Der Germania-Vorsitzende Lothar Walenta bestätigte den Einstieg Tschorns: „Er hat sich wohl aufgrund des FT-Artikels über unsere Hauptversammlung gemeldet.“ Gemeint ist der Bericht im Fränkischen Tag und auf Infranken.de vom 25. Januar über die Generalversammlung, die wegen fehlender Funktionäre und nicht vorliegender Berichte auf 26. März vertagt werden musste. Am Sonntagabend sei der Einstieg Tschorns beschlossen worden. „Er ist der neue Abteilungsleiter und wird jetzt erstmal das Training übernehmen,“ erklärt Walenta. Der 30-jährige Tschorn spielte in der Jugend beim FC Burk und war kurzzeitig dort auch Betreuer der Fußballdamen. Derzeit ist der Sportmanager und Sporthistoriker stellvertretender Abteilungsleiter bei der SpVgg Erlangen, deren Damenteam er auch schon coachte. Am Mittwoch, 10. Februar, soll das erste Training bei der Germania stattfinden, die seit fast zwei Jahren ohne Punktgewinn ist. Walenta hat aber auch, wie er erklärt, Trainerkandidaten an der Hand, die sich in den nächsten Tagen vorstellen sollen. Er ist vorsichtig zuversichtlich, dass die Germania zum Start nach der Winterpause in der A-Klasse 4 Erlangen/Pegnitzgrund eine Mannschaft zusammenbringt. Auftakt ist am 14. März mit einem Heimspiel gegen den SV Bubenreuth II. Die letzte Partie vor der Winterpause hatte die Germania mit 0:30 in Kersbach verloren. „In der Winterpause waren es noch neun Mann“, berichtet Walenta, „wenn die neuen Spieler, die sich gemeldet haben, auch kommen, dann sind es derzeit zwölf, 13 Mann.“ Sich selbst, der in dieser Saison mit seinen 66 Jahren schon viermal wegen Personalmangels ausgeholfen hat, nicht mitgerechnet. Mit Funktionärserfahrung Andreas Tschorn soll fürs Erste die Mannschaft betreuen, bis ein Trainer gefunden ist. Der Forchheimer hat Funktionärserfahrung auch als Mitglied der Deutschen Olympischen Gesellschaft, in der er die Bezirksgruppe Oberfranken-Süd leitet. Von einer Auflösung will der neue Abteilungsleiter nichts wissen: „Ich bin optimistisch, dass es bis zum Punktspielstart am 14. März einen Trainer und eine Mannschaft gibt. Unser Ziel ist es, das nächste halbe Jahr ohne Absagen zu überstehen. Dann muss es einen richtigen Neuanfang geben.“ Von einer Abmeldung mangels Spielern sei jetzt keine Rede mehr, erklärt der 30-jährige Forchheimer. Tschorn, der auch beim Dresdner SC als Funktionär (Fanbeauftragter, Vereinsarchivar, Herausgeber des Vereinsmagazins) tätig ist, fungiert bei der SpVgg Erlangen als stellvertretender Fußballabteilungsleiter und Trainer der A-Juniorinnen. Über die Gründe seines Einstieges bei der Germania teilt er mit: „Meine Nähe zum Verein war immer da, schließlich wohne ich nur wenige Meter vom Germania-Platz entfernt. Ich will als Forchheimer nicht zulassen, dass der älteste Fußballverein im Landkreis stirbt.“

8:185 Tore Zur Winterpause in der A-Klasse 4 Erlangen/Pegnitzgrund weist die Germania als punktloser Tabellenletzter 8:185 Tore aus 15 Partien auf. Tschorn weiß um die schlagzeilenträchtige Vergangenheit des Klubs, der seit April 2008 keinen Punkt mehr geholt hat: „Ich hoffe darauf, dass die Fußballgemeinde diesen Neuanfang toleriert und die Germania wieder in ihrer Mitte aufnimmt.“ Seine neue Funktionärstätigkeit, davon geht der Sportfachwirt aus, wird er mit seinen anderen Engagements vereinbaren können. „Wir lassen es so laufen bis zur Jahreshauptversammlung am 26. März“, erklärt Lothar Walenta. Bis dahin hofft der Vorsitzende, eventuell weitere Interessenten für die vielen vakanten Posten im Verein zu finden. Totgesagte leben ja bekanntlich länger – so endete der Bericht über die Januar-Versammlung. Der Spruch könnte sich tatsächlich bewahrheiten.