Die Leader-Aktionsgruppe "Kulturerlebnis Fränkische Schweiz" (LAG) begab sich auf eine Exkursion durch den Landkreis Forchheim und informierte sich über verschiedene Projekte.

Nach dem Motto "Bürger gestalten ihre Heimat" unterstützt das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten die ländlichen Regionen bei ihrer ökologischen, ökonomischen und kulturellen Weiterentwicklung. Die Menschen vor Ort sollen als Mitglied der Aktionsgruppe die Regionalentwicklung aktiv mitgestalten.


Burgruine Streitberg

Eine Etappe war die Burgruine Streitberg mit ihrem bemerkenswerten Lochgefängnis. Im Moment ist der Zugang von Büschen und Sträuchern versperrt, im Inneren befindet sich ein dunkles Loch, das als Gefängnis diente. Hier soll der Strafvollzug zu Beginn der Neuzeit dargestellt und die Methoden von damals didaktisch aufbereitet und für Besucher begehbar gemacht werden. Auch die Außenanlagen sollen gestaltet und die Burg mit Hilfe einer 3D-Befliegung weiter erforscht werden. Die Ergebnisse werden in den Burgen-Lehrpfad aufgenommen. Hier steuert Leader circa 105.000 Euro zu. Das Projekt soll bis Ende 2018 fertig gestellt sein.


Höchster Punkt im Landkreis

Nach dem Motto "Neue Ideen, neue Wege gehen" besichtigten die Mitglieder der LAG, die sich aus Bürgermeistern, Kreisräten, Vertretern der Vereine und Verbände sowie der Sparkasse Forchheim zusammensetzte, den höchsten Punkt des Landkreises Forchheim - die Silberecke bei Hiltpoltstein mit 602 m ü. NN. Dieses Projekt steht ganz am Anfang, die Idee ist ganz neu entstanden. Die Überlegungen reichen von einem Aussichtsturm mit Blick bis zum Fichtelgebirge bis hin zu einem Konzept für Kletterer und Wanderer. "Durch Unterstützung neuer Ideen soll die regionale Identität und die Wertschöpfung gestärkt sowie die Wettbewerbsfähigkeit der Regionen im Bereich Tourismus nachhaltig verbessert werden", sagte Landrat und Vorsitzender der LAG, Hermann Ulm (CSU).


Schleuse 94 bei Eggolsheim

Beispiel für ein gelungenes Projekt ist die Schleuse 94 bei Eggolsheim. Bürgermeister Claus Schwarzmann (BB) erklärte begeistert, dass ein großer Teil auch über den Förderverein und Spenden finanziert worden sei. Insgesamt beteiligt sich Leader mit circa 176.000 Euro bei der Inwertsetzung des Denkmals und Bau eines Info-Pavillons am Gesamtvolumen von rund 900.000 Euro.


Imkerzentrum in Lützelsdorf

Bereits genehmigt sind die Leader-Mittel für das Projekt Informations- und Schulungszentrum der Imkerei in Lützelsdorf. Mit fast 65.000 Euro beteiligt sich Leader an Gesamtkosten von etwa 130.000 Euro. Das vorhandene Gebäude wird ausgebaut, es entstehen Seminar- und Schulungsräume. Kindergruppen können hier genauso die Bienen beobachten wie neue Imker den Umgang mit Bienenvölkern lernen. Im Landkreis Forchheim gibt es aktuell ungefähr 320 Imker und rund 1800 Bienenvölker.


Kulturwerkstatt in Morschreuth

Bereits seit längerem fertiggestellt und in der Praxis bewährt hat sich die Kulturwerkstatt Fränkische Schweiz in Morschreuth. "Ein absolutes Vorzeigeprojekt für die Zusammenarbeit zwischen Gemeinde, Bevölkerung und den Vereinen", erklärte Leader-Manager und Kulturreferent Toni Eckert. Daran sehe man, wie etwas neu geschaffen und strukturiert werden könne. Ein Neubau ersetzt die alte Dorfschule, in der jetzt die Seminare und Kurse abgehalten werden. Die Dorfgemeinschaft steuerte hier 130.000 Euro zu dem Gesamtprojekt in Höhe von fast 500.000 Euro bei, damit das Projekt realisiert werden konnte.


Bahnhofsareal in Behringersmühle

Das brach liegende Bahnhofsareal in Behringersmühle soll neu gestaltet und beplant werden. In ersten Arbeitsgruppensitzungen zwischen der Gemeinde, der Dampfbahn Fränkische Schweiz und der Leader-Gruppe wurde ein Entwicklungskonzept zum Bahnhofsareal überlegt und diskutiert. Die Gesamtkosten in Höhe von elf bis zwölf Millionen Euro sind gigantisch und müssen in einzelne Teilprojekte mit verschiedenen Fördermöglichkeiten aufgeteilt werden.

Einen ausführlichen Bericht zum Projekt in Behringersmühlefinden Sie hier.