LKR Forchheim
Fußball-Bezirksliga

Derby macht den Auftakt im Bezirk

Meister Weisendorf empfängt zu seiner Premiere in der Bezirksliga im Eröffnungsspiel den FC Herzogenaurach. Am Sonntag folgen Kirchehrenbach und Adelsdorf.
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Friedrich Leist trug mit elf Toren zum Weisendorfer Aufstieg bei. Vor gut einem Jahr behielt der ASV gegen den FC Herzogenaurach um Marco Müller (re.) und Jens Reinhardt (hinten) knapp die Oberhand.  Foto: Archiv/Baumann
Friedrich Leist trug mit elf Toren zum Weisendorfer Aufstieg bei. Vor gut einem Jahr behielt der ASV gegen den FC Herzogenaurach um Marco Müller (re.) und Jens Reinhardt (hinten) knapp die Oberhand. Foto: Archiv/Baumann
Vorjahres-Aufsteiger FC Herzogenaurach hielt die Klasse souverän, neben dem Meister der Kreisliga 1 ER/PEG, ASV Weisendorf, kam heuer auch der Titelträger der Zweier-Staffel, der TSV Kirchehrenbach, aus dem Altkreis Erlangen. Zudem setzte sich mit dem SC Adelsdorf in der Relegation gegen die DJK Weingarts ein hiesiger Vertreter durch, so dass in der am heutigen Freitag beginnenden Saison gleich vier Mannschaften aus den Landkreisen Forchheim und Erlangen-Höchstadt in der von Bezirksliga Mittelfranken 1 in Nord umbenannten Spielklasse eingreifen. Und zum Auftakt gibt es ein besonderes Duell.

ASV Weisendorf - FC Herzogenaurach
Am vorletzten Spieltag der vorvergangenen Saison gewann Weisendorf gegen Herzogenaurach nach einer Gewitterunterbrechung mit 3:2, doch der FC behielt die Nerven, setzte sich im "Finale" gegen Heßdorf durch, während der ASV dem SV Buckenhofen unterlag und in der Relegation den Kürzeren zog. Am heutigen Freitag eröffnen die nur rund acht Kilometer auseinanderliegenden Vereine um 19 Uhr unter Flutlicht auf dem Weisendorfer Kunstrasen die mittelfränkische Bezirksliga-Spielzeit 2017/18.

Viel hat sich in Herzogenaurach in der Sommerpause nicht verändert. Die Heimkabine ist in Eigenregie mit Unterstützung von Puma umgestaltet worden und die Zu- und Abgänge halten sich in Grenzen. Richtig verlassen haben den Verein David Reklin, der sich dem Nachbarn ASV Niederndorf anschloss, und Benni Peetz, der die Fußballschuhe an den Nagel hängt. Dazu wollen einige kürzer treten. Als einziger richtiger Neuer hat sich Sebastian Dörrich von der SG Quelle Fürth den "Pumas" angeschlossen. Kim Scheller kam bereits in der Winterpause aus Emskirchen.


Karches hat die Qual der Wahl

Große Hoffnungen wecken die von der Kreisklasse in die Bezirksoberliga durchmarschierten bisherigen A-Junioren. Mit einem breit aufgestellten Kader will Spielertrainer Jakob Karches an die gute vergangene Saison mit Rang 4 und dem Pokalsieg als Sahnehäubchen anknüpfen. Hinter ihm, Eric Stübing und Marco Amling stehen für heute aber noch verletzungsbedingte Fragezeichen. Nick Maschke fällt mit Muskelfaserriss definitiv aus. Dennoch: "Da unser Kader 25 Spieler umfasst, muss ich sieben außen vor lassen, was die bisher schwierigste Entscheidung in meiner Trainerlaufbahn ist", sagt Karches.

Auch Armin Appelt setzt auf den Nachwuchs: "Drei unserer fünf 18-jährigen sind für das Auftaktmatch einsatzbereit." Dafür muss Manuel Wild noch eine Partie Sperre absitzen. Genau wie bei den Pumas konnten sich die Weisendorfer Testspielergebnisse sehen lassen. "Den ASV sehe ich als stärksten Aufsteiger, was die Qualität betrifft, da schon sehr viele Akteure höherklassig gespielt haben. Ich hatte mir einen anderen Auftaktgegner gewünscht. Aber genau wegen solcher Spiele spielt man ja Fußball und solch ein Auftakt-Derby ist ein Highlight für alle Beteiligten", erklärt Karches.

