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Frauenfußball

"Unaufsteigbare" feiern mehrfach

Im neunten Anlauf hat es mit der Meisterschaft in der Kreisliga geklappt. Zur Krönung des Aufstiegs holte sich die DJK Teuchatz auch noch den Kreispokal.
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Dem Durchmarsch folgte eine Durchfahrt. Auf einem Wagen tingelten die Aufsteigerinnen der SpVgg Effeltrich durch die Dörfer.  Foto: privat
Dem Durchmarsch folgte eine Durchfahrt. Auf einem Wagen tingelten die Aufsteigerinnen der SpVgg Effeltrich durch die Dörfer. Foto: privat
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DJK Teuchatz

Die Fußball-Damenmannschaft der DJK Teuchatz hat sich im Heiligenstadter Rathaus ins Goldene Buch eingetragen. Der Bürgermeister der Marktgemeinde, Helmut Krämer, würdigte die herausragenden Leistungen der Double-Siegerinnen, die in der vergangenen Spielzeit Meister in der oberfränkischen Kreisliga Südwest wurden und den Pokal im Fußballkreis Bamberg/Bayreuth holten.

"Gefeiert haben wir aber mehr als doppelt", sagt Trainer Frank Lunz, denn nachdem sich die Mannschaft im Buch verewigt hatte, eröffneten Krämer und Spielführerin Franziska Stöcklein mit dem Bieranstich auf dem Marktplatz die Sommerkirchweih. Auch 2. Bürgermeister Johannes Göller zeigte sich beeindruckt von den Leistungen der Kickerinnen, die sich den Titel und damit den Aufstieg in die Bezirksliga beim 10:1 im letzten Saisonspiel vor heimischer Kulisse gegen den SC Prölsdorf gesichert hatten.

Dazu kam eine Saisonabschlussfeier und an diesem Wochenende steht die Teuchatzer Sportler-Kerwa auf dem Programm. Zwar bestreitet die DJK am Sonntag um 15 Uhr ein Einlagespiel gegen den TSV Ebermannstadt, doch die Vorbereitung auf die neue Spielzeit beginnt erst Ende des Monats. Nach so langer Zeit in der Kreisliga wollen wir uns oben erstmal akklimatisieren", stellt Lunz klar.

Die "Unaufsteigbaren" haben ihren eigenen Fluch gebrochen. Acht Spielzeiten lang zählten die DJK-Damen zu den Top-Teams der Kreisliga, doch immer gab es mindestens eine Mannschaft, die am Saisonende vor den Jura-Ladys stand. Im neunten Jahr hat sich der "ewige Dritte" von seiner größten Last befreit und den Spieß umgedreht. "Jede hat ihre eigenen Interessen hinter die der Mannschaft zurückgestellt", erklärt der 51-Jährige den Erfolgsfaktor.

Nach dem Motto "3-2-1-rauf" führte Lunz das Team nach seiner Amtsübernahme 2014 über Platz 3 und die Vizemeisterschaft zum Aufstieg. Der RSC Oberhaid war am letzten Spieltag aufgrund des Rückzugs einer Mannschaft spielfrei und musste bei nur einem Punkt Vorsprung zusehen, wie sich Teuchatz locker drei Zähler schnappte. Im Kreispokal litt Oberhaid sogar im direkten Duell. Die Schützlinge des gebürtigen Stuttgarters sowie der Betreuerinnen Marina Lukard und Kathi Schick setzten sich im Finale gegen den RSC mit 2:0 durch. Zuvor hatten sie die Ligakonkurrenten Plankenfels und Mistelgau sowie Pettstadt (Kreisklasse) ausgeschaltet.


