Der TSV Kirchehrenbach hat die Gunst der Stunde genutzt und im 14. Anlauf den ersten Sieg in der Fußball-Bezirksliga geholt. Gegen ebenfalls verunsicherte Adelsdorfer zog der Meister der Kreisliga 2 durch ein 3:0 im "inFranken-Kick" nach Punkten mit den Erlangen-Höchstadtern gleich. Der dritte Aufsteiger aus dem Spielkreis ER/PEG, ASV Weisendorf, kam bei Cagrispor Nürnberg mit 0:6 unter die Räder, der ASV Pegnitz gewann nach dem Trainerwechsel und hebt sich vom Duo auf dem letzten Platz. Tabellenführer FC Herzogenaurach kam beim SK Lauf nicht über ein 1:1 hinaus.


TSV Kirchehrenbach - SC Adelsdorf 3:0

Schon alleine wegen der Tabellensituation hatte die Partie einige Brisanz. Im Sechs-Punkte-Spiel konnten beide Teams aber nicht in Bestbesetzung antreten. "Wir halten aber zusammen. Das sieht man auch daran, dass Niklas Stelzner, der zur Zeit beruflich in Frankfurt ist, zum Spiel hergefahren ist”, erklärte Heimtrainer Stephan Schleiwies. "Wenn wir heute gewinnen, mache ich einen Diver”, sagte der 51-Jährige vor Anpfiff schmunzelnd und trotz allem optimistisch. Bei den Gästen musste Kapitän Tim Lausen, der nach dem Ablauf seiner Sperre fest eingeplant war, wegen einer Erkältung passen. "Es geht auf alle Fälle nicht 0:0 aus”, war sich SCA-Abteilungsleiter Marco Wirth sicher und behielt Recht.

Gegen das Schlusslicht stellte Trainer Florian Gräf defensiv auf, spielte mit einer Dreierkette, in der Co-Trainer Heiko Pfeifer den klassischen Libero gab. Die ersten Minuten machten deutlich, was auf dem Spiel stand. Keine Mannschaft wollte einen Fehler machen. Die Gäste hatten meist den Ball und ließen ihn hinten rum rotieren. Die Hausherren versuchten, die Räume zu verdichten. Kein Wunder, dass Kirchehrenbach nach einem Konter die erste Chance hatte. Doch Andreas Bennings Schuss ging zu zentral auf den Adelsdorfer Keeper Markus Eckert. Auf der anderen Seite passierte bis auf einen harmlosen Gräf-Schuss nicht viel.

Der TSV wurde mutiger und griff deutlich früher an. Das machte sich in der 19. Minute bezahlt, als Stelzner schön freigespielt wurde, den Ball am herauslaufenden Eckert vorbei einlochte und sich für seine Anreise entschädigte. Jetzt merkte man dem SCA die Verunsicherung an. Selbst dem erfahrenen Pfeifer unterliefen zwei Stockfehler. Daraus resultierte eine weitere gute Gelegenheit für Stelzner nach einer Flanke. Allerdings stand der Stürmer im Abseits.

Die Aischgründer rannten immer wieder ohne richtiges Konzept an, so dass die robust spielenden Kirchehrenbacher kaum Mühe hatten, die Angriffe zu unterbinden und sogar fast einen zweiten Treffer erzielten: Christian Dorsch setzte in der 45. Minute einen Ball nur um Zentimeter am Kasten vorbei.


Zecho verbucht SCA-Halbchance

In der zweiten Halbzeit das gleiche Bild: Adelsdorf war bemüht, brachte aber kaum konstruktive Vorstöße zustande. So musste knapp zehn Minuten nach Wiederbeginn ein Fernversuch von Dominic Zecho als Chance herhalten. Kurz danach schoss auch Andreas Benning scharf. Der Ball zischte unter dem Raunen der TSV-Zuschauer knapp drüber. Wenn die Gäste mal schnell und mit wenigen Stationen in die Spitze kamen, wurde es gefährlich. Gräf passte in den Lauf von Johannes Markus, der ins Dribbling ging und zweimal zu Fall kam. Der souveräne Schiedsrichter wertete die Stochereien der Heimabwehr jedoch nicht als Foul.

Keine drei Minuten später hätte es auf der Gegenseite klingeln können, aber Dorsch setzte den Ball alleine vor dem Gehäuse daneben. Allerdings stand es zwei Zeigerumdrehungen später trotzdem 2:0. Dorsch brachte das Leder mit einer Mischung aus Schuss und Vorlage in die Mitte, Stelzner stocherte die Kugel in die Maschen. Adelsdorf antwortete mit wütenden Angriffen, aber lediglich nach Standards wurde es gefährlich. Eine Ecke segelte an Freund und Feind vorbei durch den Strafraum, Gräf und Daniel Brenner versuchten es aus der Distanz.

Als der SCA immer weiter aufmachte und Kapitän Brenner wegen zweimaligen Meckerns die Ampelkarte gesehen hatte (83.), kassierte er den dritten Treffer. Eckert stand zu weit vor seinem Kasten und wurde von Dorsch - von der Mittellinie - überlupft. Dass Schleiwies vom Linienrichter ermahnt wurde, dass er bei zwei in die Partie kommenden Akteuren einen Doppelwechsel anzumelden habe, war dem Coach kurz vor dem Abpfiff egal: "Ich bin ein bisschen nervös, weil wir heute das erste Mal gewinnen”, entgegnete er dem Assistenten - und vergaß ob seiner Nervosität doch glatt den Diver. Oder hatte seine Gattin Sorge um seine Gesundheit? "Mir ist gerade das Walberla vom Herzen gefallen", erklärte der Trainer hinterher. Sein Gegenüber war bedient: "Wenn du so spielst, dann verlierst du", sagte Gräf.
TSV: Bail - Shakir, Philipp Eismann, Thomas Eismann, Fabio Schleiwies, Stelzner (88. Schnitzerlein), Eichenmüller, Wagner, Städtler, Benning (88. Kraus), Dorsch
SCA: Eckert - Dresel, Kluge, Pfeifer, Brenner, Mönius (68. Benmerdja), Zecho, Schuller (68. Zagarella), Weltzien (40. Kaufmann), Gräf, Markus
SR: Frank Mühlenberg (Georgensgmünd) / Zus.: 150