Ebermannstadt
Leichtathletik

Babinja Wirth läuft bei der DM in die Top Ten

Die 3000-Meter-Hindernis-Läuferin des TSV Ebermannstadt erreichte bei der deutschen Meisterschaft Platz 9. Der Höchstadter Martin Grau schnappte sich Silber
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Babinja Wirth machte bei der deutschen Meisterschaft einen weiteren Schritt nach vorne und lief als Neunte über die Ziellinie. Foto: Bernd Schindzielorz
Babinja Wirth machte bei der deutschen Meisterschaft einen weiteren Schritt nach vorne und lief als Neunte über die Ziellinie. Foto: Bernd Schindzielorz
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Babinja Wirth vom TSV Ebermannstadt hat sich bei der deutschen Leichtathletik-Meisterschaft in Erfurt in Topform präsentiert und im Klassement einen großen Sprung nach vorne gemacht. Über 3000 Meter Hindernis verbesserte sie ihre persönliche Bestzeit um 1,5 Sekunden auf 10:42,95 Minuten und erzielte mit Rang 9 ihr bislang bestes Ergebnis in der Frauenwertung.

Erfurt war nach Nürnberg und Kassel Wirths dritte Teilnahme bei nationalen Meisterschaften in der Frauenkonkurrenz. Für das Heimspiel 2015 qualifizierte sie sich ganz knapp, wurde Letzte und von der damals alles überragenden Gesa Felicitas Krause sogar überrundet. In Kassel im vergangenen Jahr schaffte sie bereits eine Zeit unter elf Minuten. In Thüringen strebte Wirth - zwischenzeitlich ausgestattet mit viel Rennerfahrung - bereits eine Platzierung unter den Top Ten an.

Im Vorfeld der Meisterschaft band die Ebermannstadterin einen Triathlon in die Trainingsplanung ein, um den Anforderungen im Steigerwald-Stadion gerecht zu werden. Sie absolvierte in Leutershausen (Kreis Ansbach) die Kurzstrecke über 500 Meter Schwimmen, 22 Kilometer Radfahren sowie fünf Kilometer Laufen und gewann die Frauenwertung unter zwölf Teilnehmerinnen in 1:17:28 Stunde. Damit war sie Gesamt-20. von 75 Startern.

In Erfurt hatte Wirth 17 Hindernis-Konkurrentinnen. Die Favoritinnen und späteren Gewinnerinnen Krause und Jana Sussmann setzten sich vom Start weg ab. Dahinter bildete sich ein geschlossenes Feld mit Wirth an guter Position im vorderen Drittel. Nach zwei Runden enteilte davon eine weitere Gruppe, der sich Wirth wegen zu hohen Tempos jedoch nicht anschloss. Das verbliebene Feld war aber zu langsam, so dass sich die TSVlerin dazu entschloss, alleine ihre Runden zu ziehen.

Die mitgereiste Familie und ihre Trainerin Christina Schönfeld hatten größte Befürchtungen, dass sie von der Verfolgergruppe geschluckt werden könnte. Das Alleinlaufen kostet Kraft, hat aber den Vorteil, dass man die Hindernisse perfekt ansteuern kann. Gleichwohl ist der Überraschungseffekt des herannahenden Feldes nicht zu unterschätzen.

In der vorletzten Runde passierte es. Zwei Verfolgerinnen überholten Wirth. Jetzt zahlten sich ihre Rennerfahrung und das gute Einteilen der Kräfte aus. Die Ebermannstadterin konterte mit deutlichen Reserven erfolgreich. Mit 1:21 Minute auf der letzten Runde stellte sie sogar eine neue Bestzeit auf. Der Abstand zu Rang 8 betrug zwar noch vier Sekunden, in diesem Rennen wurde sie aber nicht von Krause überrundet - dafür läuft Wirth mittlerweile zu schnell. es


Martin Grau ergattert Silber

Ein Wimpernschlag fehlte Martin Grau zu Gold. Das Männer-Rennen wurde erwartungsgemäß zum Duell zwischen dem Höchstadter und Lokalmatador Tim Stegemann. Beide holten alles aus sich heraus, doch der Thüringer triumphierte in 8:43,40 Minuten mit zwei Hundertstelsekunden Vorsprung auf den Sieger von 2015 im Trikot des LSC Höchstadt, dem auf den letzten Metern ein kleiner Fehler unterlief.

Grau hatte sich vorgenommen, am vorletzten Hindernis einen Ausbruch zu wagen, was sich als richtig erwies. Auf dem flotten Schluss-Kilometer (2:44 Minuten) konnte nur Stegemann folgen. Der Höchstadter lag auf Goldkurs, sah sich aber zu oft um, was dazu führte, dass er den letzten Balken nicht optimal überquerte und leicht den Rhythmus verlor. Das nutzte Stegemann und luchste Grau im Schlussspurt Platz 1 noch ab.

Dessen LSC-Teamkollege Marco Kürzdörfer gelang über 800 Meter die schnellste Zeit seit sieben Jahren. Als Vorletzter der Meldeliste qualifizierte sich der Adelsdorfer recht souverän für den Endlauf, die Zeit von unter 1:51 Minute war die erste Überraschung. Im Finale ließ sich Kürzdörfer im Vertrauen auf seinen starken Endspurt auf den letzten Platz zurückfallen, kassierte auf den letzten Metern zwei Kontrahenten, verbesserte seine Zeit noch einmal und wurde Achter. Kürzdörfer und Grau bereiten sich jetzt auf die deutschen Staffelmeisterschaften vor. Außerdem wird sich in den nächsten Tagen zeigen, ob Grau bei der Universiade in Taipeh starten darf.

Auch für den Aschbacher Patrick Schneider, der im Trikot des LAC Quelle Fürth startet, war die DM ein Erfolg. Mit Platz 3 aus dem Vorjahr und guter Form ging er über 400 Meter auf Medaillenjagd. In 47,25 Sekunden qualifizierte er sich locker für den Endlauf, wo er mit 46,02 Sekunden einen neuen persönlichen Rekord verbuchte und sich nur dem favorisierten Johannes Trefz (LG Stadtwerke München) beugen musste.

Pechvogel des Wochenendes war Florian Lickteig von der TS Herzogenaurach, der im Vorlauf über 110 Meter Hürden den ersten Fehlstart seiner Karriere fabrizierte und ausschied. johö
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