Forchheim
Fußball-Relegation

Der Jahn schafft das kleine Wunder

Großartig gespielt und leidenschaftlich gekämpft: Jahn Forchheim gewinnt das Rückspiel beim SC Feucht mit 4:2 und steigt in die Bayernliga auf.
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Senad Bajric lässt sich feiern: Der Jahn-Stürmer hatte in der 57. Minute das 4:2 für Forchheim gegen den SC Feucht markiert. Die Zuschauer im Hintergrund nehmen es wenig freudig zur Kenntnis.  Foto: Sportfoto Zink
Senad Bajric lässt sich feiern: Der Jahn-Stürmer hatte in der 57. Minute das 4:2 für Forchheim gegen den SC Feucht markiert. Die Zuschauer im Hintergrund nehmen es wenig freudig zur Kenntnis. Foto: Sportfoto Zink
Mit Hurra-Fußball in die Bayernliga: Dank eines sensationell-spektakulären Auftritts drehte die SpVgg Jahn Forchheim die 1:2-Hinspielniederlage mit einem 4:2-Sieg beim SC Feucht und schafft den direkten Wiederaufstieg.

SC Feucht - SpVgg Jahn Forchheim 2:4
Müde Beine nach der ohnehin schon strapaziösen Relegation? Davon war bei Forchheim weit und breit nichts zu sehen. Der Jahn kombinierte sich anfangs in einen Rausch und drückte Feucht in die eigene Hälfte: Müller kam frei aus 18 Metern zum Abschluss, der Schlenzer flog genau auf den Torhüter (8.). Danach scheiterte David Mai aus acht Metern, wieder zentral auf den Keeper (11.). Nur Sekunden später klatschte ein Selmani-Schuss an den Pfosten (13.). Für den Gast gab es Chancen in Hülle und Fülle, es traf aber Feucht: Stephan König setzte einen Kopfball gegen die Laufrichtung von Jahn-Keeper Marcus Kredel ins lange Eck (20.). Forchheim schüttelte sich kurz und setzte seinen Offensivfußball unermüdlich fort. Die Belohnung folgte: Einen unnötig an der Strafraumgrenze verursachten Elfmeter verwandelte Maxi Göbhardt überlegt ins rechte Eck - 1:1 (25.). Eine herrliche Kombination führte dann zum 2:1 für den Jahn: Eine Flanke von der rechten Seite ließ Senad Bajric in der Mitte passieren, der im Rücken lauernde David Mai schob mühelos ein. Damit war das Hinspielergebnis schon vor der Pause gedreht.

Die Halbzeitansprache hielt der in der Innenverteidigung spielende Co-Trainer Dennis Weiler, da Coach Christian Springer bereits im Urlaub weilte. Die erste Szene nach Wiederbeginn gehörte aber Feucht, prompt klingelte es: König tanzte nach nur 35 Sekunden einen Verteidiger aus und traf per Schlenzer aus 17 Metern zum 2:2-Ausgleich (46.). Ein Rückschlag, der Forchheim nur noch mehr anstachelte, abermals durfte man dem Jahn absolute Nehmerqualitäten attestieren: Einen Selmani-Eckball drückte Mönius mit dem Kopf ins lange Eck zum 3:2 (53.), ein Ergebnis, mit dem Forchheim aufgestiegen wäre.

Und nun? Ergebnissicherung? Nicht mit dem Jahn an diesem Tag: Erst scheiterte Bajric alleine vor dem Tor (57.), drosch aber Sekunden danach einen schlecht geklärten Ball aus 23 Metern mit der Innenseite ins rechte Eck zum 4:2. Die komplette Auswechselbank des Jahn stürmte zum Jubeln auf das Feld. Erst ab der 60. Minute kreierte Feucht wieder etwas Gefahr, sie mussten ja auch zwei Tore aufholen. Die Abschlüsse gingen aber daneben oder waren eine leichte Beute für Kredel. Forchheim stand zwar jetzt tiefer, Feucht fehlten aber die Ideen, um den Gast in allzu große Bedrängnis zu bringen. Torschüsse des SC endeten oft als "Field-Goal-Versuch", weit über den Zaun im Nirgendwo. Die immer hektischer werdende Partie spielte dem Jahn in die Karten, die Gastgeber verzettelten sich oft in Diskussionen untereinander oder mit dem Schiedsrichter. Forchheim durfte es recht sein, die Minuten tickten herunter. In der Schlussphase ergaben sich für den Jahn noch Kontermöglichkeiten, letztlich sollte es aber auch so reichen: Mit dem 4:2 steigt die SpVgg direkt wieder in die Bayernliga auf - eine Leistung, die angesichts des kräftezehrenden Programms in der Relegation eine enorme Wertschätzung verdient.
Jahn Forchheim: Kredel - Schäferlein, Weiler, P. Mai, Müller - Bauernschmitt, Mönius (79, Steiner), Göbhardt, D. Mai (90. Gumbrecht) - Bajric (77. Zametzer), Selmani.
Tore: 1:0 König (20.), 1:1 Göbhardt (26./FE), 1:2 D. Mai (39.), 2:2 König (46.), 2:3 Mönius (53.), 2:4 Bajric (57.). Schiedsrichter: Florian Riepl (SpVgg Alten-erding). Zuschauer: 576
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