SpVgg Effeltrich schafft den Durchmarsch

Während viele Mannschaften trotz aller Euphorie nach einem Aufstieg gleich wieder den Gang nach unten antreten müssen, gibt es immer wieder Vereine, denen sogar der Durchmarsch gelingt. Heuer haben die Frauen der SpVgg Effeltrich dieses Kunststück vollbracht, ehe wenige Tage später der SSV Jahn Regensburg nachzog. "Wir waren selbst perplex", erzählt Trainer Christian Wagner. Ihre Verwunderung brachten die Effeltricherinnen auf den Meister-T-Shirts zum Ausdruck: "Saisonziel war Klassenerhalt, doch dann kam es anerschd."

Die SpVgg bekam für die Kreisliga zwar Verstärkungen, doch der Coach, der das Amt mit Christopher Emmert ausfüllt, betont, dass sich die Etablierten parallel enorm entwickelt hätten. Zudem lobt Wagner Kapitänin Sandra Lorenz: "Sie hat in der Auftaktpartie einen Kreuzbandriss erlitten, dennoch war sie danach bei jedem Training und Spiel." Ihren Lohn erhielt die 26-Jährige in den letzten zehn Minuten der Saison, als sie gegen Adelsdorf eingewechselt und die Meisterschaft perfektgemacht wurde.

Seit dem 16. Mai 2015 ist das Team zu Hause ungeschlagen, aus dem 1:1 in der Begegnung mit dem Mitaufsteiger resultierten die ersten Punktverluste vor eigenem Publikum seit mehr als zwei Jahren. Jeweils nur eine Niederlage kassierte Effeltrich in seinen beiden Aufstiegsjahren. Die Erfolgsserie ging beim Erdinger-Meister-Cup weiter, ehe die Schützlinge von Wagner und Emmert im Halbfinale auf den SV Langensendelbach trafen. "Christopher war vorher mit dem SV Langensendelbach II auf Abschlussfahrt. Er kam genau pünktlich zu diesem Spiel. Und dann zeigen wir so eine Leistung", erzählt Wagner mit einem Schmunzeln.

Das Ausscheiden beim Wettbewerb, bei dem der Spaß im Vordergrund steht, ist aber nur ein kleiner Schönheitsfleck. Ein größerer soll in der Bezirksliga verhindert werden. "Der Sprung ist nochmal größer als von der Kreisklasse in die Kreisliga", fürchtet Wagner. Daher rede man nur vom Klassenerhalt. "Wenn es dann wieder anerschd kommt, hätte ich nichts dagegen", sagt der 34-Jährige und lacht.

Nach dem letzten Aufstieg in die Kreisliga 2014 hätten die Mädels die Hosen voll gehabt, sagt Wagner. Prompt ging es wieder runter. In der abgelaufenen Spielzeit hat Effeltrich, das zur neuen Saison eine Reserve anmeldet, bewiesen, dass es aus dem Ausrutscher gelernt hat. Nach vier Ligawechseln in Folge wäre das Trainerduo in seinem siebten Jahr sicher über einen Verbleib dankbar.


Der SV Langensendelbach geht ungeschlagen hoch

Als eine der wenigen (Frauen-) Mannschaften im Fußball hat der SV Langensendelbach einen weiblichen Trainer, genauer: ein Trainertrio. Mit der geballten Frauen-Power und der Unterstützung von Betreuer Alexander Distler schaffte "L.A." in seinem erst zweiten Jahr im Spielbetrieb den Aufstieg in die Kreisliga - und das ungeschlagen. Lediglich zwei Punkte gab der SV beim Hinrunden-1:1 gegen Oberreichenbach ab. In 20 Spielen in der Kreisklasse 1 ER/PEG gelangen 19 Siege, davon einer am Grünen Tisch, und 140 Tore.

"Dass wir ohne Niederlage durchgekommen sind, macht den Aufstieg besonders", sagt Simone Konieczny, ein Teil des Langensendelbacher Triumvirats. Mit Martina Nögel war ihr 2016 beim FC Pegnitz der Aufstieg in die Bayernliga gelungen. Danach folgten sie dem Ruf Sandra Adelfingers, mit der sie einst bei der Spvgg Hausen aktiv waren. "Wir haben auf Viererkette umgestellt, die Trainingsbeteiligung war überragend und der Verein steht total hinter der Frauenmannschaft", erklärt Konieczny die Erfolgsfaktoren.

