Forchheim
Fußball-Bayernliga

Acht Tore und tausend Worte

In der Nachspielzeit kassiert Jahn Forchheim noch das bittere 4:4. Nicht nur deswegen ist der Jahn auf den Sander Torschützen schlecht zu sprechen.
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Meist nahmen zwei Forchheimer wie hier Patrick Hagen (l.) und Dominik Friedrich den Sander Kapitän Thorsten Schlereth in die Zange. Am Ende trennten sich die Bayernliga-Rivalen mit einem 4:4. Günther Geiling
Meist nahmen zwei Forchheimer wie hier Patrick Hagen (l.) und Dominik Friedrich den Sander Kapitän Thorsten Schlereth in die Zange. Am Ende trennten sich die Bayernliga-Rivalen mit einem 4:4. Günther Geiling
Ein bis in die Nachspielzeit hinein nervenaufreibendes Bayernliga-Spiel sahen die rund 350 Zuschauer auf dem Kunstrasenplatz zwischen dem 1. FC Sand und der SpVgg Jahn Forchheim. In der wilden Schlussviertelstunde mit vielen Toren sah der Jahn schon wie der sichere Sieger aus, kassierte aber in der Nachspielzeit das 4:4. Nicht nur ergebnistechnisch war viel geboten, auf beiden Seiten kochten die Emotionen in etlichen Situationen hoch.

1. FC Sand - SpVgg Jahn Forchheim 4:4
Zu den vier Treffern des Jahn steuerten die Sander zwei Eigentore bei. Ebenso hätte der Schiedsrichter aus Sander Sicht die Treffer 2 und 3 der Gäste wegen vorausgehender Fouls nicht durchgehen lassen dürfen. "Für einen Schiedsrichter, der so eine Spielweise zulässt, können wir nichts", so Jahn-Trainer Christian Springer, der damit aber auch ein paar kritische Aktionen der Heimischen anprangerte. Insbesondere mit Verteidiger Johannes Bechmann, für sein oftmals rustikales Spiel bekannt, lieferte sich Springer einige Wortduelle. Etwa, als Sebastian Schäferlein nach einer Bechmann-Grätsche wenig später (86.) verletzt vom Feld musste. "Was man sich in Sand von außen alles anhören muss, habe ich noch nicht erlebt. Auch von daher finde ich keine guten Worte zum Spiel", sagte Springer noch auf dem Rasen. Kurz zuvor hatte seine Mannschaft den bitteren 4:4-Ausgleich in der Nachspielzeit kassiert. Der Torschütze hieß Johannes Bechmann.

Sand startete couragiert und hatte gleich zu Beginn durch Thorsten Schlereth eine gute Möglichkeit. Doch zeigten die Forchheimer schnell, dass sie spielerisch das besser strukturierte Team sind. Nach einem Ballverlust der Hausherren im Mittelfeld schoss Andi Mönius, und vom Sander Andre Karmann unglücklich abgelenkt flog der Ball ins Netz zum 0:1 (12.). Die Sander ließen sich davon aber wenig beeindrucken. Von Fabian Röder in Szene gesetzt, hatte Tevin McCullough in der 18. Minute eine erste gute Ausgleichschance. Nur eine Minute später verwertete er das Zuspiel von Sebastian Wagner mit einem überlegten Heber - 1:1 (19.). Sand hielt nicht nur kämpferisch dagegen, sondern hatte auch spielerisch etwas zu bieten. Mehr Möglichkeiten hatten aber die Forchheimer.

In der 52. Minute blieb ein Foul an Röder im Mittelfeld ungeahndet. Dadurch blieb Forchheim im Ballbesitz und nutzte dies durch Jens Wartenfelser zum 1:2 (52.). Eine ähnliche Szene gab es in der 74. Minute, als Wartenfelser gefoult haben soll, der Pfiff aber ausblieb. Wartenfelser flankte, Mönius vollendete mit einem gut getimten Kopfball zum 1:3 (74.).

Was folgte, war nichts für schwache Nerven. Postwendend gelang Dominic Leim - einem ehemaligen Kurzzeit-Jahnler - nach einem Eckstoß per Kopfball der 2:3-Anschluss (75.). Sebastian Schäferlein hätte im Gegenzug fast auf 4:2 gestellt, der Pfosten hatte aber etwas dagegen. Die FCler warfen nun alles nach vorne. Nach einem weiten Ball von Bechmann aus der eigenen Abwehr heraus setzte sich Schlereth durch, seine flache Eingabe drückte Marc Fischer zum 3:3 ins Netz. Und der nachsetzende FC Sand hatte nun sogar die Chance zur Führung. Sebastian Wagner zog in der 86. Minute einen 20-Meter-Freistoß um die Gäste-Abwehrmauer herum, doch das Leder klatschte an den Pfosten.

Dann stand Bechmann im Mittelpunkt: In der 88. Minute spitzelte er eine harmlose Hereingabe von Wartenfelser unglücklich ins eigene Netz zum 3:4. Doch damit noch nicht genug in diesem verrückten Spiel. In der letzten Minute der Nachspielzeit traf er nach einer Freistoßflanke per Kopfball zum 4:4-Ausgleich. "Auf das Rückspiel freuen wir uns jetzt schon", sagte der Torschütze, während Springer zumindest auf sein eigens Team blickend eine spielerisch ansehnliche Leistung sah: "Von unserer Seite war es kein Kampfspiel. Wir haben unser Spiel gut umgesetzt und unsere Tore schön herausgespielt. Den Spielanteilen nach wären für uns drei Punkte drin gewesen, die wir uns vorgenommen hatten. Die bittere Pille Unentschieden müssen wir schlucken." beu/tsc

SpVgg Jahn Forchheim: Oeser - Friedrich (80. Weiler), Mai, Jerundow, Schäferlein (86. Selmani), Steiner, Hagen, Müller, Güngor, Mönius, Wartenfelser / SR: Speckner (Runding/Cham) / Zuschauer: 350 / Tore: 0:1 Karmann (12., Eigentor), 1:1 McCullough (19.), 1:2 Wartenfelser (52.), 1:3 Mönius (74.), 2:3 Leim (75.), 3:3 Fischer (83.), 3:4 Bechmann (88., Eigentor), 4:4 Bechmann (92.)
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