde, was mein Heimatverein ist, dann gibt es keine andere Antwort als den FSV Bruck", sagt Adem. Als junger Kerl mit gerade einmal 18 Jahren kam er lediglich in der Landesliga-Reserve der Brucker regelmäßig zum Einsatz und erzielte einige Treffer, 14 Tore waren es in 31 Spielen. Über den Umweg Buckenhofen landete Adem beim Jahn und war die letzten Jahre immer Stammspieler beim Forchheimer Traditionsverein.

Seit dieser Saison spielen beide Brüder wieder zusammen, und wie schon beim ersten Versuch, muss sich der aus Baiersdorf gekommene Artan mit der Rolle als Ergänzungsspieler anfreunden. "Ich bin zwar kein Stammspieler, aber ich bin geduldig und gebe jedes Training Gas. Ich lerne sehr viel dazu. Eine kleine Verletzung und mein Urlaub haben mich etwas aus der Bahn gebracht", sagt Artan, der weiter auf seine Chance in der neuen Umgebung warten will. Bislang reichte es für den 22-Jährigen nur zu vier Einwechslungen mit einer Gesamtzeit von 39 Minuten. Im Vergleich zur ersten Spielzeit bei den Forchheimern sieht Adem seinen Bruder aber schon viel weiter. "Er war damals sehr jung und unerfahren. Unser Kader war sehr stark, dementsprechend ging es im Training zur Sache. Ich konnte mich nicht immer komplett auf mich allein konzentrieren, sondern hatte den kleinen Bruder im Hinterkopf. Macht er es gut? Was macht er falsch? Wie hart gehen sie bei ihm rein? Und so weiter. Diese Saison ist das was ganz anderes. Artan ist in meinen Augen schon sehr erwachsen. Mannschaft und Trainerstab haben ihn super aufgenommen. Ich kann mich auf meine Sache konzentrieren, er sich auf seine."

Für Adem steht erst einmal eine Pause an. Aufgrund einer "Dummheit", wie der Stürmer sagt, kassierte er gegen Großbardorf eine Rote Karte und muss von außen zusehen. So dürfte der Offensivmann auch das Derby gegen den SC Eltersdorf verpassen. Ein Umstand, der Adem doppelt ärgert.

Bevor es aber gegen Eltersdorf geht, steht am Samstag das Spiel beim FC Sand auf dem Programm. Das Formbarometer spricht klar für Forchheim, das seine letzten drei Spiele gewann und bisweilen zu begeistern wusste. Das kann man vom FC Sand derzeit nicht behaupten. Nur gegen das Schlusslicht aus Amberg gewannen die Unterfranken, besonders die Abschlussschwäche ist das große Manko: Nur neun erzielte Tore sind der mit Abstand schlechteste Wert aller Teams. Zum Vergleich: Forchheim hat drei Mal so viele Tore erzielt.
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