In der höheren Spielklasse bauen die Trainerinnen auf das bewährte Team. Lediglich eine Akteurin aus der Jugend der SpVgg Erlangen kehrt zu ihrem Heimatverein zurück. "Dazu kommen unsere Verletzten wieder", sagt Konieczny. Verzichten müssen die 32-Jährige und ihre gleichberechtigten Co-Trainerinnen womöglich auf eine Teamkollegin, die fürs Studium wegzieht.

In der Kreisliga wird es ein Wiedersehen mit dem SC Oberreichenbach geben, der das Rennen um den zunächst einzigen Aufstiegsplatz beim 1:4 gegen Langensendelbach am drittletzten Spieltag zwar verloren hatte, die kurzfristig geöffnete Hintertür über die Relegation aber nutzte (siehe unten). "Wir freuen uns auf Oberreichenbach. Zum Rückspiel vor ein paar Wochen sind wir mit einem Fanbus gefahren und haben bei einem fairen Gegner die Meisterschaft klargemacht", erinnert sich die Forchheimerin.

Zudem warten Derbys gegen Ebermannstadt und Hetzles auf "L.A.". Ein spezielles Ziel hat der SVL für die im September beginnende Saison noch nicht. Beim Erdinger-Meister-Cup hat das Team immerhin gezeigt, dass es mit höherklassigen Mannschaften mithalten kann. In Gruppe B sprangen Siege gegen den SC Germania Nürnberg (bisher Kreisliga), den SV Schwaig (beide 2:0), die SG Grafenberg und den FC Sindlbach (alle Kreisklasse, beide 3:0) sowie ein 1:1 gegen die SG Nürnberg/Fürth (Bezirksliga) heraus. Im Halbfinale behielt der SVL gegen die den Neu-Bezirksligisten SpVgg Effeltrich knapp die Oberhand. Erst im Finale war erneut Nürnberg/Fürth der Stolperstein (0:2).

"Wir hatten am Abend vorher unsere Abschlussfeier am Brombachsee. Derart geschwächt sind wir zum Meister-Cup nach Nürnberg, manche sogar, ohne heimzufahren. Trotzdem haben wir neun von zehn Konkurrenten hinter uns gelassen", berichtet Konieczny stolz.


Adelsdorf und Oberreichenbach: Auch Platz 2 kann reichen

Der SC Adelsdorf in der Kreisliga ER/PEG und der SC Oberreichenbach in der Kreisklasse 1 haben das Duell um den Titel zwar verloren, dennoch kicken auch die beiden Vizemeisterinnen künftig eine Spielklasse höher. Während die SCA-Damen einige Wochen vor Saisonende wussten, dass Rang 2 zum Aufstieg in die Bezirksliga reicht, musste der SCO lange zittern und schließlich nachsitzen. Kreisspielleiter Max Habermann setzte erst nach dem Bekanntwerden des Rückzugs des Kreisligisten Hammerbacher SV ein Relegationsspiel um den freiwerdenden Platz an.

Im Aufeinandertreffen mit dem - hinter Meister Schwaig - Zweiten der Kreisklasse 2, der SG Obertrubach/Kirchenbirkig behielt Oberreichenbach mit 4:2 die Oberhand und kehrt nach nur einem Jahr ins Kreisoberhaus zurück. Adelsdorf besaß sogar bis zum Schluss die Chance, als Erster ins Ziel zu gehen, doch am letzten Spieltag trennte sich die Mannschaft des scheidenden Trainers Pascal Benes von Effeltrich 1:1, das damit seinen Zähler Vorsprung behauptete. Das Hinspiel hatte Adelsdorf sogar gewonnen.
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