Das Kompliment gibt sein Gegenüber zurück: "Einen attraktiveren Gegner kann man sich zum Auftakt nicht wünschen", sagt Armin Appelt, der sich an die 850 Zuschauer bei besagtem letzten Aufeinandertreffen erinnert. Gleichzeitig dämpft er die Euphorie: "Wir waren vor vier Jahren noch in der Kreisklasse. Jetzt spielen wir Bezirksliga - und das in einer 18er Liga. Das wird hart und schwer genug." Daher sei nur der Klassenerhalt das Ziel.
Der FCH stockt seine Vorgabe von 40 auf 43 Punkte auf, Karches macht das aber daran fest, dass im Frühjahr 2018 vermutlich fünf Teams direkt absteigen müssen. red

TSV Kirchehrenbach - SK Lauf
"Wir wollen nicht gleich auf die Mütze kriegen und uns an die Bezirksliga-Luft gewöhnen", gibt der neue Kirchehrenbacher Trainer Stephan Schleiwies vor dem Auftaktmatch gegen den gestandenen Liga-Dino SK Lauf am Sonntag um 15 Uhr aus. "Wir haben letzte Saison gegen deren Zweite gespielt und immer gut ausgesehen, vielleicht ist das ein gutes Omen."

Fünf Spieler aus seinem sowieso nicht übermäßig großen Kader werden dem Trainer fehlen. Andreas Benning hat sich die Bänder gerissen, hinter Andreas Eichenmüller steht aufgrund einer Prellung ein Fragezeichen, Dominik Postler und Fabio Schleiwies sind geschäftlich unterwegs, Thomas Eismann im Urlaub. Dazu kommen zwei Abgänge: Mathias Schuhmann als Co-Trainer nach Pinzberg, Sebastian Häfner als Co-Trainer zum FC Burk. Neu im Team sind Andreas Warak vom SV Bammersdorf und Andreas Kraus aus der U19 des TSV Ebermannstadt.


Zwei Ausrutscher nach unten

Die Vorbereitung lief eigentlich gut und Schleiwies' Schützlinge waren fleißig bei den Einheiten, allerdings gab es bei einer 1:8-Niederlage gegen den FC Eintracht Bamberg - direkt im Anschluss an ein Trainingslager - und mit dem 1:9 gegen den Baiersdorfer SV auch zwei Ausrutscher. So soll der Auftakt in die neue Saison nicht ablaufen. "Es hat ein wenig gedauert, bis die Jungs begriffen haben, dass der Fußball in der Bezirksliga schneller ist und sie ihre Spiele nicht mehr nur über Standards entscheiden können. Gegen Lauf wären der Verein und ich mit einem Punktgewinn zufrieden." Zu diesem Zweck will der Aufsteiger die Euphorie aus der vergangenen Runde mitnehmen. uwke

SC Adelsdorf - ASV Zirndorf
Auch der dritte Aufsteiger genießt am Sonntag um 15 Uhr Heimrecht. Während die Liga und der Auftaktgegner dem neuen Trainerduo bekannt sind, beginnt für die restlichen Adelsdorfer ein Abenteuer. Obwohl der SC vor einem Jahr seine zwei besten Akteure verlor, schaffte er den erstmaligen Sprung in den Bezirk. Auch diesmal verabschiedete sich mit Pascal Benes der mit Abstand erfolgreichste Torschütze der Aischgründer in eine höhere Spielklasse, dennoch ist Coach Florian Gräf nicht bange: "Wir hatten in der Vorbereitung eine hohe Beteiligung, alle haben voll durchgezogen."

Gleichwohl ist dem 30-Jährigen, der Heiko Pfeifer als Assistenten vom FSV Stadeln mitbrachte, bewusst, dass es schwer wird, genug Mannschaften für den Klassenerhalt hinter sich zu lassen. "Alle müssen fit bleiben, immer 100 Prozent geben und eine homogene Einheit bilden", fordert Gräf. Die Grundlagen dafür legte der SCA unter anderem in einem viertägigen Trainingslager in Österreich. "Wir haben einiges im taktischen Bereich gemacht und Standardsituationen geübt", berichtet der Spielertrainer. Was das alles gebracht hat, werde man allerdings erst nach ein paar Spieltagen einschätzen können.

Seine neue Mannschaft kennt Gräf inzwischen ganz gut, auch mit Auftaktgegner Zirndorf haben er und Pfeifer schon angenehme Bekanntschaft gemacht. Beide Saisonpartien 2016/17 gewann das Duo mit dem FSV. Pfeifer trug sich im Hinspiel sogar in die Torschützenliste ein. "Es wird eine schwere Aufgabe - so wie die meisten Spiele in dieser Saison", warnt Gräf. "Es ist ein gefestigter Gegner, der versuchen wird, Fußball zu spielen." Seine Schützlinge müssten dagegenhalten, sich in der Liga aber erst akklimatisieren.


Nach Trainingslager im Tief

In den Testspielen kassierte Adelsdorf eine erwartbare 0:5-Pleite gegen Jahn Forchheim mit den Ex-SClern Andi Mönius und Steffen Müller, dazu eine überraschende 1:5-Niederlage gegen Kreisklassist Wimmelbach. "Wir kamen gerade aus dem Trainingslager, haben mit einer gemischten Mannschaft gespielt und einen schlechten Tag erwischt", erklärt Gräf. Dass sie es besser können, bewiesen seine Jungs in den Duellen mit Reichenschwand, Wacker Nürnberg (beide Kreisliga) und Ebermannstadt (Kreisklasse). "Die Vorbereitung interessiert am Sonntag ohnehin nicht", sagt der 30-Jährige. rup
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