Wichsenstein
inFranken-Kick

Ein Wolfsrudel am Schweinthaler Weg

Am Donnerstag fiel zum wiederholten Mal eine Partie des FC Wichsenstein aus. Immerhin erwartet der Aufstiegsanwärter seinen Angstgegner dadurch ausgeruht.
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Der Wichsensteiner Daniel Bogner (Mitte) legt sich mächtig ins Zeug, wurde beim 3:0-Sieg in Bieberbach in dieser Szene aber von SV-Spielertrainer Frank Krasser (re.) und Manuel Hutzler gestoppt. Foto: Leo Hühnlein
Der Wichsensteiner Daniel Bogner (Mitte) legt sich mächtig ins Zeug, wurde beim 3:0-Sieg in Bieberbach in dieser Szene aber von SV-Spielertrainer Frank Krasser (re.) und Manuel Hutzler gestoppt. Foto: Leo Hühnlein
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Kreisklasse 3 ER/PEG: FC Wichsenstein (4.) - SG Wolfsb./Geschwand (7.)

Nach dem Ausfall der Nachholpartie zwischen Wichsenstein und Kirchenbirkig am Donnerstag bleibt die Situation in der Kreisklasse 3 auf der Zielgeraden verzwickt. Der FC hätte bei einem Heimsieg bis auf zwei Punkte zu Spitzenreiter ASV Pegnitz II aufschließen können, auch um den Relegationsplatz ringen mit Eschenau und Hiltpoltstein zwei weitere Aspiranten wohl bis zum Saisonende mit. Ausgerechnet jetzt kreuzt zum "inFranken-Kick" das "Gschwonda Wolfsrudel" auf und scheint nach einer unbeständigen Leistungskurve wieder Witterung aufzunehmen, um die Nachbarorte so richtig zu ärgern.

Nach dem 6:1-Kantersieg gegen Nachbar Hiltpoltstein am Vorsonntag watschte die SG am Mittwoch das um den Klassenerhalt bangende Gräfenberg mit 5:1 ab, wodurch sich die Wolfsberger mit 61 Toren zum besten Sturm der Liga aufschwangen. Am Sonntag um 15 Uhr soll der lange Zeit als Titelanwärter geltende FCW die wiedererlangte Bissigkeit des Rudels von Leitwolf Andreas Kroher zu spüren bekommen.

Schon das Hinspiel nahm einen kuriosen Verlauf, als der FC gegen den unliebsamen Rivalen aus dem Trubachtal einen 1:4-Rückstand egalisierte, um in der Nachspielzeit doch noch mit 4:5 zu verlieren. Spielertrainer Stefan Rubner denkt ungern zurück: "Das war sehr unglücklich und ärgerte mich, weil meine Mannschaft zuvor tolle Moral gezeigt hatte. Wir mussten schon mit einem Feldspieler im Tor auflaufen, der wegen einer Notbremse kurz nach der Pause auch noch vom Platz flog. Nachdem der Reservekeeper von seinem Spiel zu uns stieß, starteten wir in Unterzahl unsere Aufholjagd und waren dem Sieg sogar näher als der Gegner, liefen jedoch in einen Konter und weg waren die Punkte."

Unabhängig davon sei nicht nur die SG ein schwer zu spielender Gegner für das Team des 36-jährigen Eichenstruthers, auch zuvor hatten sich die Matches gegen die Einzelvereine aus Geschwand und Wolfsberg immer gewaschen, seit 2012 gelang Wichsenstein kein einziger Sieg. Die Einschätzung von Altvorstand Ferdl Endres gehe in die gleiche Richtung, merkt Rubner schmunzelnd an: "Der Ferdl drückte es vornehmer aus, als er sagte, das waren nie seine Lieblingsgegner."

Am Sonntag müssen die Gastgeber auf den rotgesperrten Waldemar Pilatus verzichten, dafür kehren Marcus Schüpferling nach zwei Wochen Zwangspause sowie Routinier Oliver Speckner, der im November sein letztes Spiel bestritt, in den Kader zurück. Dass die Leistungsschwankungen zuletzt alleine durch die englischen Wochen kamen, lässt Rubner nicht gelten: "Wir brauchen keine Ausreden. Vielmehr wurden wir anfangs nicht richtig ernstgenommen und holten so bis zur Winterpause in 14 Spielen 34 Punkte. Jetzt werden wir anders wahrgenommen."

Kroher kehrte im Oktober nach fünf Jahren ins Trubachtal zurück und übernahm das vor zwei Jahren zu einer Spielgemeinschaft vereinte "Gschwonda Wolfsrudel". Der 48-jährige Haidhofer bittet seine Spieler trotz einiger Nachholspiele unter der Woche auf den Trainingsplatz: "Für uns ist die Saison zwar nach oben und unten gelaufen, aber von langsam ausklingen lassen halte ich wenig. Die Phase jetzt, in der wir ohne Druck auflaufen können, sehe ich eher schon als Vorbereitung auf die nächste Spielzeit, um uns die nötige Power und Fitness zu holen und um zu sehen, inwieweit wir mit den Spitzenmannschaften mithalten können."

Deshalb möchte Kroher bis zum letzten Spieltag alles aus seiner Truppe herausholen, um die Spannung im Team aufrecht zu erhalten und auszuloten, wo die Belastungsgrenzen sind. Begegnungen mit Wichsenstein oder Hiltpoltstein seien dafür der richtige Gradmesser. Für Sonntag hat sich die SG jede Menge vorgenommen: "Das Hinrundenspiel war schon etwas verrückt. Es war meine Premiere nach der Rückkehr gegen einen spielstarken Gegner, der nicht aufgab und uns bis zum Abpfiff alles abverlangte. Es hätte auch anders herum ausgehen können."

Kroher hofft, dass sein grippegeschwächter Kapitän Frank Distler bis Sonntag wieder bei vollen Kräften ist. Zudem kehren Johannes Eckert nach Knieproblemen und Sebastian Egloffstein, der seit sechs Spielen mit Schmerzen an den Adduktoren pausierte, in den Kader zurück: "Nun gilt es, unsere Form der letzten beiden Spiele zu bestätigen. Wir geben Vollgas."
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