Gräfenberg
Abstimmung

Sollenberg: Baugebiet im zweiten Anlauf

Die Gräfenberger Stadträte ringen sich dazu durch, in Sollenberg ein neues Baugebiet auszuweisen. 1996 war dieses Vorhaben noch abgelehnt worden.
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In Sollenberg sollte bereits im Jahr 1996 im Wochenendgebiet, das in der Nähe des Funkmasts liegt, ein kleines Baugebiet ausgewiesen werden. Allerdings meldete damals die Gemeinde Weißenohe Bedenken wegen der Abwasserentsorgung an, nachdem es bei Starkregen im Bereich der Sollenberger Straße zu Überschwemmungen gekommen war.

Auch der Abwasserzweckverband war gegen die Ausweisung eines Wohngebiets dort. Die Pläne wurden in der Folge erst einmal in die Schublade gelegt. Das Vorhaben sollte erneut angegangen werden, sobald dringender Bedarf an Bauplätzen bestehe. Nun haben vor einigen Monaten die Grundstücksbesitzer angefragt. Weißenohe und der Abwasserzweckverband Obere Schwabach gaben grünes Licht, wie von der Verwaltung im Vorfeld geklärt wurde.

Allerdings zeigte der Gräfenberger Stadtrat vor wenigen Monaten, als die Anfrage auf dem Tisch lag, Bedenken. Ob der Abfluss des Abwassers wirklich problemlos möglich sei, wollte die Verwaltung wissen. Ein hydrogeologisches Gutachten sollte den Stadträten Klarheit geben.


Einige Knackpunkte

Ob es vertreten werden kann, das Baugebiet anzuschließen, lautete die entsprechende Frage an das Sachverständigenbüro Schneeberg und Kraus. Die Berechnung wurde anhand eines zweijährigen Regenereignisses erstellt, wie ein Mitarbeiter des Büros erläuterte. Die Siedlung hat durchaus einige Knackpunkte. 300 Liter Wasser kommen pro Sekunde an, 80 Liter fließen ab. Es kommt in der Folge zu einem Rückstau. Das Wasser würde den Feldweg entlang und über die Hangwiese ablaufen. "Wenn das Baugebiet angeschlossen würde, hätte es keine weitere größeren Auswirkungen, es würde nur mehr rauslaufen", meinte der Sachverständige.

Die Gefahr einer Überflutung bei Starkregen gebe es wohl nicht. Ein schadloser Abfluss bei Überflutung sollte geregelt sein. Eine Rückstausicherung im Bereich der Hausanschlüsse sei zwingend erforderlich, sagte der Sachverständige, der zu kleineren Maßnahmen riet: eine Pufferung über Rückhaltemaßnahmen, beispielsweise. Die Grundstückseigentümer könnten auch Zisternen mit Rückstaufunktion auf ihren Grundstücken errichten. Das wollten Matthias Striebich (Grüne) und auch Heiko Kracker (GBL) als Verpflichtung für den Bauherren. Die Rückhaltung vom Haus und ein Rückhaltekanal würde die Situation entschärfen, meinte der Sachverständige.

Am Ende sprachen sich sämtliche Räte dafür, das Baugebiet auszuweisen. Voraussetzung sind allerdings eine Regenwasserentsorgung mittels Zisternen.
Seit längerem erwartet worden war die Verlegung des Verwaltungs- und Logistikzentrums der Firma Steinbruch Endreß nach Gräfenberg. Diese Vorgaben des Unternehmens segnete der Stadtrat ebenfalls ab. 20 Meter von der B 2 entfernt besteht zwar ein Bauverbot. Das war im Bebauungsplan festgesetzt, eine Ausnahme wäre möglich.
Diese hat das Bauamt nun unter der Voraussetzung erteilt, dass der Abstand des Gebäudes von der Straße mindestens zehn Meter beträgt und die fast 40 Meter lange, zwei Meter hohe Gabionenwand mindestens drei Meter vom befestigten Fahrbahnrand entfernt bleibt.
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