Kirchehrenbach
Kunstrad

Der Jäger des blauen Trikots

Beim ersten Härtetest wird deutlich: Wer auf den Thron im 1er der Männer will, muss an Lukas Kohl vorbei. Sein Fokus richtet sich nun auf die Quali zur EM.
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Weltmeister Lukas Kohl triumphierte beim 1. Weltcup  der Saison  in Prag, war in seiner Kür aber nicht  frei von Fehlern.      Das nächste große Ziel ist die Europameisterschaft. Oliver Stoll/dieSportfotografen.de
Weltmeister Lukas Kohl triumphierte beim 1. Weltcup der Saison in Prag, war in seiner Kür aber nicht frei von Fehlern. Das nächste große Ziel ist die Europameisterschaft. Oliver Stoll/dieSportfotografen.de
Die Premiere des UCI-Kunstrad-Weltcups in Prag ist geglückt: 28 Sportler wurden in die goldene Stadt geschickt, um in fünf Kunstraddisziplinen um Weltcup-Punkte zu fahren. "Der Auftakt aus sportlicher Sicht ist gelungen", sagte Lukas Kohl. Der Weltmeister im 1er vom RMSV Concordia Kirchehrenbach sollte auch in Prag auf dem Treppchen ganz oben stehen. "Schade nur, dass nur acht Nationen am Start waren. Ich bin mir jedoch sicher, dass beim zweiten Weltcup in Holland noch mehr Nationen am Start sein werden, dann beginnt wie früher die Saison für alle Elitesportler."

Bei der Veranstaltung haben sich neben Kohl auch die weiteren amtierenden Weltmeister Milena Slupina (Bernlohe/1er der Frauen) sowie Serafin Schefold/Max Hanselmann (Öhringen/2er der Männer) das weiße Trikot des Weltcup-Führenden übergestreift. Den deutschen Vierfach-Triumph vervollständigten Sophie Nattmann/Caroline Wurth (Gutach) im 2er der Frauen.

Die Frage des Tages war aber: Wer kann Weltmeister Lukas Kohl wohl in die Saison schlagen? Auch nach Prag ist der zweifache Titelträger weiter ungeschlagen - und das trotz eines Absteigers beim zweifachen Drehsprung, den er auf dreifach erweitern wollte. 198,64 Punkte, damit blieb er knapp unter der 200er Marke. "Ich bin positiv in die neue Saison gestartet", so das Resümee des Lukinators. "Ja, der Sturz hat mich schon etwas gewurmt. Das hat wegen der Erweiterung 10 Prozent Abzug und den Sturz gebracht. Bei der Kehrstandsteiger-Drehung habe ich mir auch eine fünfzigprozentige Abwertung eingehandelt. Aber insgesamt bin ich gut gefahren."

Ihm am nächsten kam Marcel Jüngling (Dornheim). Der Hesse zeigte mit 187,33 Punkten, dass mit ihm heuer beim Kampf um die EM- bzw. WM-Tickets zu rechnen ist. Martin Fürsattel (Fürth-Vach) ist der Dritte im Bunde. Er konnte sein vorhandenes Potenzial mit 173,11 Punkten noch nicht auf die Fläche bringen. Er musste wie Kohl beim Drehsprung vom Rad. Hinter dem deutschen Trio folgten Jakub Masek (CZE) und Martin Schön (HUN). "Ich war positiv überrascht, was in der kurzen Zeit für die Weltcup-Premiere auf die Beine gestellt wurde", sagte Kohl: "Ich finde es klasse, dass er eingeführt wurde, um unseren Sport besser in der Öffentlichkeit zu präsentieren. Ich bin gespannt, wie sich dieser noch entwickeln wird. Ich lasse mich überraschen."


Alles für die EM

Nach dem Sieg richtet sich sein Fokus auf die Europameisterschaft im Juni in Wiesebaden. Das blaue Trikot als Zeichen des Europameisters hat er zwar schon bei den Junioren gewonnen, aber in der Elite fehlt dieses noch in seiner Sammlung. Kein Wunder, die Hallenrad-EM wird heuer vom Europäischen Radsportverband (UEC) erstmals ausgetragen. "Aber zuerst kommt noch die EM-Quali im April in Wendlingen", gibt sich der Weltcup-Sieger bescheiden: "Auch ich muss mich erst qualifizieren. Und dafür muss ich jede Woche im Training arbeiten."
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