Forchheim
Finanzausschuss

Sozialer Wohnungsbau in Forchheim: Buckenhofen bekommt Sechs-Familien-Haus

Forchheim steigt nicht aus der Planung eines Sechs-Familien-Hauses im "Wasserstall" aus. Die Baukosten sind von 1,3 auf 1,8 Millionen Euro gestiegen.
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Auf der freien Fläche an der Einmündung Spieläcker/Wasserstall in Buckenhofen wird ein Sechs-Familien-Haus gebaut. Foto: Ronald Heck
Auf der freien Fläche an der Einmündung Spieläcker/Wasserstall in Buckenhofen wird ein Sechs-Familien-Haus gebaut. Foto: Ronald Heck
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"Mit Zähneknirschen" (Gerhard Meixner/ Grüne) und zwei Gegenstimmen hat der Finanzausschuss der Stadt Forchheim beschlossen, das Sechs-Familien-Haus in der Straße "Wasserstall" zu bauen. Es handelt sich im Stadtteil Buckenhofen um sozialen Wohnungsbau, der nach dem Programm der Staatsregierung abgewickelt wird.

Der Freistaat gibt 30 Prozent Zuschuss und ein zinsloses Darlehen von 60 Prozent, so dass der Stadt nur zehn Prozent bleiben, die sie durch das Baugrundstück einbringt. Die Bauchschmerzen rühren zum Teil von der Struktur des Förderprogrammes her, weil es nur Kommunen und nicht deren eigene Unternehmen als Bauherr zulässt. Dieses Konstrukt hat die Folge, dass nach den strengen Vorgaben der Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB) ausgeschrieben und vergeben werden muss, ohne dass nachverhandelt werden kann. Ergebnisse, die nicht nur Josua Flierl (CSU) erschreckten.

Das städtische Vorhaben ist ein Opfer der Baubooms. Lag die Baukostenschätzung vor einem guten halben Jahr noch bei 1,3 Millionen Euro, kletterten sie bis jetzt auf 1,8 Millionen Euro. Nur: Die Zuschüsse wurden auf der Basis der Kostenschätzung bei Antragstellung berechnet.

Hier zeigt sich der Staat gegenüber den Kommunen nun großzügig und stellt eine Anpassung der Zuschüsse an die tatsächlichen Baukosten wie vergeben in Aussicht. Stefan Schick (FDP) führt dies allerdings auf den zu wenig in Anspruch genommenen Fördertopf zurück. Eine Förderung der Bauwirtschaft statt von Sozialwohnungen schien das Programm Ludwig Preusch (FW).


Quadratmeterpreis 4000 Euro

Stefan Schick (FDP) sprach sich konsequent fürs Aussteigen aus, wie es ein privater Investor in dieser Situation tun würde. "Hier ist etwas total aus dem Ruder gelaufen", kreidete er an. Denn die Bausumme durch die 428 Quadratmeter Wohnfläche geteilt gibt einen Quadratmeterpreis von rund 4000 Euro - und das ist die Preisklasse, in der in Forchheim Neubauwohnungen verkauft werden.


100 000 Euro Planungskosten

Auch unter der Prämisse, dass das Förderziel eine schwarze Null für die Kommunen sein soll, zweifelten Reinhold Otzelberger (SPD) und Flierl die Rentabilitätsberechnung von Alexander Dworschak, Geschäftsführer des Hauses für Wohnungswirtschaft Forchheim, an. Der sieht kein besseres Ergebnis, wenn die Stadt nicht an einen Generalunternehmer, sondern in einzelnen Gewerken vergibt. Er erwartete in diesem Fall, dass die Hälfte der Gebote Mondpreise seien, denn die Branche boomt und hat Aufträge ohne Ende.

"Hätten wir die Preisentwicklung vorhergesehen, hätten wir von vorneherein Abstand genommen", fasste Ulrich Schürr (JB) die Stimmung zusammen. Aber jetzt sind schon um die 100 000 Euro an Planungskosten angefallen. Sie in den Sand zu setzen, das gefiel der Ausschussmehrheit denn doch nicht. "Einstampfen ist das falsche Signal", forderte Schürr einhellig mit Oberbürgermeister Uwe Kirschstein (SPD).

Etliche Varianten, wie man billiger wegkäme, wurden angesprochen, bis hin zu einem ungeförderten Bauen. Udo Schönfelder sah in den Redebeiträgen sogar eine Stimmung, dass manches Mitglied gar keinen sozialen Wohnungsbau in Forchheim wolle. Er hält das aber für eine Verpflichtung für eine Volkspartei. "Mit 51 Prozent innerer Mehrheit stimme ich zu", formulierte er das spürbare Missbehagen fast des ganzen Finanzausschusses.
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