Ebermannstadt
Marathon

Samstag Regen, Sonntag Schweiß beim Fränkische-Schweiz-Marathon

Was die Zuschauer und die Samba-Tänzerinnen weniger freut, kommt den Läufern in der Fränkischen Schweiz beim Marathon entgegen: kühlere Temperaturen.
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Mit sommerlichem Wetter ist beim Fränkische-Schweiz-Marathon am Sonntag nicht zu rechnen. Zumindest die ambitionierten Läufer wittern angesichts der Witterung neue Bestzeiten.  Foto: Archiv/Matthias Hoch
Mit sommerlichem Wetter ist beim Fränkische-Schweiz-Marathon am Sonntag nicht zu rechnen. Zumindest die ambitionierten Läufer wittern angesichts der Witterung neue Bestzeiten. Foto: Archiv/Matthias Hoch
Über ihren noch nicht nachgerüsteten Dieselwagen müssen sich die fränkischen Autofahrer am 3. September keine Gedanken machen. Auch Umweltplakette, Endziffer des Nummernschilds oder Innenstadt-Fahrverbot spielen am Sonntag keine Rolle, denn die B470 wird zwischen Reuth und Pottenstein von 7 bis 19 Uhr für alle PKW gesperrt. Grund ist der 18. autofreie Sonntag, der die Entstehungsgrundlage für den Fränkische-Schweiz-Marathon war. Los geht die Veranstaltung bereits am Samstagnachmittag, wenn die Bambini und Schüler sowie die Teilnehmer am Zehntel-Marathon in die Laufschuhe schlüpfen und eine Gesundheits- und Informationsmesse auf dem Ebermannstadter Marktplatz ihre Tore öffnet.


Bis zu 2000 Teilnehmer erwartet

"Für Samstag ist leider Regen angesagt", bedauert der Kulturreferent des Landkreises, Toni Eckert, der sich dafür auf gutes Laufwetter und entsprechend hohe Nachmeldezahlen für Sonntag freut. "Maximal 18 Grad und trocken. Da könnte der Streckenrekord fallen", sagt er. Bislang stehen 1772 Sportler in den Listen der neun angebotenen Kategorien. Die Abnahme um eine im Vergleich zum vergangenen Jahr rührt daher, dass Fitness- und Speedskater erstmals zusammengerechnet werden. "Eine separate Auswertung hätte sich nicht mehr gelohnt", erklärt Marion Rossa-Schuster vom Kultur- und Sportamt des Landkreises.

Vor allem die semi-professionellen Speedskater seien rückläufig gewesen. Dass die Gesamtzahl mindestens konstant bleibt, verdanken die Organisatoren nicht zuletzt der Streckenänderung vor zwei Jahren, die vor allem mehr Halbmarathoni in die Fränkische Schweiz locke. Positiver Nebeneffekt sei eine leichtere Planung dank einfacherer Logistik.

Trotz der zahlreichen Nebenveranstaltungen in den Orten entlang der Bundesstraße gebe es auch Flecken, an denen weniger Stimmung herrsche. "Aufgrund des Fahrverbots kommt eben kaum jemand bis hinter Muggendorf", erklärt Eckert, der gleichzeitig relativiert: "Ich brauche nicht an jeder Stelle hunderte Leute am Straßenrand, die mir zujubeln." Für diejenigen, die gegen Ende der 42,195 Kilometer neue Motivation benötigen, soll dennoch eine zusätzliche Sambagruppe mit Trommelwirbel für Belebung sorgen.


Backofenfest mit Weilersbacher Musikanten

Zuvor kommen die Läufer auf dem Teilstück Richtung Westen am Straßenfest der Rüssenbacher Feuerwehr und am Backofenfest des Weilersbacher Trachtenvereins vorbei. Zulangen können hier vorerst aber wohl nur die Zuschauer. Gleiches gilt nach dem Wendepunkt und dem Passieren Ebermannstadts für die Straßenfeste in Gasseldorf und Behringersmühle sowie die "Afro-Samba"-Gruppe bei Streitberg. Kulturangebote gibt es in der Ausstellung Streitberger Schätze" und das Fränkische-Schweiz-Museum in Tüchersfeld.

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club aus Bamberg nutzt die autofreie B470 für eine Tour. Während des Marathons radeln die ADFCler über Tiefenellern nach Neudorf ins Leidingshofer Tal und weiter über Oberfellendorf nach Behringersmühle. Sobald der Besenwagen die Bundesstraße gegen 14.30 Uhr freigegeben hat, nehmen sie diese in Beschlag. Für Zuschauer und Sonntagsausflügler stehen etliche öffentliche Verkehrsmittel zur Verfügung. So bringen der Trubachtal-, Wiesenttal- und Wildparkexpress Menschen in die Fränkische. Die Bahn fährt fast durchgehend im Stundentakt von Forchheim nach Ebermannstadt. Außerdem verkehrt die Dampfbahn Fränkische Schweiz mit dem historischen Dieselzug.

Was jetzt schon nach Sport und Spaß für die ganze Familie klingt, soll nach den Vorstellungen von Pressesprecherin Kathrin Schürr zu einem konkreten Pauschalangebot ausgebaut werden. "Wir denken darüber nach, ab kommendem Jahr von der Hotelübernachtung über Kajakfahren und die Teilnahme an den Laufwettbewerben alles als Paket anzubieten", erklärt Schürr. Auch Eckert, der in Streitberg als Moderator fungiert, legt sich keine Denkverbote auf. "Wir haben mal überlegt, statt Inline-Skating Sommer-Langlauf ins Programm aufzunehmen. Immerhin war Tim Tscharnke schon unter unseren Teilnehmern", erinnert sich der Kulturreferent an den Silbermedaillengewinner von Olympia 2010.

Eine Sache ist schon heuer anders: Aufgrund einer neuen Zeitmessfirma müssen sich die Stammteilnehmer umgewöhnen. Der Chip ist in der Startnummer integriert, die daher auf keinen Fall verloren gehen sollte. Der Vorteil beim neuen Anbieter: "Wir können die Zeit im Tausendstelsekunden-Bereich messen und daher wahrscheinlich auf die Zielkamera verzichten. Das sorgt für eine einfachere und schnellere Auswertung", erklärt Schürr.
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